Zander angeln im Herbst: Köder, Spots und Taktik für die Schweiz

Der Schweizerische Fischerei-Verband hat den Zander zum Fisch des Jahres 2025 gewählt und ihn als «Kulturfolger und Klimagewinner» bezeichnet (Petri-Heil, 2025). Wer in der Schweiz gezielt auf Zander angeln will, hat im Herbst die besten Karten. Die Wassertemperatur sinkt, die Weissfische verschieben sich, und ein passender Zander Köder bringt Fische ans Band, die im Hochsommer kaum zu überlisten waren. Dieser Artikel zeigt Dir drei Dinge: welche Köder im Herbst funktionieren und warum, wo in Schweizer Seen und Flüssen überhaupt Zander stehen, und welche Schonzeiten und Mindestmasse in Deinem Kanton gelten. Jede Zahl und jede Regel unten ist mit Quelle belegt.
«Im Herbst fängt am zuverlässigsten ein grösserer Gummifisch am Bleikopf, grundnah und langsam geführt, bevorzugt in der Dämmerung. Die besten Schweizer Zander-Gewässer sind laut Petri-Heil unter anderem Bielersee, Murtensee, Greyerzersee und Bodensee. Im Kanton Zürich gilt seit dem 1. Januar 2026 eine neue Zander-Schonzeit vom 1. April bis 31. Mai.»
Warum der Herbst die beste Zeit für Zander in der Schweiz ist
Der Herbst ist die stärkste Zanderzeit, weil der Stoffwechsel des Fisches zwischen 10 und 30 Grad Celsius auf Hochtouren läuft (Petri-Heil, 2025) und die Fische bei fallender Wassertemperatur vor dem Winter kräftig fressen. In der Angelszene gilt der Herbst europaweit als eine der besten Jahreszeiten für gezieltes Zanderangeln, weil sinkende Temperaturen die Fressaktivität vor dem Winter steigern sollen. Eine wissenschaftliche Primärquelle für diese Faustregel haben wir nicht gefunden, sie deckt sich aber mit dem belegten Temperaturfenster.
Im September und Oktober passiert in Schweizer Seen etwas, das die Standplätze komplett verschiebt. Sinkt die Wassertemperatur, sollen sich Zander laut Erfahrungsberichten aus der Angelszene aus dem sommerlichen Tiefwasser lösen und Weissfischschwärmen in flachere Übergangszonen folgen. Für Dich heisst das: Suche nicht den Fisch, sondern das Futter. Wo im Oktober die Weissfischwolke steht, steht mit hoher Wahrscheinlichkeit auch ein Räuber darunter.
Der Zander ernährt sich ab dem ersten Lebensjahr überwiegend räuberisch von Fisch, vor allem von Schwarmfischen, gelegentlich auch von Krebstieren und Insekten (Petri-Heil, 2025). Genau dieses Beuteschema entscheidet über die Köderwahl weiter unten im Artikel.
Wer im Herbst ohnehin schon mit leichtem Gerät unterwegs ist und beim Eglifischen im Herbst auf einmal härtere Bisse bekommt, hat oft schon einen Zander am Band. Die beiden Arten stehen im Herbst häufig an denselben Kanten.
Zanderverhalten im Herbst: Wassertemperatur, Tageszeit und Dämmerung
Der Zander ist ein ausgesprochener Dämmerungs- und Nachtjäger, und der Grund dafür sitzt im Auge. Der Fisch verfügt einer verbreiteten Erklärung zufolge über eine reflektierende Zellschicht im Auge (Tapetum lucidum), die ihm das Sehen bei schlechtem Licht erleichtert. Dafür haben wir keine Studie gefunden, wohl aber breite Übereinstimmung in der Praxisliteratur. Das Verhaltensmuster selbst ist am Wasser gut abgestützt.
Warum der Zander ein Dämmerungs- und Nachtjäger ist
Ein Sehvorteil bei wenig Licht ist im Herbst bares Geld wert. Wenn die Sonne im Oktober um halb sieben untergeht und das Wasser durch Wind und Regen leicht angetrübt ist, sieht der Zander seine Beute besser als die Beute ihn. Die Konsequenz für Deine Planung: Die letzte Stunde vor Sonnenuntergang und die erste Stunde danach schlagen fast jeden Vormittagsansitz.
