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Fischen am Vierwaldstättersee: Arten, Patente und Hotspots

  • Autorenbild: Christoph Bachmann
    Christoph Bachmann
  • 25. März
  • 11 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 28. März

Der Vierwaldstättersee gehört zu den spektakulärsten Angelgewässern der Schweiz. Mit 113.6 km² Fläche, 214 Metern Tiefe und 34 nachgewiesenen Fischarten bietet er eine Vielfalt, die kaum ein anderer Schweizer See erreicht (Petri-Heil, 2024). Fünf Kantone teilen sich den See, was die Sache mit den Regeln nicht gerade einfacher macht.


Genau deshalb findest Du in diesem Artikel alles, was Du vor Deinem ersten Wurf am Vierwaldstättersee wissen musst. Von Patentpreisen über Schonzeiten bis zu den besten Stellen für Hecht, Egli und Seeforelle. Egal ob Du vom Ufer in der Luzerner Bucht fischst oder mit dem Boot auf dem Urnersee schleppst: Hier stehen die Fakten.


Wenn Du noch keinen SaNa-Ausweis hast, brauchst Du ihn für die meisten Patente am Vierwaldstättersee. Für Patente mit einer Laufzeit über einen Monat ist der Sachkundenachweis Pflicht (LAWA Kanton Luzern, 2025).

«Der Vierwaldstättersee bietet mit 34 Fischarten und der höchsten Seesaibling-Dichte aller Alpenrandseen ein aussergewöhnliches Angelerlebnis (Eawag, 2019). Freiangelrecht gilt in allen fünf Kantonen vom Ufer. Jahrespatente starten ab CHF 105.- (Nidwalden). Schonzeiten und Mindestmasse sind dank Konkordat seeweit einheitlich.»

Der Vierwaldstättersee: Fünf Kantone, ein See

Der Vierwaldstättersee erstreckt sich über 113.6 km² und erreicht im Gersauer Becken eine maximale Tiefe von 214 Metern. Er liegt auf 433 m ü.M., hat ein Volumen von 11.8 km³ und eine Uferlänge von rund 145 km. Damit ist er nach dem Genfersee, Bodensee und Neuenburgersee der viertgrösste See der Schweiz.


Fünf Kantone teilen sich das Ufer: Uri, Schwyz, Nidwalden, Obwalden und Luzern. Das klingt nach bürokratischem Chaos, ist es aber nicht. Seit 1891 regelt ein Konkordat die Fischerei einheitlich für den gesamten See (Hofer Meggen, 2024). Schonzeiten, Mindestmasse und erlaubte Fangmethoden gelten überall gleich.


Sieben Teilbecken mit unterschiedlichem Charakter

Der See gliedert sich in sieben Teilbecken, die sich in Tiefe, Strömung und Fischbestand deutlich unterscheiden. Der Urnersee im Südosten misst 11 km und ist bekannt für starke Winde. Das Gersauer Becken erstreckt sich über 14 km und enthält die tiefste Stelle des Sees. Dazwischen liegen das Weggiser und Vitznauer Becken, der Chrüztrichter als Zentrum des nördlichen Seeteils, der Küssnachtersee und die Luzerner Bucht (dewiki.de, 2024).


Eine Sonderstellung nimmt der Alpnachersee ein. Er ist durch eine nur 100 Meter breite Enge vom Hauptsee abgetrennt und unterscheidet sich deutlich: Das Wasser ist trüber, das Becken flacher. Für Fischer ist er trotzdem hochinteressant, denn hier leben als einzigem Seeteil Zander (Petri-Heil, 2024).


Zuflüsse und Wasserqualität

Die Reuss ist der Hauptzufluss und mündet bei Seedorf/Flüelen in den See. Weitere wichtige Zuflüsse sind die Engelberger Aa bei Buochs, die Sarner Aa bei Alpnachstad und die Muota bei Brunnen. Der Abfluss erfolgt über die Reuss bei Luzern, reguliert durch ein Wehr.


