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Fischen am Bodensee: Regeln, Fischarten und die besten Stellen

  • Autorenbild: Christoph Bachmann
    Christoph Bachmann
  • 25. März
  • 11 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 26. März

Der Bodensee ist mit 536 km² der drittgrösste See Mitteleuropas und beheimatet rund 30 Fischarten (bodenseefisch.eu, 2024). Für Anglerinnen und Angler von der Schweizer Seite aus bietet er alles: Egli, Hecht, Zander, Seeforelle und eine einzigartige Kombination aus internationalem Gewässer und Freiangelrecht. Gleichzeitig befindet sich der See ökologisch im Umbruch. Ein dreijähriges Felchen-Fangmoratorium läuft bis Ende 2026, invasive Arten verändern das Nahrungsnetz, und die Berufsfischerei verzeichnet historische Tiefstände.


Dieser Artikel erklärt Dir alles, was Du zum Fischen am Bodensee von der Schweiz aus wissen musst: welche Fische Du fangen darfst, was ein Patent kostet, wo die besten Stellen liegen und welche Regeln Du unbedingt kennen solltest. Wenn Du den Bodensee mit anderen Schweizer Seen vergleichen willst, findest Du in unserem Überblick der besten Seen zum Fischen in der Schweiz einen guten Einstieg.

«Der Bodensee bietet mit rund 30 Fischarten exzellente Angelmöglichkeiten von der Schweizer Seite. Ein Uferpatent kostet ab CHF 90.- pro Jahr (Kanton St. Gallen). Bis Ende 2026 gilt ein totales Felchen-Fangverbot. Obwohl der Aal schweizweit geschützt ist, darf er am Bodensee beangelt werden, da es ein internationales Gewässer ist. Freiangelrecht erlaubt das Fischen mit einer Rute ohne Patent, und Nachtangeln ist grundsätzlich verboten.»

Der Bodensee: Ein Angelgewässer der Superlative

Mit einer Gesamtfläche von 536 km² ist der Bodensee der drittgrösste See Mitteleuropas, nach dem Plattensee und dem Genfersee (ferienunterkunft-bodensee.de, 2024). Er erstreckt sich über drei Länder: Deutschland, Österreich und die Schweiz. Für Schweizer Anglerinnen und Angler ist er ein Gewässer mit besonderem Charakter.


Der See gliedert sich in den grösseren Obersee (473 km²) und den kleineren Untersee (63 km²). Die Schweiz besitzt rund 173 km² der Gesamtfläche, also etwa ein Drittel (schweizersee.ch, 2024). Die Schweizer Uferlänge beträgt 72 km der insgesamt 273 km Gesamtuferlänge.


Die Dimensionen beeindrucken. Von Bregenz bis Bodman misst der See 63,3 km in der Länge. Die breiteste Stelle zwischen Romanshorn und Friedrichshafen beträgt 14 km. Die maximale Tiefe liegt bei 251,14 m, gemessen zwischen Fischbach und Uttwil (ferienunterkunft-bodensee.de, 2015). Die mittlere Tiefe des Obersees liegt bei rund 95 m.


Auf Schweizer Seite grenzen die Kantone Thurgau und St. Gallen an den Obersee. Schaffhausen hat Anteil am Untersee und am Hochrhein (schweizersee.ch, 2024). Der See liegt auf 395 m ü. M. und fasst ein Wasservolumen von 48,5 km³.


Was bedeutet das für Dich? Du hast Zugang zu einem riesigen, tiefen Gewässer mit sehr unterschiedlichen Strukturen. Flachwasserzonen an den Ufern, steile Abbruchkanten, Flussmündungen und offenes Freiwasser bieten Lebensraum für völlig verschiedene Fischarten. Im Vergleich zu Mittelland-Seen wie dem Zugersee oder dem Thunersee ist der Bodensee ein echtes Grossgewässer mit internationalem Regelwerk.


Welche Fische leben im Bodensee?

Der Bodensee beherbergt mind. 30 Fischarten, von der Äsche bis zum Wels (bodenseefisch.eu, 2024). Für Sportfischer besonders relevant sind Felchen, Hecht, Zander, Egli (Barsch), Seeforelle, Karpfen, Seesaibling, Aal, Trüsche und nicht zuletzt auch der Wels. Die Vielfalt ist gross, aber der See befindet sich ökologisch in einer schwierigen Phase.