Trübung wirkt ähnlich wie Dunkelheit. Nach starkem Regen, wenn ein Zufluss Schwebstoffe in den See drückt, kann die Beisszeit auch mitten am Tag liegen. Es lohnt sich, das Wetter der letzten 48 Stunden mitzudenken statt nur den Kalender.
Zander Köder im Herbst: Gummifisch, Wobbler und Naturköder im Vergleich
Der zuverlässigste Zander Köder im Herbst ist der Gummifisch am Bleikopf, grundnah geführt. In der Angelpraxis werden im Herbst grössere Gummifische empfohlen, häufig ab 12 cm Länge, wobei die Spanne von 10 bis 15 cm als erste Wahl gilt. Die Empfehlung ist in der Szene aber breit abgestützt und passt zum belegten Beuteschema des Fisches.
Warum grösser? Weil die Weissfischbrut des Jahres bis Oktober herangewachsen ist. Ein Zander, der seit Mai auf 4-cm-Lauben gejagt hat, findet im Herbst 10-cm-Rotaugen vor. Dein Köder muss diese Grösse abbilden, sonst fällt er im Beuteangebot einfach nicht auf.
Gummifisch Zander: die richtige Grösse und Führung im Herbst
Zander halten sich in dieser Jahreszeit häufig sehr grundnah auf. Das klingt banal, ist aber der wichtigste Einzelfaktor.
Die Standardführung ist simpel. Auswerfen, absinken lassen bis die Schnur erschlafft, zwei kurze Kurbelumdrehungen, wieder absinken lassen. Der Biss kommt erfahrungsgemäss fast immer in der Absinkphase, das sich als ein kräftiger «Tock» oder «Ruck» bemerkbar macht.
Zur Grundausstattung gehört ein Knoten, der hält. Eine dünne geflochtene Hauptschnur, ein Fluorocarbon-Vorfach und ein sauber gebundener Clinch-Knoten reichen für die meisten Schweizer Gewässer aus. Welche Verbindungen sich sonst noch bewähren und wie du sie sauber bindest, zeigt unsere Übersicht zu den wichtigsten Angelknoten. Geflochtene Schnur ist dabei die klare Wahl beim Zanderangeln, da sie keine Dehnung aufweist und sofort eine Rückmeldung gibt.
Auch die Rute entscheidet mit. In der Praxis zeigt dir eine straffe Spinnrute mit klar definierter Spitze den Grundkontakt an, bevor Du ihn spürst. Wer mit einer weichen Rute fischt, verpasst im Herbst regelmässig den Moment, in dem der Köder aufsetzt, und führt den Gummifisch dann unbemerkt einen halben Meter über dem Fisch durch. Ein harter Untergrund aus Kies oder Steinen meldet sich als klares Ticken, weicher Schlamm als dumpfes Nichts. Diese Rückmeldung ist Deine wichtigste Information über den Spot.
Wobbler, Drop-Shot und Naturköder als Alternative
Wenn der Gummifisch am Grund nicht zieht, lohnt sich der Wechsel der Präsentation. In der Praxis bewährt sich ein tieflaufender Wobbler entlang von Kanten, wenn die Fische etwas höher über Grund stehen und aktiv rauben.
Steht der Fisch dagegen träge und dicht am Grund, ist eine Drop-Shot-Montage die feinere Antwort. Der Köder bleibt praktisch an Ort und Stelle in der Bisszone und lässt sich minutenlang vor der Nase des Fisches animieren. Wie Du die Montage bindest und welche Bleie sich eignen, zeigt unser Guide zum Dropshot angeln in der Schweiz, der zwar auf Egli ausgelegt ist, technisch aber eins zu eins auf Zander übertragbar ist.
Naturköder wie ein toter Köderfisch am System sind an vielen Gewässern erlaubt und im Spätherbst eine echte Option, wenn Kunstköder nicht mehr laufen. Prüfe vorher zwingend das Reglement deines Kantons, denn die Vorgaben zu Köderfischen und Hakengrössen unterscheiden sich stark. Wer aus dem Barschfischen kommt, findet in unserer Übersicht zu den besten Barsch-Ködern viele Formen wieder, die in grösserer Ausführung auch auf Zander funktionieren.
Farbwahl beim Zander Köder: Trübung und Lichtverhältnisse richtig lesen
Beim Nachtangeln im Herbst haben sich in der Praxis dunkle Gummifischfarben wie Schwarz, Dunkelviolett oder Motoröl bewährt, kombiniert mit leicht leuchtenden Farben wie Chartreuse für zusätzlichen Kontrast.
