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Eglifischen Herbst: Die besten Seen, Köder und Tipps für die Schweiz

Autorenbild: Christoph Bachmann
Christoph Bachmann
31. Aug.
13 Min. Lesezeit

Wenn die Temperaturen sinken, die Blätter ihre Farbe wechseln und die ersten kalten Morgen über den Schweizer Seen liegen, beginnt für viele Angler eine der spannendsten Jahreszeiten: Eglifischen im Herbst.

Egli gehören zu den beliebtesten Zielfischen der Schweizer Angelfischerei. Und gerade im Herbst kann die Fischerei besonders interessant werden. Die Fische reagieren auf die sinkenden Wassertemperaturen, folgen ihren Beutefischen und konzentrieren sich zunehmend auf bestimmte Tiefen und Strukturen.

Doch welcher See ist eigentlich der beste zum Eglifischen?

Nicht unbedingt der grösste und auch nicht zwingend der bekannteste. Ein Blick auf die Fangdaten zeigt ein überraschendes Bild: Kleinere und mittelgrosse Schweizer Seen können beim Egli-Ertrag pro Hektare deutlich besser abschneiden als die grossen bekannten Seen. In einer Auswertung der Schweizer Egligewässer stehen Greifensee, Sihlsee, Murtensee, Schiffenensee und Sempachersee an der Spitze. Der Zürichsee ist zwar absolut gesehen ein sehr bedeutendes Egli-Gewässer, liegt beim Ertrag pro Hektare aber deutlich weiter hinten.

In diesem Ratgeber erfährst Du, warum der Herbst so gut zum Eglifischen ist, welche Köder jetzt funktionieren, welche Ausrüstung Du brauchst und welche Schweizer Seen besonders interessant sind. Ausserdem schauen wir uns die gesetzlichen Vorschriften für einige der wichtigsten Egli-Gewässer an.


Warum ist der Herbst die beste Zeit zum Eglifischen?

Der Herbst bringt beim Eglifischen einen entscheidenden Vorteil: Die Lebensbedingungen im See verändern sich.

Während Egli im Sommer häufig auf unterschiedliche Bereiche verteilt sind, kann sich das im Herbst deutlich verändern. Die Wassertemperatur sinkt, Beutefische sammeln sich und die Egli beginnen, ihnen zu folgen.

Für Angler bedeutet das: Die Fische können berechenbarer werden.

Natürlich gibt es keine Garantie auf einen guten Fang. Wer aber versteht, wie sich die Egli im Herbst verhalten, kann seine Erfolgschancen deutlich erhöhen.


Egli fressen sich für den Winter Reserven an

Mit sinkenden Temperaturen verändert sich der Stoffwechsel der Fische. Gleichzeitig stehen die Egli vor einer Zeit, in der sich die Bedingungen unter Wasser weiter verändern werden.

Im Herbst können deshalb ausgeprägte Fressphasen auftreten. Besonders interessant ist, dass dabei nicht nur kleine Egli aktiv sein können. Auch grössere Exemplare werden jetzt interessant.

Wer gezielt auf grössere Egli fischt, sollte deshalb nicht nur möglichst viele Fische fangen wollen, sondern gezielt nach Futterfisch, Struktur und Tiefe suchen.


Die Beutefische geben den Weg vor

Eine der wichtigsten Regeln beim Eglifischen lautet: Wo der Futterfisch ist, sind die Egli häufig nicht weit. Im Herbst konzentrieren sich viele Beutefische auf bestimmte Bereiche des Sees. Die Egli folgen ihnen. Das können beispielsweise sein:

  • tiefere Becken

  • Unterwasserplateaus

  • Kanten

  • Schilfkanten

  • Steinpackungen

  • Hafenanlagen

  • Spundwände

  • Übergänge von flach zu tief

  • Unterwasserberge

  • Bereiche mit grossen Fischschwärmen

Vom Boot aus ist ein Echolot deshalb besonders hilfreich.