Zu den regelmässig vorkommenden Arten gehören ausserdem Brachse, Nase, Rotauge, Schleie, Kaulbarsch und Wels. Mehrere Arten sind allerdings bereits verschwunden, darunter der Bodensee-Kilch (Felchen). Wieder neu entdeckt wurde die Tiefenform des Bodensee-Saiblings in den Jahren 2011 und 2014, der als ausgestorben galt. Speziell für den Bodensee gilt, dass die Schonzeiten jeweils am angegebenen Tag um 12.00 Uhr beginnen und enden.


Die wichtigsten Fischarten für Angler lassen sich in drei Gruppen einteilen: die Felchen als ehemaliger Brotfisch der Berufsfischerei, die Raubfische (Hecht, Zander, Egli) und die Seeforelle als Königsdisziplin.


Felchen: Einst der Brotfisch, jetzt unter Schutz

Die Felchen waren jahrzehntelang der wichtigste Fisch im Bodensee. 1978 fingen Berufsfischer über 1'200 Tonnen in einem einzigen Jahr (SRF, srf.ch, 2023). Dann kam der Einbruch. 2021 lag der Ertrag nur noch bei 107 Tonnen. 2022 brach er auf 21 Tonnen ein, ein Rückgang von 80 Prozent innerhalb eines Jahres.


Im Bodensee kommen drei Felchenarten vor: Blaufelchen, Gangfisch und Sandfelchen. Alle drei gehören zur Familie der Lachsfische (bodenseefisch.eu, 2024). Wer sich vertieft mit Felchen beschäftigen will, findet demnächst in einem unserer Blogs ausführliche Informationen.


Warum sind die Bestände so stark eingebrochen? Es gibt mehrere Ursachen, die zusammenwirken. Die Internationale Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei (IBKF) nennt fünf Hauptfaktoren: invasive Stichlinge, die Quagga-Muschel, der Nährstoffrückgang, der Klimawandel und Kormorane (Land Vorarlberg, presse.vorarlberg.at, 2023).


Die Stichling-Explosion verdient besondere Aufmerksamkeit. Erstmals in den 1950er-Jahren im See nachgewiesen, explodierte die Population nach 2012. Anfang 2024 machten Stichlinge über 90 Prozent aller Fische im Freiwasser aus (ORF Vorarlberg, vorarlberg.orf.at, 2024). Sie konkurrieren direkt mit Felchen-Larven um Plankton.


Die Quagga-Muschel verschärft das Problem. Seit 2016 im Bodensee nachgewiesen, filtert sie grosse Mengen Plankton aus dem Wasser und reduziert so die Nahrungsgrundlage für viele Fischarten (IGKB, igkb.org, 2024).


Hinzu kommt der Nährstoffrückgang. Ende der 1970er-Jahre lag der Phosphorgehalt bei 84 µg/l (IGKB, igkb.org, 2018). Seit 2006 liegt er bei 6 bis 8 µg/l, dem natürlichen oligotrophen Zustand. Was für die Wasserqualität gut ist, bedeutet weniger Plankton und damit weniger Futter für Fische.


Am 21. Juni 2023 beschloss die IBKF in Ittingen (TG) ein totales Felchen-Fangverbot für drei Jahre ab dem 1. Januar 2024 (SRF, srf.ch, 2023). Es gilt für Berufs- und Angelfischerei gleichermassen und läuft Ende 2026 aus.


Es gibt aber Hoffnung. Erste Erholungszeichen zeigen sich: Felchen sind exzellent gewachsen, es wurden mehr Eier am Seegrund und deutlich mehr Larven nachgewiesen (Badische Zeitung, badische-zeitung.de, 2025). Gleichzeitig ging die Stichlings-Population im September 2024 um rund 80 Prozent zurück (ORF Vorarlberg, vorarlberg.orf.at, 2024). Die Ursache dafür ist noch unklar, aber der Rückgang wird als positives Zeichen gewertet.


Raubfische: Hecht, Zander und Egli

Für Sportfischer am Bodensee sind Hecht, Zander und Egli die attraktivsten Zielfische. Alle drei Arten kommen regelmässig vor und lassen sich sowohl vom Ufer als auch vom Boot aus befischen.


Der Hecht hat am Bodensee eine Sonderstellung. Es gibt keine Schonzeit und kein Mindestmass. Stattdessen gilt eine Anlandepflicht: Alle gefangenen Hechte müssen entnommen werden (bodensee.travel, 2024). Die Schonzeit wurde vor über 15 Jahren abgeschafft, um den Hechtbandwurm zu bekämpfen. Das klingt ungewöhnlich, macht den Hecht aber zum ganzjährig verfügbaren Zielfisch.