Die Wasserqualität ist ausgezeichnet. Der Vierwaldstättersee gilt als oligotroph, also nährstoffarm. Seit Anfang der 1990er-Jahre liegen die Phosphatwerte im oligotrophen Bereich, dank dem Ausbau der Abwasserreinigungsanlagen (BAFU, 2023). Das bedeutet klares Wasser mit hohem Sauerstoffgehalt in der Tiefe. Ganzjährig ist die Wasserklarheit aussergewöhnlich hoch, mit Ausnahme des trüberen Alpnachersees.


Allerdings sind rund 59 % der Seeuferlinie verbaut. Nur 41 % der Ufer sind noch naturnah (Eawag, 2019). Das schränkt die natürlichen Laichhabitate ein und macht den Besatz umso wichtiger.


Welche Fische leben im Vierwaldstättersee?

Im Vierwaldstättersee leben 34 Fischarten (Petri-Heil, 2024). Bei der wissenschaftlichen Befischung durch das Eawag-Projekt «Projet Lac» wurden 2479 Fische aus 21 Arten gefangen, verteilt auf 252 Befischungsaktionen über sechs Tage (Eawag, 2019). Die Fischfauna wird dominiert von Albeli (Felchen) und Seesaiblingen.


Wer den Vierwaldstättersee mit anderen Schweizer Gewässern vergleichen will, findet in unserem Artikel über die besten Seen zum Fischen in der Schweiz einen guten Überblick.


Seesaiblinge: Die Überraschung aus der Tiefe

Der Vierwaldstättersee weist die höchste Dichte an Seesaiblingen aller untersuchten Alpenrandseen auf (Eawag, 2019). Das ist bemerkenswert, denn in vielen Schweizer Seen sind Saiblingsbestände rückläufig.


Besonders spannend: Bei der Projet-Lac-Befischung im Urnersee wurde der Tiefseesaibling wiederentdeckt. Er galt seit den 1950er-Jahren als verschollen. Die Art unterscheidet sich vom gewöhnlichen Seesaibling durch ihre geringere Grösse, grössere Augen und blassere Färbung. Dieser Fund zeigt, wie viel Biodiversität im Vierwaldstättersee noch schlummert.


Felchen und Seeforelle

Felchen (lokal auch Albeli oder Balchen genannt) gehören zu den häufigsten Arten im See. Allerdings sind sie im Vergleich zu anderen oligotrophen Seen eher untervertreten (Eawag, 2019). In der Fangstatistik dominieren sie dennoch: Rund 72 Tonnen Felchen wurden in einer Erhebung gefangen, grösstenteils durch Berufsfischer (Luzerner Zeitung, 2018). Der Felchen ist der «Brotfisch».


Die Seeforelle ist der Traumfisch vieler Sportfischer am Vierwaldstättersee. Tausende Jungfische werden jährlich eingesetzt, unter anderem durch den Berufsfischer Hofer in Meggen (Petri-Heil, 2024). Die Fänge zeigen in den letzten Jahren einen wachsenden Trend (Luzerner Zeitung, 2018). Das Schleppfischen auf Seeforelle hat sich zu einer der beliebtesten Methoden am See entwickelt.


Egli, Hecht und Zander

Egli (Flussbarsch) sind wie an den meisten Schweizer Seen eine verlässliche Beute und haben keine Schonzeit. Wer gezielt Egli fischen möchte, findet am Vierwaldstättersee gute Bedingungen, besonders in flacheren Seeteilen wie dem Alpnachersee und der Luzerner Bucht.


Hechte kommen im gesamten See vor. Die steilen Ufer sind aber eine Herausforderung: An vielen Stellen fällt der Seegrund innerhalb von 20 bis 30 Metern auf 70 bis 100 Meter Tiefe ab. Hechte halten sich deshalb oft in ufernahen Flachwasserzonen und in den flacheren Becken auf. Im Winter ziehen sie in tiefere Bereiche.