Die Logik dahinter ist einfach und hilft dir bei jeder Entscheidung am Wasser: Dunkle Köder erzeugen gegen den helleren Nachthimmel eine klare Silhouette. Der Zander sieht den Köder von unten, und eine schwarze Kontur ist auf diesem Hintergrund deutlicher als ein blasses Naturdekor.
Bei Tageslicht und klarem Wasser dreht sich das Bild. Dann funktionieren natürliche, silbrige oder leicht transparente Muster besser, weil sie das vorhandene Beutefischbild kopieren. Chartreuse und andere Signalfarben kommen dann ins Spiel, wenn die Sicht durch Trübung oder Tiefe stark eingeschränkt ist.
Statt einer grossen Farbsammlung reichen drei Blöcke im Zanderköder-Fach: ein dunkler Ton für Nacht und Trübung, ein natürlicher Ton für klares Wasser und ein Signalton für schwierige Sicht. Wer mehr Zeit ins Wechseln der Führung steckt als ins Wechseln der Farbe, fängt in der Regel mehr.
Die besten Zander-Spots in der Schweiz im Herbst
Zander kommen in den meisten grossen Schweizer Seen vor, nicht aber in sehr kalten, nährstoffarmen Gewässern wie dem Brienzersee und dem Walensee (Petri-Heil, 2026). Regelmässige und gute Zanderfänge melden laut derselben Quelle der Sihlsee, die Tessiner Seen, der Murtensee, der Greyerzersee, der Schiffenensee, der Bielersee, der Bodensee, der Alpnachersee, der Sarnersee, der Lauerzerse, vereinzelt auch am Zürichsee. Der richtige See entscheidet beim Zanderangeln oft mehr als der Zander Köder in der Box.
Nach einer Auswertung von 2020 weisen nur vier Schweizer Seen einen Zander-Anteil von über 1 Prozent am Gesamtfang auf: Bielersee, Lago di Lugano, Lago Maggiore und Murtensee (Nutzungslenkung für den Bielersee-Zander, 2020). Der Zander ist in der Schweiz also nirgends Massenfisch, sondern überall ein Spezialistenfisch.
Der Zander bevorzugt Erfahrungswerten zufolge trübe, sauerstoffreiche Gewässer mit hartem Untergrund. Im Bodensee soll er sich bevorzugt im östlichen, leicht getrübten Bereich der Alpenzuflüsse aufhalten. Eine Primärquelle für diese Beobachtung konnten wir nicht zweifelsfrei bestätigen, das Muster hilft bei der Spotsuche aber weiter: harter Grund, Strömungs- oder Trübungskante, Übergang von flach zu tief. Genau an solchen Stellen landet der Zander Köder im Herbst am sinnvollsten.
In der Angelpraxis werden auch aus der Aare und dem Rhein immer wieder überdurchschnittlich grosse Zander gemeldet, häufig auf schwere Zanderköder in der Strömung. Eine wissenschaftlich belastbare Quelle dafür haben wir nicht gefunden, deshalb ordnen wir das als Erfahrungswert der Szene ein.
Bielersee, Murtensee und Bodensee: Top-Spots ausserhalb des Kantons Zürich
Laut einer Untersuchung aus dem Jahr 2020 kommen im Kanton Bern nennenswerte Zanderbestände nur im Bielersee und in der Aare unterhalb des Bielersees vor. Aktuellere Bestandsdaten haben wir nicht gefunden. Dieselbe Untersuchung beziffert die jährliche Gesamtentnahme im Bielersee auf rund 2 Tonnen Zander, aufgeteilt in ungefähr 0,3 kg pro Hektare durch die Berufsfischerei und 0,1 kg pro Hektare durch die Sportfischerei.
Der Bielersee ist damit das mit Abstand bestdokumentierte Zandergewässer der Schweiz. Patente, Schonzeiten und die konkreten Uferstellen findest du in unserem Guide zum Bielersee fischen 2026, inklusive der aktuellen PFAS-Empfehlungen, die für die Verwertung des Fangs relevant sind.
Strukturen schlagen im Herbst die freie Fläche. Steinpackungen entlang von Bahndämmen, Hafeneinfahrten, Brückenpfeiler und die Übergänge von der Flachwasserzone zur ersten Scharkante gelten an Schweizer Seen in der Praxis als die klassischen Anlaufpunkte. Wird eine solche Kante zusätzlich vom Wind angeströmt, drückt es erfahrungsgemäss Plankton und damit Weissfisch an die Struktur. Genau dort lohnt sich der erste Wurf.