Der Zander unterliegt einer Schonzeit vom 1. April bis 31. Mai. Das Mindestmass beträgt 40 cm. Der Egli hat eine kurze Schonzeit vom 20. April bis 10. Mai und kein eigentliches Mindestmass. Allerdings gilt eine Entnahmepflicht für Barsche über 13 cm in der Zeit vom 10. Mai bis 15. September (bodensee.travel, 2024).


Wer sich für Egli-Techniken und Raubfischmethoden interessiert, findet im Vierwaldstättersee-Guide viele übertragbare Tipps.


Seeforelle: Die Königin des Bodensees

Die Seeforelle trägt im Bodensee den Beinamen «Königin des Bodensees». Sie kann über 1 m lang und über 20 kg schwer werden. Eine kapitale Seeforelle zu fangen gehört zu den grössten Erlebnissen, die der Bodensee bieten kann.


Die Schonzeit für Seeforellen beginnt vom vom 1. November bis 10. Januar. Das Mindestmass beträgt neu ab 2026 60 cm.


Seeforellen sind anspruchsvolle Zielfische. Du brauchst Geduld, Erfahrung und die richtige Technik. Die meisten Fänge gelingen beim Schleppfischen vom Boot oder beim gezielten Spinnfischen an Flussmündungen. Grundsätzlich gilt: Je kühler das Wasser, desto aktiver die Seeforelle.


Regeln und Vorschriften für Angler

Die Angelfischerei am Bodensee-Obersee wird international geregelt. Die IBKF legt einheitliche Vorschriften für alle drei Anrainerstaaten fest (bodensee.travel, 2024). Trotzdem gibt es kantonale Unterschiede bei der Patentvergabe. Hier die wichtigsten Regeln im Überblick.


Patentpflicht und SaNa

Wer am Bodensee fischen will, braucht in der Regel ein kantonales Fischereipatent. Für den Kauf eines Patents ist ein gültiger SaNa-Ausweis (Sachkundenachweis Fischerei) erforderlich. Der SaNa belegt, dass Du die Grundlagen der Fischerei, des Tierschutzes und der Gewässerökologie kennst.


Du hast noch keinen SaNa? Dann informiere Dich über den Angelschein in der Schweiz und den SaNa-Ausweis. Den SaNa-Kurs kannst Du auch online absolvieren oder an einem Präsenzkurs in Deiner Region teilnehmen, zum Beispiel beim SaNa-Kurs in Zürich.


Die Patente werden kantonal ausgestellt. Am Obersee sind das die Kantone St. Gallen und Thurgau. Die Patentarten unterscheiden sich je nach Fischereimethode: Uferpatent (nur vom Ufer), Bootspatent (vom Boot aus) und Jugendpatent.


Schonzeiten und Mindestmasse

Die folgende Tabelle zeigt die Schonzeiten und Mindestmasse für die wichtigsten Fischarten am Bodensee-Obersee. Beachte, dass das Felchen-Moratorium zusätzlich zu den regulären Schonzeiten gilt.


Fischart | Schonzeit | Mindestmass | Besonderes


Aal | - | 50 cm | Dank interantionaler Regelung befischbar, sonst schweizweit geschützt. Nachtfang bis 01:00 Uhr erlaubt


Blaufelchen | 15.10.–10.01. | 35 cm | Totales Fangverbot bis 31.12.2026


Seeforelle (Obersee) | 01.11.–10.01. | 60 cm


Zander | 01.04.–31.05. | 40 cm


Egli (Barsch) | 20.04.–10.05. | kein Mindestmass | Entnahmepflicht >13 cm (10.05.–15.09.)


Hecht | keine | kein Mindestmass | Anlandepflicht (alle Hechte entnehmen)


Wels | keine | keine | Nachtfang bis 01:00 Uhr erlaubt


Quelle: Jagd und Fischereiverwaltung des Kt Thurgau. Stand: März 2026. Aktuelle Vorschriften immer bei der zuständigen kantonalen Fischereibehörde prüfen.


Freiangelrecht am Bodensee

Gute Nachricht für Einsteiger: Am Bodensee, Untersee und Rhein gilt das Freiangelrecht (Kanton Thurgau, jfv.tg.ch, 2024). Das bedeutet, Du darfst unter bestimmten Bedingungen ohne Patent und ohne SaNa-Ausweis fischen. Auch die Aach in Romanshorn und Salmsach fällt unter das Freiangelrecht.