Vom Ufer aus musst Du dagegen lernen, die Struktur des Gewässers zu lesen.


Das Wasser wird kälter – und die Köderführung verändert sich

Je kälter das Wasser wird, desto wichtiger kann eine kontrollierte Köderführung werden. Das bedeutet aber nicht, dass Egli im Herbst immer langsam gefangen werden müssen. Sind die Fische aktiv, können sie auch einen schnell geführten Köder attackieren. Sind sie dagegen träge, können längere Pausen den Unterschied machen. Eine gute Strategie lautet deshalb:

Erst aktiv beginnen – und bei ausbleibenden Bissen immer langsamer werden.


Wann ist die beste Zeit zum Eglifischen im Herbst?


September: Noch relativ flach

Im frühen Herbst können sich die Egli teilweise noch in relativ flachen Bereichen aufhalten. Interessant sind:

  • Schilfkanten

  • Krautfelder

  • Steinpackungen

  • Hafenbereiche

  • flache Buchten

Kleine Gummifische, Spinner und Wobbler können jetzt sehr gut funktionieren.


Oktober: Die grosse Herbstphase

Der Oktober gehört für viele Angler zu den attraktivsten Monaten. Die Wassertemperatur sinkt weiter, die Futterfische verändern ihr Verhalten und die Egli können sich stärker konzentrieren. Jetzt lohnt es sich, verschiedene Tiefen systematisch abzusuchen.


November: Tiefer und langsamer

Im November wird die Fischerei häufig anspruchsvoller. Die Egli können nun deutlich tiefer stehen. Gleichzeitig werden langsame Köderführungen wichtiger. Dropshot und Gummifisch sind jetzt besonders interessant.


Dezember: Für geduldige Angler

Auch im Dezember ist Eglifischen möglich, sofern es die Vorschriften des Gewässers erlauben. Die Fische stehen häufig tief und reagieren teilweise sehr vorsichtig. Jetzt ist weniger oft mehr: kleiner Köder, langsame Führung, lange Pause.


Die besten Köder zum Eglifischen im Herbst

Es gibt nicht den einen perfekten Egli-Köder. Wer flexibel bleibt und seine Präsentation an die Fische anpasst, hat deutlich bessere Chancen.


Gummifisch

Der Gummifisch gehört zu den wichtigsten Ködern beim Eglifischen.

Für viele Situationen sind Modelle zwischen 5 und 8 cm eine gute Ausgangsgrösse. Besonders gut funktionieren häufig schlanke Modelle, die kleine Beutefische imitieren.


Gute Farben:

  • Barschdekor

  • Ayu

  • Weiss

  • Grün

  • Braun

  • natürliche, transparente Farben

Bei trübem Wasser oder schlechter Sicht können auffälligere Farben einen Versuch wert sein.


Wichtig:

Nicht einfach ständig jiggen. Gerade im Herbst lohnt es sich, den Köder auch einmal lange absinken zu lassen. Viele Bisse kommen während der Absinkphase.


Dropshot – perfekt für vorsichtige Egli

Das Dropshot-Rig ist einer der interessantesten Köder für die kalte Jahreszeit.

Der grosse Vorteil: Der Köder kann praktisch auf einer Stelle präsentiert werden.

Das ist besonders interessant, wenn die Egli zwar vorhanden, aber nicht besonders aktiv sind. Eine typische Präsentation:

  1. Köder auf die gewünschte Tiefe bringen.

  2. Rute leicht zittern lassen.

  3. Köder mehrere Sekunden stehen lassen.

  4. Wieder leicht anheben.

  5. Erneut Pause machen.

Nicht zu viel Bewegung! Gerade vorsichtige Egli können auf kleinste Bewegungen reagieren.


Carolina Rig

Auch das Carolina Rig eignet sich sehr gut für das Herbstangeln. Der Köder wird dabei langsam über den Grund geführt. Besonders interessant ist diese Technik:

  • an tieferen Stellen

  • über kiesigem Grund

  • entlang von Kanten

  • bei vorsichtigen Fischen

  • wenn klassisches Jiggen nicht funktioniert

Eine langsame Präsentation kann an kalten Tagen den entscheidenden Unterschied machen.