Am Murtensee gelten Fangzahlenlimiten, die Du kennen musst, bevor Du losfährst. Der Bodensee hat im Unterseeteil keine durchgehende Schonzeit, was ihn im Frühjahr interessant macht. Welche Stellen dort taugen und welche Köder für Zander an den trüben Zuflüssen laufen, haben wir im Guide zum Fischen am Bodensee zusammengetragen. Details zu beiden Gewässern folgen in der Kantonstabelle im nächsten Abschnitt.
Zander Schonzeit Schweiz: Schonzeiten, Mindestmasse und Fangzahlen nach Kanton
Im Kanton Zürich gilt für den Zander seit dem 1. Januar 2026 in allen Gewässern eine Schonzeit vom 1. April bis 31. Mai (Merkblatt Fanglimiten und Schonzeiten 2026, Kanton Zürich, 2026). Das Mindestmass beträgt am Greifensee und am Pfäffikersee 40 cm, am Zürichsee gilt kein Mindestmass. Von Kanton zu Kanton unterscheiden sich die Regeln allerdings deutlich.
Kanton / Gewässer | Schonzeit | Mindestmass | Fangzahl-Limit
Zürich, alle Gewässer | 1. April bis 31. Mai (neu seit 1.1.2026) | Greifensee und Pfäffikersee 40 cm, Zürichsee keines | keine Angabe in der Quelle
Untersee (Bodensee, SH/TG) | keine Schonzeit | 35 cm | keine Angabe in der Quelle
Thurgau, übrige Gewässer (Quelle 2019) | 1. April bis 31. Mai | 35 cm | keine Angabe in der Quelle
Bodensee-Obersee, TG-Anteil (Quelle 2019) | 1. April bis 31. Mai | 40 cm | keine Angabe in der Quelle
Bern, alle Gewässer inkl. Bielersee | 1. April bis 31. Mai | kein Mindestmass | max. 5 Zander pro Tag
Freiburg, generell | 15. April bis 31. Mai | kein Mindestmass | siehe Murtensee
Murtensee (Concordat FR/VD/NE) | 15. April bis 31. Mai | kein Mindestmass | max. 5 pro Tag, max. 50 pro Jahr
Basel-Stadt (nicht verifiziert) | 1. April bis 31. Mai, ausser Wiese, Riehenteich, Birs | 45 cm | keine Angabe in der Quelle
Obwalden (nicht verifiziert) | 15. April bis 31. Mai | keine Angabe in der Quelle | keine Angabe in der Quelle
Im Untersee gilt keine Schonzeit und ein Mindestmass von 35 cm, gemessen von der Kopfspitze bis zum Ende der natürlich ausgebreiteten Schwanzflosse (Fischerverein Untersee, 2026). Im Kanton Bern gilt in allen bernischen Gewässern eine Schonzeit vom 1. April bis 31. Mai, kein Mindestmass und ein Limit von maximal fünf Zandern pro Tag (Kanton Bern, 2026).
Im Kanton Freiburg dauert die Schonzeit vom 15. April bis 31. Mai, ein Mindestmass besteht nicht. Am Murtensee begrenzt das Concordat-Reglement den Fang auf maximal fünf Zander pro Tag und 50 pro Jahr (Angelpuls, 2026). Wer dort mit einem Zander Köder unterwegs ist, sollte die eigene Jahresbilanz also mitführen.
Stand einer Quelle von 2019 galt im Kanton Thurgau für die übrigen Gewässer ausser dem See ein Mindestmass von 35 cm und eine Schonzeit vom 1. April bis 31. Mai, für den Bodensee-Obersee auf Thurgauer Seite eine Schonzeit vom 1. April bis 31. Mai bei einem Mindestmass von 40 cm. Die aktuell gültigen Werte findest Du beim Kanton Thurgau, bevor Du losfährst.