Der Zander kommt ausschliesslich im Alpnachersee vor (Petri-Heil, 2024). Wer gezielt auf Zander fischen will, muss also in dieses abgetrennte Becken fahren. Das trübere Wasser dort bietet dem Zander die Bedingungen, die er bevorzugt.


Wie funktioniert das Fischereikonkordat?

Die fünf Anrainerkantone beschlossen das erste Fischereikonkordat bereits 1890. Es trat 1891 in Kraft. 1978 wurde es durch die «Interkantonale Vereinbarung über die Fischerei im Vierwaldstättersee» abgelöst (Hofer Meggen, 2024). Seitdem gelten einheitliche Regeln für den gesamten See.


Die Fischereikommission Vierwaldstättersee besteht aus fünf Mitgliedern, je eines pro Kanton. Sie hat die Gesamtaufsicht und erlässt verbindliche Vorschriften für Fanggeräte, Methoden, Schonzeiten und Fangbeschränkungen. Für Dich als Sportfischer bedeutet das: Egal in welchem Kanton Du fischst, die Regeln zur Ausübung sind identisch.


Die Patente selbst stellst Du allerdings beim jeweiligen Kanton. Und die Preise unterscheiden sich zum Teil erheblich. Dazu weiter unten mehr.


Schonzeiten am Vierwaldstättersee

Die Schonzeiten gelten einheitlich für den gesamten See. Hier die Übersicht gemäss der kantonalen Fischereibehörde (LAWA Kanton Luzern, 2025):


Art | Schonzeit


Forelle (Seeforelle) | 1. Oktober bis 25. Dezember


Rötel (Seesaibling) | 1. Oktober bis 25. Dezember


Albeli | 1. Oktober bis 25. Dezember


Balchen/Felchen | 15. Oktober bis 25. Dezember


Alpnacher Balchen | 15. Oktober bis 25. Dezember


Edelfisch (sommerlaichender Felchen) | Ganzjährig geschont


Äsche | 1. Januar bis 30. September


Hecht | 15. März bis 30. April


Egli (Flussbarsch) | Keine Schonzeit


Zander | 15. April bis 31. Mai


Aal | Ganzjährig geschont


Beachte: Aal und Edelfisch (sommerlaichender Felchen) sind ganzjährig geschont. Fische, die Du während der Schonzeit oder unter dem Mindestmass fängst, musst Du sofort und mit aller Sorgfalt zurückversetzen.


Mindestmasse

Neben den Schonzeiten gelten folgende Fangmindestmasse (LAWA Kanton Luzern, 2025):


Art | Mindestmass


Forelle (Seeforelle) | 35 cm


Rötel (Seesaibling) | 22 cm


Albeli | 22 cm


Balchen/Felchen | 30 cm


Alpnacher Balchen | 25 cm


Äsche | 30 cm


Hecht | 50 cm


Egli | 15 cm


Zander | 40 cm


Interessant: Der Alpnacher Balchen hat mit 25 cm ein tieferes Mindestmass als der reguläre Balchen (30 cm). Das liegt an den unterschiedlichen Wachstumsbedingungen im flacheren Alpnachersee.


Wann darf man am Vierwaldstättersee fischen?

Nachtfischen ist für Sportfischer generell verboten. Die erlaubte Fischereizeit beginnt eine Stunde vor dem kalendarischen Sonnenaufgang und endet eine Stunde nach dem kalendarischen Sonnenuntergang (LAWA Kanton Luzern, 2025). Dazwischen ist das Fischen untersagt.


Das bedeutet im Sommer lange Fischtage (teils von 4:30 bis 22:00 Uhr), im Winter dagegen deutlich kürzere Fenster. Plane Deine Sessions entsprechend.


Schleppfischen: Wo und wann?