Kleine Wobbler

Wenn die Egli aktiv jagen, sind kleine Wobbler eine hervorragende Alternative zum Gummifisch. Besonders gut eignen sie sich:

  • im frühen Herbst

  • an Schilfkanten

  • entlang von Steinpackungen

  • in Häfen

  • über flacheren Bereichen

Ein Vorteil des Wobblers ist, dass Du damit grosse Wasserflächen relativ schnell absuchen kannst und damit herausfinden, ob Fische vor Ort sind.


Kleine Spinner

Auch der klassische Spinner hat beim Eglifischen noch lange nicht ausgedient.

Er eignet sich insbesondere für:

  • flache Bereiche

  • Uferzonen

  • Schilfkanten

  • Steinpackungen

Der Spinner lässt sich weit werfen und kann schnell verschiedene Bereiche absuchen. Gerade für Einsteiger ist er deshalb ein hervorragender Suchköder.


Die richtige Köderführung im Herbst

Die beste Köderwahl bringt wenig, wenn die Präsentation nicht stimmt. Probier deshalb verschiedene Führungsstile aus.


Schnelle Führung

Werfen → absinken lassen → schnell einkurbeln → kurze Pause → wiederholen


Klassisches Jiggen

Werfen → Grundkontakt → Köder anheben → absinken lassen → Pause


Langsame Grundpräsentation (Carolina)

Werfen → absinken lassen → langsam über Grund ziehen → lange Pause


Dropshot

Köder positionieren → leicht zittern → mehrere Sekunden stehen lassen


Wenn nach 15 bis 20 Minuten keine Bisse kommen, solltest Du nicht einfach nur noch länger dieselbe Methode ausprobieren.


Der Grundsatz heisst: Nach rund 15 bis 20 Minuten kein Biss - Tiefe, Köder, Führung oder Standort wechseln.


Welche Ausrüstung ist zum Eglifischen im Herbst sinnvoll?

Für die Egli-Fischerei brauchst Du keine schwere Ausrüstung. Im Gegenteil: Eine leichte Kombination macht die Fischerei deutlich spannender.


Eglirute

Eine typische Eglirute liegt ungefähr bei:

  • 2,10–2,20 m

  • ca. 3–15 g Wurfgewicht

Vom Boot darf die Rute etwas kürzer sein. Vom Ufer kann eine längere Rute Vorteile bei der Wurfweite bringen. Wichtig ist gerade bei Drop Shot und Carolina eine sensible Spitze, mit der Du auch vorsichtige Bisse erkennst.


Rolle

Eine Stationärrolle der Grössenklasse 1500 bis 2500 passt hervorragend.

Wichtig ist vor allem eine fein einstellbare Bremse. Denn auch wenn Du auf Egli angelst, kann jederzeit ein kräftiger Beifang einsteigen.


Schnur

Eine dünne geflochtene Hauptschnur bietet eine sehr direkte Verbindung zum Köder. Gerade beim Jiggen und Dropshot ist eine gute Bisserkennung wichtig.

Als Vorfach bietet sich Fluorocarbon an.


Ein typischer Aufbau:

Geflochtene Schnur → Fluorocarbon → Snap → Köder


Die genaue Schnurstärke sollte an Köder, Gewässer und mögliche Beifänge angepasst werden. Meistens wird eine Schnurstärke von 6 Kg gewählt.


Die besten Seen zum Eglifischen in der Schweiz


Und jetzt wird es spannend. Welche Seen sind wirklich gut?

Wer einfach die bekanntesten Schweizer Seen aufzählt, erhält nicht unbedingt die beste Antwort. Eine Auswertung der Schweizer Egligewässer von Petri-Heil kommt zu einem interessanten Ergebnis: Betrachtet man den Egli-Ertrag der Angelfischerei pro Hektare Seefläche, liegen kleinere und mittelgrosse Seen an der Spitze.