Die Regeln sind klar definiert:


  • Eine Angelrute, nicht mehr

  • Fester Zapfen (keine Laufmontage)

  • Einfacher Angelhaken ohne Widerhaken

  • Nur natürlicher Köder (Wurm, Mais, Teig etc.)

  • Nur vom Ufer aus


Kein Patent, kein SaNa. Aber: Schonzeiten, Mindestmasse und das Tierschutzgesetz gelten auch bei der Freiangelei in vollem Umfang (Kanton Thurgau, jfv.tg.ch, 2024). Du musst also wissen, welche Fische Du behalten darfst und welche zurückgesetzt werden müssen.


Wer sich generell für das Thema interessiert, findet in unserem Artikel zum Freiangelrecht in der Schweiz einen umfassenden Überblick über alle Kantone.


Nachtangelverbot

Am Bodensee gilt ein Nachtangelverbot. Die erlaubte Angelzeit reicht von 1 Stunde vor Sonnenaufgang bis 1 Stunde nach Sonnenuntergang. Bezugsort für die Sonnenaufgangs- und Sonnenuntergangszeiten ist die Wetterstation Konstanz. Das ist eine internationale Vereinbarung, die für alle drei Anrainerstaaten gilt.


Es gibt eine Ausnahme: Aal- und Welsfang vom Ufer ist bis 1:00 Uhr nachts erlaubt. Wer also gezielt auf Wels ansitzt, darf etwas länger bleiben. Für alle anderen Fischarten endet der Angeltag eine Stunde nach Sonnenuntergang, respektive -aufgang.


Anzahl Ruten und weitere Regeln

Mit Patent darfst Du maximal 2 Angelruten gleichzeitig einsetzen. Pro Rute sind maximal 2 Haken erlaubt. Beim Fischen mit der Hegene (einer typischen Bodensee-Methode für Felchen) sind bis zu 5 Anbissstellen gestattet (bodensee.travel, 2024). Hinweis: Die Hegene-Regelung ist aktuell wegen des Felchen-Moratoriums faktisch nicht relevant.


Weitere wichtige Regel: Als Köderfische dürfen nur Fische verwendet werden, die aus dem Bodensee selbst stammen. Das soll die Einschleppung gebietsfremder Arten verhindern. Bringe also keine Köderfische von anderen Gewässern mit.


Was kostet das Fischen am Bodensee?

Ein Uferpatent am Bodensee im Kanton St. Gallen kostet CHF 90.- pro Jahr für Einwohner der Kantone SG und ZH (Gemeinde Rorschach, rorschach.ch, 2024). Für Nicht-Einwohner dieser Kantone verdoppeln sich die Gebühren. Die Preise richten sich nach Patentart, Dauer und Wohnsitz.


Patentpreise Kanton St. Gallen (Einwohner SG/ZH)

Patentart | Jahr | Monat | Woche


Uferpatent | CHF 90.- | CHF 45.- | –


Bootspatent | CHF 180.- | CHF 90.- | CHF 30.-


Jugendpatent (10–16 J.) | CHF 20.- | – | –


Gastkarte | CHF 50.- | – | –


Für Anglerinnen und Angler, die nicht in den Kantonen St. Gallen oder Zürich wohnen, gelten doppelte Gebühren. Ein Uferpatent kostet dann CHF 180.- bis CHF 270.- pro Jahr, ein Bootspatent CHF 360.- bis CHF 540.- (Gemeinde Goldach, goldach.ch, 2024). Tagespatente für das Boot liegen bei CHF 25.- bis CHF 75.-, je nach Wohnsitz.


Patentpreise Kanton Thurgau

Der Kanton Thurgau verwendet die gleiche Preisstruktur wie St. Gallen. Die Grundlage dafür ist die internationale IBKF-Vereinbarung. Die Patente können im Webshop und über die eFJ Mobile App bezogen werden (Kanton Thurgau, jfv.tg.ch, 2024).


Im Vergleich zu vielen anderen Schweizer Seen sind die Bodensee-Patente relativ günstig. Wer regelmässig fischt, fährt mit dem Jahrespatent am besten. Für einen einmaligen Ausflug lohnt sich das Monats- oder Wochenpatent, oder Du nutzt einfach das Freiangelrecht.