Schleppfischen (Trolling) ist am Vierwaldstättersee nur tagsüber erlaubt. In der Horwer Bucht ist Schleppfischen komplett verboten (LAWA Kanton Luzern, 2025). Diese Einschränkung solltest Du vor einer Schleppfahrt unbedingt kennen.


Weitere wichtige Regeln

Der SaNa-Ausweis (Sachkundenachweis Fischerei) ist für alle Patente mit einer Laufzeit über einen Monat erforderlich. Das Mindestalter für den Bezug eines Fischereipatents liegt bei 12 Jahren.


Widerhaken sind nur mit SaNa-Ausweis und gültigem Patent erlaubt. Beim Freiangelrecht sind Widerhaken verboten.


Alle Patentinhaber müssen eine Fangstatistik führen und diese bis zum 15. Januar des Folgejahres einreichen. Ab Ende 2026 wird das digital über eine Fischerei-App möglich sein (LAWA Kanton Luzern, 2025).


Darf man am Vierwaldstättersee ohne Patent fischen?

Ja. In allen fünf Kantonen am Vierwaldstättersee gibt es ein Freiangelrecht. Du darfst mit einem einfachen Angelhaken ohne Widerhaken von öffentlich zugänglichen Ufern, Brücken und Stegen fischen, ohne Patent und ohne Gebühr (LAWA Kanton Luzern, 2025). Als Köder sind nur Naturköder erlaubt, keine lebenden oder toten Köderfische.


Eine besondere Stellung hat die Luzerner Seebucht. Dort gilt das Recht, oberhalb der Seebrücke ohne jede Bewilligung frei zu fischen. Wer mehr über das Thema erfahren möchte, findet in unserem Artikel zum Freiangelrecht in der Schweiz eine schweizweite Übersicht.


Im Kanton Schwyz gilt das patentfreie Fischen ebenfalls an allen schwyzerischen Seeufern des Vierwaldstättersees (Kanton Schwyz, 2025). Allerdings ist der SaNa-Ausweis Pflicht!


Was Du mit dem Freiangelrecht nicht darfst: Boot nutzen, Widerhaken verwenden, Köderfische einsetzen oder mit mehreren Ruten gleichzeitig fischen. Sobald Du über die Grundausstattung hinausgehen willst, brauchst Du ein kantonales Patent und den SaNa-Ausweis.


Was kostet das Fischen am Vierwaldstättersee?

Die Patentpreise variieren je nach Kanton erheblich. Ein Jahrespatent in Nidwalden kostet ab CHF 105.-, während Uri für Auswärtige CHF 660.- verlangt (Kanton Uri, 2025). Wer flexibel ist, kann also viel Geld sparen, indem er das Patent im günstigsten Kanton löst.


Hier die Übersicht nach Kantonen.


Kanton Luzern

Der Kanton Luzern unterteilt seine Gewässer in Zonen. Für den Vierwaldstättersee sind zwei relevant (LAWA Kanton Luzern, 2025):


Zone 14 (Vierwaldstättersee ohne Horwer Bucht):


Patent | Einheimische (LU) | Auswärtige


Jahrespatent | CHF 165.- | CHF 240.-


Zone 12 (Horwer Bucht):


Patent | Einheimische (LU) | Auswärtige


Jahrespatent | CHF 85.- | CHF 120.-


Korporation Luzern

Zusätzlich zum kantonalen Patent gibt es die Fischenzen der Korporation Luzern. Diese gelten für bestimmte Uferbereiche und sind separat zu lösen. Die Preise gelten ab 1. Januar 2024 (Korporation Luzern, 2024):


Patent | Preis (CHF)


Saisonpatent (12 Monate) | 210.-


Vierteljahrespatent (3 Monate) | 130.-


Monatspatent (30 Tage) | 80.-


Wochenpatent (7 Tage, Mai bis Sept.) | 50.-


Tagespatent (1 Tag, Mai bis Sept.) | 25.-


Bootsgast-Zusatz (nur Saisonpatent) | 60.-


Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren erhalten 50 % Ermässigung ab dem Monatspatent. Auswärtige zahlen 50 % Zuschlag ab dem Monatspatent. Dazu kommt eine Einschreibegebühr von CHF 20.-.