Die Topgruppe bilden:

  1. Greifensee

  2. Sihlsee

  3. Murtensee

  4. Schiffenensee

  5. Sempachersee

  6. Luganersee

  7. Greyerzersee

  8. Alpnachersee

  9. Zugersee

  10. Baldeggersee


Der Zürichsee liegt in dieser Auswertung auf Rang 12. Das bedeutet nicht, dass man am Zürichsee schlecht auf Egli fischt. Im Gegenteil: Aufgrund seiner Grösse und der hohen absoluten Fänge ist er eines der wichtigsten Egli-Gewässer der Schweiz. Aber pro Hektare ist die Egli-Fischerei in einigen kleineren Seen deutlich produktiver.


1. Greifensee – ein echtes Egli-Gewässer

Der Greifensee gehört gemessen am Egli-Ertrag pro Hektare zu den Spitzengewässern der Schweiz. Auch die kantonalen Fangdaten zeigen, dass Egli dort eine bedeutende Rolle spielen.

2024 betrug der gesamte Egli-Ertrag im Greifensee 2,5 Tonnen. Das war zwar ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahr, der Kanton weist gleichzeitig darauf hin, dass die Sportfischererträge langfristig relativ stabil geblieben sind.

Für Uferangler ist der See besonders interessant.


Interessante Bereiche:

  • Schilfkanten

  • Stege

  • Hafenbereiche

  • Steinstrukturen

  • Tiefenkanten

Im Kanton Zürich gilt für Egli eine Tagesfanglimite von 50 Stück. Ein eigenes Fangmindestmass oder eine Schonzeit gibt es für das Egli nicht.

Am Greifensee gilt zudem das Freiangelrecht mit stark eingeschränkten Gerätschaften vom Ufer. Für gezieltes Spinnfischen mit Kunstködern wird ein Patent benötigt.


2. Sihlsee – überraschend starke Egli-Fänge

Der Sihlsee gehört ebenfalls zu den Schweizer Spitzengewässern beim Egli-Ertrag pro Fläche. Und die aktuelle Fangstatistik ist besonders interessant.

2025 wurden am Sihlsee 4'077 Egli in der Fangstatistik erfasst. Damit lag der Wert deutlich über den Jahren 2021 bis 2024:

Jahr

Egli

2021

3'614

2022

2'771

2023

3'233

2024

2'052

2025

4'077


Der Sihlsee ist damit ein sehr interessantes Gewässer für Angler, die gezielt auf Egli gehen möchten. Für Egli gilt im entsprechenden Schwyzer Reglement ein Mindestmass von 15 cm.


3. Murtensee – ein produktives Egli-Gewässer

Auch der Murtensee gehört zur Spitzengruppe der Schweizer Egligewässer, wenn man den Angelfangertrag auf die Seefläche bezieht. Der See ist für die Egli-Fischerei besonders interessant, weil er unterschiedliche Lebensräume und Tiefen bietet. Im Herbst lohnt sich die Suche an:

  • Kanten

  • Strukturen

  • Schilf

  • Steinpackungen

  • tieferen Bereichen

Für die Sportfischerei gilt 2026 beim Egli eine Fangmindestmass von 15 cm; die Egli-Fischerei ist vom 1. Januar bis 14. April sowie vom 1. Juni bis 31. Dezember geöffnet. Damit ist gerade der Herbst eine erlaubte und interessante Zeit für die Egli-Fischerei. Auch beim Murtensee gibt es unter bestimmten Bedingungen eine freie Fischerei ohne Patent.


4. Schiffenensee – unterschätztes Egli-Gewässer

Der Schiffenensee wird bei den bekannten Schweizer Egli-Seen deutlich weniger oft genannt als Zürichsee oder Vierwaldstättersee. Gemessen am Egli-Ertrag der Angelfischerei pro Hektare gehört er jedoch zur Spitzengruppe.