Die besten Angelstellen am Schweizer Ufer

Die besten Angelstellen am Bodensee findest Du an Flussmündungen und in Hafengebieten. Dort sammeln sich Futterfische, und Raubfische folgen ihrem Fressen. Hier vier besonders beliebte Stellen am Schweizer Ufer.


Altenrhein und Flughafen-Bereich

Das Gebiet rund um Altenrhein gilt als hervorragendes Raubfisch-Revier. Die Mündung des Alten Rheins schafft eine Mischzone aus Fluss- und Seewasser, die Fische anzieht. Das Gebiet liegt im Fischereigebiet des Kantons St. Gallen (Fischerforum, fischerforum.ch, 2024).


Hechte und Zander jagen hier regelmässig in der Nähe der Mündung. Vom Ufer aus erreichst Du gute Plätze, aber auch vom Boot aus lohnt sich diese Ecke besonders. Im Herbst, wenn die Wassertemperatur sinkt, sind die Fänge oft am besten.


Romanshorn

In Romanshorn hast Du gleich mehrere gute Uferstellen. Rechts der Badi und am Hafen hinten bei der sogenannten Bunkerwiese finden sich bewährte Plätze (Fischerforum, fischerforum.ch, 2024). Die Infrastruktur ist gut: Parkplätze, Zuganbindung und ein überschaubares Ufer machen Romanshorn einsteigerfreundlich.


Die Hafenstruktur bietet Egli ideale Unterstände. Mit Dropshot oder Wurm am festen Zapfen sind hier das ganze Jahr über Fänge möglich. Romanshorn ist auch ein guter Ausgangspunkt für Bootsangler.


Rorschach und Goldach

Das Ufer zwischen Rorschach und Goldach bietet abwechslungsreiche Strukturen. Steinpackungen, Bootsanlegestellen und kleine Buchten schaffen verschiedene Habitate auf engem Raum. Beide Gemeinden sind Anlaufstellen für den Patentbezug im Kanton St. Gallen.


Die Flussmündungen in diesem Abschnitt sind besonders im Frühling produktiv. Wenn Schmelzwasser die Zuflüsse anschwellen lässt, bringen sie Nährstoffe und Kleintiere in den See. Das lockt Fische in Ufernähe.


Kreuzlingen (Thurgau)

Am westlichen Ende des Schweizer Bodenseeufers liegt Kreuzlingen. Der Übergang zum Untersee und die Nähe zum Seerhein machen dieses Gebiet interessant. Hier ist die Strömung spürbar, was besonders für Barsche und Forellen attraktiv ist.


Grundsätzlich gilt: Je mehr Du Dich mit den lokalen Gegebenheiten vertraut machst, desto besser werden Deine Fänge. Sprich mit anderen Anglern vor Ort. Die Bodensee-Fischergemeinde ist in der Regel hilfsbereit, solange Du Respekt gegenüber Gewässer und Mitanglern zeigst.


Welche Jahreszeiten und Methoden sind am besten?

Frühling und Herbst gelten als die produktivsten Jahreszeiten zum Fischen am Bodensee. Im Frühling erwacht der See, die Fische werden nach dem Winter aktiv und suchen Ufernähe. Im Herbst fressen sie sich Reserven an und sind besonders beissfreudig.


Frühling (März bis Mai)

Nach dem Winter steigen die Wassertemperaturen, und die Fische ziehen in flacheres Wasser. Egli bilden Schwärme in Ufernähe. Hechte sind nach der Laichzeit hungrig und aggressiv. Der Frühling ist eine ideale Zeit für Uferfischer, die mit Naturködern oder leichten Kunstködern arbeiten.


Beachte die Schonzeiten: Zander sind vom 1. April bis 31. Mai geschützt, Egli vom 20. April bis 10. Mai. Entnahmepflicht >13 cm vom 10.05.–15.09. Plane Deine Ausflüge entsprechend.


Sommer (Juni bis August)

Im Hochsommer suchen viele Fischarten tiefere, kühlere Wasserschichten auf. Das macht das Uferfischen schwieriger, aber nicht unmöglich. Frühmorgens, also direkt bei erlaubtem Angelbeginn eine Stunde vor Sonnenaufgang, sind die Chancen am höchsten.


Bedecktes, ruhiges Wetter begünstigt die Fänge (bodensee.de, 2024). An heissen, windstillen Sonnentagen stehen die Fische tief und sind wenig aktiv. Ein bedeckter Tag mit leichtem Wind? Das ist Dein Tag.