Kanton Uri

Uri ist der teuerste Kanton am See (Kanton Uri, 2025):


Patent | Preis (CHF)


Jahrespatent Einheimische | 330.-


Jahrespatent Auswärtige | 660.-


Depot Fangstatistik | 40.- (wird bei termingerechter Rückgabe rückerstattet)


Der Preisunterschied zwischen Einheimischen und Auswärtigen ist in Uri besonders gross. Auswärtige zahlen exakt das Doppelte.


Kanton Schwyz

Schwyz bietet auch Tagespatente an, was für Gelegenheitsfischer attraktiv ist (Kanton Schwyz, 2025):


Patent | Preis (CHF)


Tagespatent (Auswärtige) | ab 16.-


Jahrespatent | ab 174.-


Ausstellungsgebühr | 25.- (ausgenommen Freiangelkarten)


Patente im Kanton Schwyz kannst Du im Online-Shop oder über die eFJ-App beziehen. Das ist besonders praktisch, wenn Du spontan ans Wasser willst.


Kanton Nidwalden

Nidwalden bietet die günstigsten Einstiegspreise am Vierwaldstättersee (Kanton Nidwalden, 2025):


Patent | Preis (CHF)


Tagespatent | 20.-


Wochenpatent | 40.-


Monatspatent | 60.-


Jahrespatent | ab 105.-


Jugendpatent (12 bis 18 Jahre) | 35.- (Pauschale, 1 Kalenderjahr, SaNa erforderlich)


Für Feriengäste und Tagesausflügler ist Nidwalden damit die günstigste Option. Auch wer nur einmal pro Monat fischt, fährt mit den kurzen Patenten besser als mit einem Jahrespatent in einem anderen Kanton.


Wo sind die besten Angelstellen am Vierwaldstättersee?

Der Vierwaldstättersee ist kein einfaches Gewässer. Die steilen Ufer und grossen Tiefen machen das Fischen anspruchsvoll. Trotzdem gibt es Abschnitte, die besonders ergiebig sind. Hier die wichtigsten Hotspots.


Alpnachersee

Der Alpnachersee ist das flachste und trübste Teilbecken des Vierwaldstättersees (Petri-Heil, 2024). Genau das macht ihn für bestimmte Arten so interessant. Hechte und Egli fühlen sich im Flachwasser wohl, und der Zander kommt ausschliesslich hier vor.


Für Einsteiger ist der Alpnachersee ein guter Ausgangspunkt. Die geringeren Tiefen erlauben einfacheres Grundfischen und Spinnfischen vom Ufer. Die Zufahrt über die Sarner Aa bei Alpnachstad bietet gut zugängliche Uferstellen.


Luzerner Bucht

Die Luzerner Bucht liegt im nordwestlichen Teil des Sees und bietet ruhigere Verhältnisse als die offenen Becken. Besonders attraktiv: Oberhalb der Seebrücke gilt das Freiangelrecht ohne jede Bewilligung (LAWA Kanton Luzern, 2025).


Das macht die Luzerner Bucht zum idealen Einstieg für alle, die das Fischen am Vierwaldstättersee ohne finanzielles Risiko ausprobieren möchten. Eine Rute, ein Haken ohne Widerhaken und Naturköder reichen.


Urnersee

Der Urnersee ist der wildeste Teil des Vierwaldstättersees. Er ist bekannt für starke Winde und hohe Wellen (Petri-Heil, 2024). Wer hier mit dem Boot rausfährt, sollte Erfahrung haben und die Wetterprognose genau studieren.