Genau solche Gewässer sind für Angler interessant, die bereit sind, etwas abseits der klassischen Namen zu suchen. Beim Herbstangeln lohnt sich die Suche nach:

  • Tiefenkanten

  • Beutefisch

  • Steilufern

  • Strukturwechseln


5. Sempachersee – einer der spannendsten Egli-Seen der Schweiz

Der Sempachersee darf in einem Artikel über gute Egli-Gewässer auf keinen Fall fehlen. Und dein ursprünglicher Hinweis auf den Sempachersee war absolut berechtigt. Der See gehört in der Auswertung des Egli-Ertrags pro Hektare zur Spitzengruppe.

Noch bemerkenswerter ist der gesamte Fischereiertrag: Der Sempachersee erreichte in einer schweizweiten Betrachtung rund 52 kg Fisch pro Hektare und Jahr und lag damit beim gesamten Fischereiertrag an der Spitze. Auch die aktuellen kantonalen Fangstatistiken führen den Sempachersee separat und weisen Egli als eine der zentralen Fischarten aus. Besonders interessant für Angler: Am Sempachersee gilt das Freiangelrecht.

Ohne Patent darf mit einer einfachen Angel ohne Widerhaken von öffentlich zugänglichen Ufern, Brücken und Stegen gefischt werden. Dabei sind nur natürliche Köder erlaubt; tote oder lebende Köderfische sind im Rahmen des Freiangelrechts nicht erlaubt. Für die normale Patentfischerei gelten beim Egli:

  • keine Schonzeit

  • 15 cm Mindestmass

Wer den Sempachersee ausprobieren möchte, findet damit ein besonders interessantes Gewässer für die Herbstfischerei. Weitere Informationen zum Fischen am Sempachersee findest Du in unserem Guide dazu.


6. Zürichsee – nicht Spitzenreiter pro Hektare, aber absolut enorm

Der Zürichsee darf in dieser Liste natürlich trotzdem nicht fehlen.

Denn hier zeigt sich sehr schön, warum absolute Fangzahlen und Fang pro Fläche nicht dasselbe sind.

Der Zürichsee ist riesig und gehört zu den bedeutendsten Egli-Gewässern der Schweiz. Der Kanton Zürich weist Egli ausdrücklich als eine der fischereilich beliebtesten Arten der grossen Seen aus. Gleichzeitig liegt der Zürichsee beim Egli-Ertrag pro Hektare in der genannten Schweizer Auswertung nur auf Rang 12.

Das macht den Zürichsee nicht schlecht. Im Gegenteil:

Wer grosse Wasserflächen systematisch befischen kann, findet hier hervorragende Möglichkeiten.

Besonders interessant:

  • Hafenanlagen

  • Steinpackungen

  • Schilfkanten

  • Tiefenkanten

  • Futterfischschwärme

Im Kanton Zürich gilt für Egli eine Tagesfanglimite von 50 Stück. Für Egli gibt es kein Fangmindestmass und keine Schonzeit. Weitere Informationen zum fischen im Zürichsee findest Du auch in unserem Artikel «Fischereipatent Zürich 2026: Preise, neue Regeln und wie Du es kaufst.»


7. Zugersee – traditionell stark, aktuell aber mit wichtiger Einschränkung

Der Zugersee gehört ebenfalls zur Spitzengruppe beim Egli-Ertrag pro Hektare.

Allerdings gibt es hier seit Ende 2025 eine sehr wichtige Besonderheit.

Untersuchungen haben gezeigt, dass Egli und Hechte aus dem Zugersee die lebensmittelrechtlichen Höchstgehalte für PFAS deutlich überschreiten.

Deshalb dürfen Egli aus dem Zugersee aktuell nicht als Lebensmittel verkauft oder unentgeltlich abgegeben werden. Die Regelung gilt auch für Freizeitangler.

Auch 2026 ist diese Situation weiterhin relevant. Der Kanton Zug hat für 2026 unter anderem Mittel für die Entsorgung der belasteten Fische und weitere Untersuchungen bereitgestellt. Wer am Zugersee auf Egli fischt, muss diese Vorgabe unbedingt berücksichtigen.