Nach unseren Recherchen gilt in Basel-Stadt eine Schonzeit vom 1. April bis 31. Mai mit Ausnahmen bei Wiese, Riehenteich und Birs sowie ein Mindestmass von 45 cm. Für den Kanton Obwalden kursiert eine Schonzeit vom 15. April bis 31. Mai. Beide Angaben konnten wir nicht an der Originalquelle verifizieren, bitte prüfe sie direkt beim jeweiligen Kanton nach. Für Aargau, Zug und Neuenburg lagen uns keine belastbaren Zander-Werte vor. Der Kanton Neuenburg hat für 2026 neue, strengere Fischereivorschriften erlassen und begründet diese explizit mit dem Klimawandel (RTS, 2025). Für weitere Kantone empfiehlt sich der Blick ins aktuelle Fischereireglement deines Wohnkantons, da sich die Regeln laufend ändern können.
Warum der Kanton Zürich die Zander-Schonzeit 2026 neu eingeführt hat
Die Zürcher Zander-Schonzeit ist Teil eines Pakets von elf Änderungen an den Ausführungsbestimmungen zum Fischereireglement, das der Kanton am 18. Dezember 2025 beschlossen hat und das seit dem 1. Januar 2026 gilt (Änderungen Fischereireglement Kanton Zürich, 2025). Eine Schonzeit für den Zander bestand in dieser Form vorher nicht.
Praktisch bedeutet das: Wer 2026 im April oder Mai im Kanton Zürich mit dem Zander Köder losziehen will, muss umdenken. In diesen zwei Monaten bleibt der Gummifisch in der Box. Wer die Sperrzeit einhält, sollte gleich auch die Hechtschonzeit Zürich 2026 im Kopf haben, denn ein Zanderköder fängt erfahrungsgemäss regelmässig auch Hechte. Welche weiteren Arten ab Oktober in der Schweiz geschützt sind, fassen wir im Überblick zu den Schonzeiten im Herbst zusammen, denn gerade beim Spinnfischen fängst Du im Herbst zwangsläufig auch geschützte Beifänge.
Fischereipatent für Zander: Was die Berechtigung in der Schweiz kostet
Im Kanton Bern kostet das Jahrespatent für erwachsene Kantonseinwohner CHF 250 zuzüglich CHF 50 Bewirtschaftungsbeitrag, für Auswärtige CHF 500 zuzüglich CHF 50. Ein Tagespatent kostet für beide Gruppen CHF 32 (Kanton Bern, Fischereipatente und Preise, 2026). Diese Beträge geben eine brauchbare Grössenordnung für die ganze Schweiz.
Ein Tagespatent für 32 Franken ist der günstigste Weg, ein neues Zandergewässer zu testen, bevor Du Dich auf ein Jahrespatent festlegst. Ein paar Stunden mit dem Zander Köder am Wasser sagen mehr über einen See aus als jeder Forumsbeitrag. Für zwei bis drei Ausflüge pro Saison an einem einzelnen See lohnt sich das Jahrespatent selten.
Die exakten Patentpreise für 2026 im Kanton Zürich konnten wir nicht zuverlässig aus der offiziellen PDF-Quelle extrahieren. Die aktuellen Preise findest Du direkt auf der Seite des Kantons Zürich, und wie der Bezug Schritt für Schritt abläuft, erklären wir im Beitrag zum Fischereipatent Zürich 2026.
Voraussetzung für ein Jahrespatent ist in vielen Kantonen der SaNa-Ausweis. Ohne diesen Sachkundenachweis bleibt Dir nur das Tagespatent oder eine kurze Gastkarte, was auf Dauer teurer und unflexibler wird.
Herkunft und Biologie des Zanders in Schweizer Gewässern
Der Zander stammt ursprünglich aus Südosteuropa, konkret aus dem Raum um das Kaspische Meer, das Schwarze Meer, den Balkan und die Donau (SFV, 2026). In der Schweiz gilt er gemäss Schweizerischem Fischerei-Verband offiziell als nicht einheimische, also allochthone Art.
Vom Kaspischen Meer in Schweizer Seen
In den 1880er-Jahren wurden erste Zander gezielt im Hochrhein, im Bodensee und im Lago Maggiore ausgesetzt, ab 1940 folgten weitere offizielle Ansiedlungen in den Kantonen Luzern und Schwyz (Petri-Heil, 2025). Der 1962 eröffnete Donau-Main-Kanal begünstigte anschliessend eine grössere Westausbreitung des Zanders in Europa.
Biologisch ist der Zander der grösste Vertreter der Barschartigen (Percidae) in Mitteleuropa. Er laicht von April bis Juli, abhängig vor allem von der Wassertemperatur, und legt seine Nester auf sandig-kiesigem Untergrund in Flachwasserzonen an. Die Männchen bewachen das Gelege mit bis zu 100'000 und mehr Eiern aggressiv und laichen erstmals ab etwa 30 cm Länge.