Fischereimässig ist der Urnersee trotzdem reizvoll. Hier wurde der verschollene Tiefseesaibling wiederentdeckt. Hechte ziehen im Winter in tiefere Bereiche. Die Reussmündung bei Seedorf/Flüelen ist ein klassischer Hotspot, weil der Zufluss Nährstoffe und Kleinfische mitbringt.


Gersauer und Vitznauer Becken

Das Gersauer Becken enthält mit 214 Metern die tiefste Stelle des Sees. Die Ufer sind steil, die Wassertiefen enorm. Gleichzeitig ist dieses Becken windgeschützter als der Urnersee, was es für Bootsfischer angenehmer macht (Petri-Heil, 2024).


Die langsamere Wasserzirkulation in diesem Bereich schafft stabile Temperaturschichten. Für das Schleppfischen auf Seeforelle sind das gute Voraussetzungen, weil sich die Fische in berechenbaren Tiefen aufhalten.


Wie fängt man Seeforellen am Vierwaldstättersee?

Die Seeforelle gilt als Königsfisch des Vierwaldstättersees. Die Schonzeit endet am 25. Dezember, weshalb der 26. Dezember als traditioneller Eröffnungstag gefeiert wird (Petri-Heil, 2024). Dann starten die Schlepprunden.


Beim Schleppfischen auf Seeforelle empfiehlt sich eine Tiefe von 8 bis 12 Metern mit Standard-Schleppgerät. Die Geschwindigkeit sollte bei 3 bis 4 km/h liegen, wobei ein Zick-Zack-Muster die Fängigkeit erhöht. Die Köder wirken dadurch natürlicher und decken mehr Fläche ab.


Wichtig: Schleppfischen ist nur tagsüber erlaubt und in der Horwer Bucht komplett verboten. Plane deine Route also so, dass Du diesen Bereich meidest.


Die wachsenden Seeforellen-Fänge der letzten Jahre zeigen, dass sich der langjährige Besatz auszahlt. Tausende Jungfische werden jährlich eingesetzt. Trotzdem bleibt die Seeforelle ein Fisch, der Geduld erfordert. Blanktage gehören dazu. Wer regelmässig rausfährt und die Tiefen systematisch absucht, wird aber belohnt.


Am Vierwaldstättersee bietet sich eine Vielzahl an Methoden an: Ufer- und Bootsfischen, Schleppen, Grundfischen, Spinnfischen und Fliegenfischen. Die aussergewöhnliche Wasserklarheit macht Sichtfischen in den Flachwasserzonen möglich. Gleichzeitig erfordert die extreme Tiefe in den Hauptbecken spezialisiertes Gerät, wenn Du in grössere Tiefen vordringen willst.


Wer nach einem Vergleich mit anderen Seen sucht: Auch am Thunersee und am Bodensee wird intensiv auf Seeforelle geschleppt.


Wie steht es um die Fangstatistik?

Der Gesamtfang am Vierwaldstättersee lag bei rund 108 Tonnen, auf Vorjahresniveau (Luzerner Zeitung, 2018). Der grösste Anteil entfällt auf Felchen mit 72 Tonnen, gefolgt von Egli mit rund 14 Tonnen. Die Felchen werden grösstenteils durch die 9 Vollzeit-Berufsfischer und 8 Nebenerwerbsfischer gefangen.


Für Sportfischer sind Egli, Hecht und Seeforelle die relevantesten Zielarten. Der Egli ist der verlässlichste Fang, die Seeforelle der begehrteste.


Aktuellere Zahlen als die Daten von 2018 sind öffentlich leider nicht verfügbar. Die Tendenz bei Seeforellen ist aber positiv, und der See wird von den Behörden als gut bewirtschaftet eingestuft.


Häufig gestellte Fragen

Kann man am Vierwaldstättersee ohne Patent fischen?

Ja. In allen fünf Anrainerkantonen gilt ein Freiangelrecht. Du darfst mit einem einfachen Angelhaken ohne Widerhaken von öffentlich zugänglichen Ufern fischen, ohne Patent und ohne Gebühr. Nur Naturköder sind erlaubt, keine Köderfische (LAWA Kanton Luzern, 2025). In der Luzerner Bucht oberhalb der Seebrücke gilt ein besonders unkompliziertes Freiangelrecht.