Eglifischen im Herbst: Ufer oder Boot?

Beide Methoden funktionieren.


Vom Ufer

Vom Ufer aus solltest Du vor allem Struktur suchen.

Ein besonders guter Spot kann beispielsweise eine Stelle sein, an der:

2 Meter Wassertiefe direkt auf 6 oder 8 Meter abfällt.

Solche Übergänge können im Herbst interessant sein.

Weitere Hotspots:

  • Hafenmauern

  • Stege

  • Schilfkanten

  • Steinpackungen

  • Brücken

  • Flussmündungen – sofern erlaubt


Vom Boot

Vom Boot aus kannst Du die Fische wesentlich flexibler suchen.

Mit Echolot kannst Du:

  1. Futterfisch suchen.

  2. Tiefe bestimmen.

  3. Struktur erkennen.

  4. Egli lokalisieren.

  5. Köder exakt in dieser Tiefe präsentieren.

Gerade in der Winterzeit ist das ein grosser Vorteil.


Gesetzliche Vorschriften zum Eglifischen in der Schweiz

Hier ist eine wichtige Unterscheidung notwendig:

Es gibt keine einheitliche schweizweite Egliregel. Die konkreten Vorschriften hängen vom Kanton, Gewässer und teilweise von der Angelmethode ab. Vor dem Angeln solltest Du deshalb immer kontrollieren:

  • Brauche ich ein Patent?

  • Ist Freiangelrecht möglich?

  • Welche Köder sind erlaubt?

  • Welche Haken sind erlaubt?

  • Gibt es ein Mindestmass?

  • Gibt es eine Schonzeit?

  • Wie viele Egli darf ich pro Tag entnehmen?

  • Gibt es lokale Schutzgebiete?

  • Gibt es zeitliche Einschränkungen?


Wichtige Beispiele für 2026

Gewässer

Egli-Mindestmass

Schonzeit / Fangzeit

Besonderheit

Sempachersee

15 cm

keine Schonzeit

Freiangelrecht

Greifensee

kein Mindestmass

keine Schonzeit

Freiangelrecht

Zürichsee

kein Mindestmass

keine Schonzeit

50 Egli/Tag

Sihlsee

15 cm

keine Egli-Schonzeit

kantonale Regeln beachten

Murtensee

15 cm

15.April bis 31.Mai

70 Egli/Tag, pro Kalenderjahr 1500

Zugersee

15 cm

keine Schonzeit

Egli aktuell nicht als Lebensmittel abgeben

Die Angaben sind als Orientierung für 2026 gedacht. Für die konkrete Fischerei sind immer die aktuell gültigen Bestimmungen des jeweiligen Gewässers massgebend.


Brauche ich einen SaNa-Ausweis zum Eglifischen?

Auch das hängt von der Art des Patents und dem Gewässer ab. Am Sempachersee gilt beispielsweise:

  • Jahrespatent: SaNa-Ausweis erforderlich

  • Tages-, Wochen- und Monatspatent: ohne SaNa-Ausweis erhältlich


Wer im Freiangelrecht fischt, hat wiederum andere Voraussetzungen.

Das zeigt: Nicht nur der See, sondern auch die konkrete Art der Fischereiausübung ist entscheidend.


Die wichtigsten Fehler beim Eglifischen im Herbst


Fehler 1: Nur dort fischen, wo andere fischen

Ein bekannter Spot ist nicht automatisch ein guter Spot.

Die Egli können sich im Herbst innerhalb weniger Tage verlagern.


Fehler 2: Den ganzen Tag dieselbe Tiefe fischen

Teste verschiedene Tiefen.

Beispielsweise:

3 m → 5 m → 8 m → 12 m

und beobachte, wo die Aktivität liegt.


Fehler 3: Zu grosse Köder

Wenn die Egli kleine Beutefische fressen, kann ein kleiner Gummifisch deutlich besser funktionieren.