Diese Laichbiologie erklärt die Schonzeiten in der Tabelle oben. Die Schutzfenster vom 1. April bis 31. Mai liegen genau im Zeitraum, in dem die Männchen an flachen Nestern stehen und besonders leicht zu fangen wären.
Zahlen und Fakten: Wie viel Zander kommt aus der Schweiz selbst?
Die professionelle Fischerei fängt schweizweit maximal rund 10 Tonnen Zander pro Saison, während die Aquakultur-Produktion in der Schweiz bei mehreren hundert Tonnen jährlich liegt und zusätzlich mehrere tausend Tonnen jährlich aus Osteuropa und Skandinavien importiert werden (Petri-Heil, 2025).
Dieses Verhältnis relativiert vieles. Auf jede Tonne Wildzander aus Schweizer Seen kommen mehrere hundert Tonnen aus Zucht und Import. Ein selbst gefangener Zander aus dem Greifensee oder Bielersee ist also ein ausgesprochen seltenes Lebensmittel, und ein guter Grund, sorgfältig mit dem Bestand umzugehen.
Häufig gestellte Fragen
Wann ist die beste Zeit zum Zanderangeln im Herbst?
Die Dämmerung und die erste Nachtstunde bringen im Herbst die meisten Bisse. Der Stoffwechsel des Zanders läuft zwischen 10 und 30 Grad Celsius auf Hochtouren (Petri-Heil, 2025). In der Angelszene gilt der Herbst europaweit als eine der besten Zanderzeiten, weil sinkende Temperaturen die Fressaktivität vor dem Winter steigern sollen.
Welcher Zander Köder fängt im Herbst am besten?
In der Angelpraxis werden im Herbst grössere Gummifische empfohlen, häufig ab 12 cm Länge, mit einer Spanne von 10 bis 15 cm als erster Wahl. Bleibe dabei mein Jigen immer in Grundnähe.
Wo darf ich in der Schweiz auf Zander angeln?
In allen Kantonen mit Zanderbestand, allerdings mit sehr unterschiedlichen Regeln. Im Kanton Zürich gilt seit dem 1. Januar 2026 eine Schonzeit vom 1. April bis 31. Mai in allen Gewässern (Kanton Zürich, 2026). Die Details je Kanton stehen in der Tabelle oben.
Braucht es ein Patent für den Zander in der Schweiz?
Erst dann, wenn Du vorhast, mehr als 30 Tage zu angeln. Sprich in den meisten Fällen für Jahrespatente. Im Kanton Bern kostet das Jahrespatent für Kantonseinwohner CHF 250 plus CHF 50 Bewirtschaftungsbeitrag, das Tagespatent CHF 32 (Kanton Bern, 2026). Für ein Jahrespatent ist immer der SaNa-Ausweis Voraussetzung.
Ist der Zander in der Schweiz heimisch?
Nein. Der Zander gilt gemäss Schweizerischem Fischerei-Verband offiziell als nicht einheimische Art (SFV, 2026). Er stammt aus Südosteuropa und wurde in den 1880er-Jahren erstmals gezielt im Hochrhein, im Bodensee und im Lago Maggiore ausgesetzt.
Fazit
Drei Dinge entscheiden über deinen Herbsterfolg auf Zander. Erstens das Timing: Dämmerung und angetrübtes Wasser schlagen jeden hellen Vormittag. Zweitens der Zander Köder: ein grösserer Gummifisch am ausreichend schweren Bleikopf, langsam und mit permanentem Grundkontakt geführt. Drittens die Regeln, denn die Zander-Schonzeit im Kanton Zürich ist seit dem 1. Januar 2026 neu, und Mindestmasse sowie Fangzahlen unterscheiden sich von Kanton zu Kanton erheblich.
Wenn Dir für den Einstieg noch der Sachkundenachweis fehlt, ist der SaNa-Kurs in Uster, Gossau ZH oder Bülach der direkte Weg zum Patent. Der Kurs dauert einen Tag und deckt Knoten, Filetieren, tierschutzgerechten Umgang und Ökologie ab. Wer den Ausweis bereits hat und die Köderführung am Wasser üben will, ist im Praxiskurs für Einsteiger besser aufgehoben. Petri Heil im Herbst.





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