Gibt es ein einziges Patent, mit dem ich auf dem ganzen Vierwaltstättersee fischen kann?

Ein Patent, mit dem Du am ganzen Vierwaldstättersee fischen kannst, gibt es leider nicht. Jeder, der fünf angrenzenden Kantone, stellt seine eigenen Patente für ihre Kantonsseite aus. Es lohnt sich daher, die Preise zu vergleichen.


In welchem Kanton ist das Fischen am günstigsten?

Nidwalden bietet die tiefsten Einstiegspreise. Das Jahrespatent gibt es ab CHF 105.-, ein Tagespatent für CHF 20.- (Kanton Nidwalden, 2025). Zum Vergleich: Im Kanton Uri zahlen Auswärtige CHF 660.- für ein Jahrespatent. Wer flexibel ist, sollte die Patente verschiedener Kantone vergleichen, denn sie gelten jeweils nur für den eigenen Kantons-Seeabschnitt.


Welche Fische sind im Vierwaldstättersee am häufigsten?

Albeli (Felchen) und Seesaiblinge dominieren die Fischfauna laut der Eawag-Studie «Projet Lac» (Eawag, 2019). Im Fang der Berufsfischer machen Felchen mit 72 Tonnen den grössten Anteil aus. Für Sportfischer sind Egli, Hecht und Seeforelle die häufigsten Zielarten.


Darf man nachts am Vierwaldstättersee fischen?

Nein. Nachtfischen ist für Sportfischer am Vierwaldstättersee generell verboten. Erlaubt ist das Fischen von einer Stunde vor dem kalendarischen Sonnenaufgang bis eine Stunde nach dem kalendarischen Sonnenuntergang (LAWA Kanton Luzern, 2025).


Wo fängt man am besten Seeforellen?

Das Schleppfischen in 8 bis 12 Metern Tiefe bei 3 bis 4 km/h ist die gängigste Methode. Die Schonzeit endet am 25. Dezember, der 26. Dezember gilt als Eröffnungstag. Das Gersauer Becken und der Urnersee sind beliebte Reviere für Seeforellen-Fischer. Auch der Bereich vor den Flussmündungen ist vielversprechend, weil dort Futterfische konzentriert auftreten.


Fazit: Lohnt sich das Fischen am Vierwaldstättersee?

Der Vierwaldstättersee ist kein einfaches Gewässer. Die steilen Ufer, grossen Tiefen und wechselhaften Winde machen ihn anspruchsvoll. Aber genau das macht den Reiz aus. Mit 34 Fischarten, der höchsten Seesaibling-Dichte aller Alpenrandseen und einem wachsenden Seeforellenbestand bietet er Möglichkeiten, die kein anderer Zentralschweizer See in dieser Kombination hat.


Das Konkordat sorgt dafür, dass die Regeln überall gleich sind. Das Freiangelrecht ermöglicht den Einstieg ohne finanzielles Risiko. Und die Patentpreise variieren so stark zwischen den Kantonen, dass sich ein Vergleich lohnt.


Ob Du als Anfänger mit einer Rute in der Luzerner Bucht stehst oder als erfahrener Schlepprouter den Urnersee abfährst: Der Vierwaldstättersee hat für jedes Level etwas zu bieten. Starte am besten mit dem Freiangelrecht oder einem Tagespatent und schau, wie Dir das Fischen am See gefällt.


Wer noch den passenden Kurs sucht: Unsere SaNa-Kurse bereiten Dich auf den Sachkundenachweis vor, den Du für die meisten Patente brauchst. Und wer noch mehr Seen in der Zentralschweiz entdecken möchte, findet in unserem Artikel zum Fischen am Zugersee das nächste Gewässer.


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