Fehler 4: Keine Pausen

Viele Bisse kommen genau während des Absinkens.


Fehler 5: Zu schnell aufgeben

Wenn an einer Stelle keine Bisse kommen, heisst das nicht automatisch, dass dort keine Egli sind. Vielleicht stimmt einfach die Tiefe oder Präsentation nicht.


9 Tipps für erfolgreiches Eglifischen im Herbst


1. Finde den Futterfisch

Das ist der wichtigste Tipp.

2. Suche Kanten

Egli lieben Struktur.

3. Fische kleine Köder

5–8 cm sind ein hervorragender Ausgangspunkt.

4. Werde langsamer

Besonders bei kaltem Wasser.

5. Nutze Dropshot

Wenn die Fische vorsichtig sind.

6. Probiere verschiedene Tiefen

Nicht nur direkt am Ufer.

7. Beobachte das Wetter

Wetterwechsel können die Aktivität beeinflussen.

8. Wechsle den Spot

Keine Bisse über längere Zeit? Weiterziehen.

9. Nutze natürliche Farben

Gerade bei klarem Wasser.


Eglifischen im Herbst – das ideale Köderset

Wenn Du mit möglichst wenig Material unterwegs sein möchtest, reicht eine kleine Auswahl:


Gummifische

  • 5 cm

  • 7 cm

  • natürliche Farben

  • einige auffällige Farben

Jigs

  • verschiedene Gewichte (5-10 Gramm)

Dropshot

  • kleine Gummiköder (5cm)

  • feine Haken

Carolina Rig

  • Gewichte zwischen 10-14 Gramm

Wobbler

  • kleine Modelle bis 8cm

Spinner

  • kleine Grössen (0-1)

Damit kannst du praktisch alle typischen Herbstsituationen abdecken.


Fazit: Wo lohnt sich Eglifischen im Herbst?

Der Herbst ist eine hervorragende Jahreszeit für die Egli-Fischerei.

Sinkende Wassertemperaturen, konzentrierte Beutefische und ausgeprägte Fressphasen machen diese Jahreszeit besonders interessant.

Und bei der Wahl des Gewässers lohnt sich ein genauer Blick auf die Fangdaten.

Greifensee, Sihlsee, Murtensee, Schiffenensee und Sempachersee gehören gemessen am Egli-Ertrag der Angelfischerei pro Hektare zur Schweizer Spitzengruppe.

Der Sempachersee ist dabei besonders interessant: Er gehört nicht nur zu den produktivsten Seen beim gesamten Fischereiertrag, sondern weist auch eine starke Egli-Fischerei auf. Der Sihlsee überzeugt mit sehr aktuellen Fangzahlen: 2025 wurden dort 4'077 Egli in der Fangstatistik erfasst.

Und der Zürichsee bleibt trotz des geringeren Ertrags pro Hektare eines der wichtigsten Egli-Gewässer der Schweiz – vor allem aufgrund seiner enormen Grösse und der hohen absoluten Fänge. Für den Angler bedeutet das:

Nicht einfach den bekanntesten See auswählen. Suche den See, die Struktur und die Tiefe, in der die Egli tatsächlich stehen. Und genau das macht Eglifischen im Herbst so spannend.


FAQ zum Eglifischen im Herbst


Wann ist die beste Zeit zum Eglifischen im Herbst?

September bis November sind besonders interessant. Der Oktober gilt häufig als sehr guter Monat, weil sich die Wassertemperaturen bereits deutlich verändern, die Futterfische konzentrierter stehen und die Egli aktiv nach Nahrung suchen.


Welche Köder sind im Herbst am besten für Egli?

Kleine Gummifische zwischen etwa 5 und 8 cm sind besonders vielseitig. Ebenfalls sehr effektiv können Dropshot, Carolina Rig, kleine Wobbler und Spinner sein.


Wie tief stehen Egli im Herbst?