Herbst (September bis November)

Der Herbst ist für viele Angler die beste Zeit am Bodensee. Die Wassertemperatur sinkt, die Fische fressen intensiv und die Raubfische werden aggressiv. Hecht und Zander sind jetzt besonders gut mit grösseren Kunstködern zu fangen.


Beachte: Die Seeforellen-Schonzeit beginnt am 1. November. Die Felchen-Schonzeit beginnt am 15. Oktober, ist aber durch das aktuelle Moratorium ohnehin irrelevant.


Winter (Dezember bis Februar)

Der Bodensee friert praktisch nie zu. Das Fischen ist also auch im Winter möglich. Die Aktivität der Fische ist allerdings deutlich reduziert. Trüschen (Quappen) sind eine der wenigen Arten, die im Winter besonders aktiv werden, da sie Kaltwasserlaicher sind.


Für Winterangler empfiehlt sich Geduld und eine Konzentration auf wenige, dafür sehr gezielt befischte Stellen. Uferzonen mit Sonneneinstrahlung erwärmen sich etwas schneller und ziehen vereinzelt Fische an.


Häufig gestellte Fragen

Was kostet ein Fischereipatent am Bodensee?

Ein Uferpatent kostet im Kanton St. Gallen CHF 90.- pro Jahr für Einwohner SG/ZH, ein Bootspatent CHF 180.- pro Jahr (Gemeinde Rorschach, rorschach.ch, 2024). Nicht-Einwohner zahlen den doppelten Preis. Im Kanton Thurgau gilt die gleiche Preisstruktur. Für den Patentbezug brauchst Du einen gültigen SaNa-Ausweis.


Darf man am Bodensee ohne Patent fischen?

Ja. Am Bodensee, Untersee und Rhein gilt das Freiangelrecht (Kanton Thurgau, jfv.tg.ch, 2024). Du darfst mit einer Rute, festem Zapfen, Haken ohne Widerhaken und natürlichem Köder vom Ufer fischen. Ein SaNa ist nicht nötig. Schonzeiten und Mindestmasse gelten aber trotzdem.


Welche Fische kann man im Bodensee fangen?

Der Bodensee beherbergt mid. 30 Fischarten (bodenseefisch.eu, 2024). Die wichtigsten Zielfische für Angler sind Hecht, Zander, Egli, Seeforelle, Karpfen, Aal und Trüsche. Felchen dürfen bis Ende 2026 nicht gefangen werden.


Gilt das Felchen-Fangverbot auch für Sportfischer?

Ja. Das Moratorium gilt seit dem 1. Januar 2024 für drei Jahre, also bis Ende 2026. Es betrifft sowohl Berufs- als auch Angelfischerei (SRF, srf.ch, 2023). Wer trotzdem Felchen entnimmt, handelt illegal. Erste Erholungszeichen der Bestände sind aber sichtbar.


Darf man nachts am Bodensee angeln?

Nein, grundsätzlich nicht. Die erlaubte Angelzeit reicht von 1 Stunde vor Sonnenaufgang bis 1 Stunde nach Sonnenuntergang. Bezugsort für die Sonnenaufgangs- und Sonnenuntergangszeiten ist die Wetterstation Konstanz.


Fazit: Lohnt sich das Fischen am Bodensee?

Der Bodensee ist eines der spannendsten Angelgewässer der Schweiz. Trotz der ökologischen Herausforderungen, vor allem durch Stichlinge und die Quagga-Muschel, bietet er hervorragende Möglichkeiten für Raubfischangler. Hecht, Zander und Egli sind weiterhin in guten Beständen vorhanden.


Die Kombination aus Freiangelrecht, relativ günstigen Patentpreisen und 72 km Schweizer Ufer macht den Einstieg leicht. Wer mit der Freiangelei beginnt und später auf Patent und Boot umsteigt, hat langfristig Zugang zu einem Grossgewässer mit internationalem Charakter.


Das Felchen-Moratorium zeigt erste positive Wirkung. Wenn sich die Bestände wie erhofft erholen, könnte der Bodensee in den kommenden Jahren auch für Felchen-Angler wieder interessant werden.


Eines ist sicher: Wer einmal bei ruhigem Wetter am Bodenseeufer steht, die Alpen im Rücken und eine Rute im Wasser, versteht, warum dieser See seit Jahrhunderten Fischer anzieht. Pack Deine Ausrüstung, besorge Dir bei Bedarf ein Patent, und probiere es aus.


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