Das hängt vom Gewässer und vom Zeitpunkt ab. Im frühen Herbst können Egli noch relativ flach stehen. Mit sinkenden Wassertemperaturen verlagern sie sich häufig in tiefere Bereiche. Kanten und Futterfisch sind deshalb besonders wichtig.


Ist der Sempachersee wirklich einer der besten Egli-Seen der Schweiz?

Ja. Betrachtet man den Egli-Ertrag der Angelfischerei pro Hektare Seefläche, gehört der Sempachersee zur Spitzengruppe der Schweizer Egligewässer. Auch beim gesamten Fischereiertrag pro Hektare ist der Sempachersee aussergewöhnlich produktiv.


Welcher Schweizer See hat die meisten Egli?

Das lässt sich nicht seriös mit einer einzigen Zahl beantworten. „Meiste Egli“ kann sich auf den Gesamtbestand, die absolute Fangmenge oder den Fang pro Hektare beziehen. Bei der Angelfischerei pro Hektare gehören Greifensee, Sihlsee, Murtensee, Schiffenensee und Sempachersee zur Spitzengruppe.


Ist der Zürichsee gut zum Eglifischen?

Ja. Der Zürichsee ist eines der bedeutendsten Egli-Gewässer der Schweiz. Allerdings ist sein Egli-Ertrag pro Hektare niedriger als bei einigen kleineren Seen.


Kann man im Herbst vom Ufer auf Egli angeln?

Ja. Besonders interessant sind Schilfkanten, Steinpackungen, Hafenanlagen, Stege und Tiefenkanten.


Brauche ich ein Echolot?

Nein. Vom Ufer ist ein Echolot nicht notwendig. Vom Boot kann es im Herbst aber sehr hilfreich sein, um Futterfisch, Kanten und die richtige Tiefe zu finden.


Wie gross sollte ein Gummifisch für Egli sein?

5 bis 8 cm sind eine gute Ausgangsgrösse. Bei grossen Egli oder entsprechendem Beutefisch können auch grössere Modelle funktionieren.


Muss ich im Herbst langsam fischen?

Nicht unbedingt. Aktive Egli können auch schnell geführte Köder attackieren. Wenn die Bisse ausbleiben, solltest Du aber zunehmend langsamer werden und längere Pausen einbauen.


Welches Mindestmass gilt für Egli?

Das hängt vom Gewässer ab. Am Sempachersee und Sihlsee gilt beispielsweise ein Mindestmass von 15 cm. Im Kanton Zürich gibt es für das Egli aktuell kein Fangmindestmass.


Gibt es eine Schonzeit für Egli?

Auch das ist gewässerabhängig. Am Sempachersee gibt es keine Egli-Schonzeit. Am Murtensee ist die Sportfischerei auf Egli vom 1. Januar bis 14. April und vom 1. Juni bis 31. Dezember geöffnet. An vielen See gibt es aber keine Schonzeit.


Wie viele Egli darf ich pro Tag fangen?

Das ist kantonal bzw. gewässerspezifisch geregelt. Im Kanton Zürich gilt beispielsweise eine Tagesfanglimite von 50 Egli.


Darf ich am Sempachersee ohne Patent auf Egli angeln?

Im Rahmen des Freiangelrechts ist das Fischen mit einer einfachen Angel ohne Widerhaken von öffentlich zugänglichen Ufern, Brücken und Stegen möglich. Dabei gelten Einschränkungen bei den Ködern.


Darf ich Egli aus dem Zugersee essen?

Ja, auch dass ist für uns Hobbyangler kein Problem. Solange Du nicht gerade jeden Tag Fisch isst. Für die Berufsfischer sieht das anders aus. Sie dürfen keine Egli als Lebensmittel verkaufen.


Was ist der wichtigste Tipp beim Eglifischen im Herbst?

Suche nicht zuerst den Köder – suche zuerst die Fische. Futterfisch, Tiefe und Struktur sind entscheidend. Erst danach solltest du Köder und Köderführung anpassen.

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