Fischen am Pfäffikersee: Fischerstege, Regeln und Fischarten

Am Pfäffikersee fischen darfst Du ohne Patent, ohne Prüfung und ohne Anmeldung, solange Du vom trockenen Ufer aus mit einer einzigen Rute unterwegs bist. Das regelt das Freiangelrecht des Kantons Zürich. Nur: Der See ist von einem sehr dichten Schilfgürtel umgeben, und diesen Schilfgürtel darfst Du zum Fischen nicht betreten. Genau deshalb sind die zwölf öffentlich zugänglichen Fischerstege rund um den See so wichtig. Für Freiangler sind sie praktisch der einzige legale Weg ans Wasser.
Dieser Artikel führt Dich durch Rechtslage, Preise, Schonzeiten und Fangzahlen. Stand: September 2026. Massgeblich sind das Merkblatt Fanglimiten, Fangmindestmasse und Schonzeiten vom Januar 2026 sowie das Merkblatt Freiangelfischerei vom Juni 2026, beide vom Amt für Landschaft und Natur.
«Am Pfäffikersee fischst Du ohne Patent vom trockenen Ufer mit einer Rute. Weil ein dichter Schilfgürtel den See umgibt und dessen Betreten verboten ist, führt der Zugang über die zwölf öffentlichen Fischerstege. Ein Tagespatent kostet CHF 30 und gilt auch fürs Boot, das Jahrespatent CHF 100 und verlangt den SaNa.»
Darfst Du am Pfäffikersee ohne Patent fischen? Das Freiangelrecht
Ja. Der Pfäffikersee gehört zu den vier Zürcher Seen mit Freiangelrecht, und das heisst: kein Patent, keine Gebühr, kein Sachkundeausweis. Der Wortlaut von § 15 des Fischereireglements vom 18. Dezember 2025 ist eindeutig: «Das Freiangelrecht im Greifen-, Pfäffiker- und Türlersee berechtigt alle Personen zur Fischereiausübung ohne Patent mit einer einzigen Rute oder Schnur vom trockenen Ufer aus» (Kanton Zürich, 2026). Für den Zürichsee steht dieselbe Regel in den Ausführungsbestimmungen Zürichsee und Obersee; das Merkblatt Freiangelfischerei vom Juni 2026 fasst alle vier Seen in einem Satz zusammen.
«Alle Personen» ist wörtlich gemeint. Es gibt keine Altersgrenze, keine Anmeldung und keine Registrierung. Ein zehnjähriges Kind darf am Steg genauso fischen wie ein Rentner, der es zum ersten Mal probiert.
Beim Gerät wird das Merkblatt Freiangelfischerei sehr konkret. Erlaubt ist eine Angelrute oder Schnur mit einem einzigen Köder an einem Einfachhaken ohne Widerhaken. Als Köder zulässig sind natürliche Köder, Lebensmittel und künstliche Fliegen bis Hakengrösse 8. Köderfische sind ausdrücklich ausgenommen (Kanton Zürich, 2026).
Wichtig: Gratis heisst nicht regelfrei. Das Merkblatt vom Juni 2026 hält fest, dass die allgemeinen Fischereivorschriften, «insbesondere Schonzeiten, Fangmindestmasse und Fangzahlbeschränkungen», auch für die Freiangelfischerei gelten. Ein untermassiger Felchen bleibt untermassig, egal ob Du mit Patent oder mit Freiangel unterwegs bist.
Dazu kommen die Tierschutzvorschriften: betäuben mit einem Schlag auf das Genick, danach Kiemenschnitt oder sofortiges Ausnehmen. Fischen mit der Absicht, den Fang wieder freizulassen, ist nach der Tierschutzverordnung nicht erlaubt. Ausgelegte Angelgeräte musst du laut § 24 des Fischereigesetzes überwachen.
Ein Detail hat es in sich, und es entscheidet über den ganzen Rest dieses Artikels: § 9 Abs. 3 des Fischereigesetzes vom 5. Dezember 1976 nimmt den Freianglern das Uferbegehungsrecht. Patentinhaber dürfen die Ufer begehen, soweit es fürs Fischen nötig ist. Freiangler dürfen das nicht.
Das Freiangelrecht ist eine Schweizer Eigenheit und gilt längst nicht in jedem Kanton, wie unser Überblick zum Freiangelrecht in der Schweiz zeigt. Im Kanton Zürich teilen sich vier Gewässer dasselbe Regime: Zürichsee, Greifensee, Pfäffikersee und der Türlersee, der ebenfalls Fischerstege hat.
Die zwölf Fischerstege am Pfäffikersee: dein einziger legaler Zugang
Rund um den See sind es zwölf ganzjährig öffentlich zugängliche Fischerstege, und sie sind kein Komfortangebot. Sie sind für Freiangler der einzige praktikable und legale Weg durch den Schilf ans Wasser. Diese Verbindung zieht im Netz sonst niemand, obwohl alle Bausteine öffentlich einsehbar sind.
Die Kette läuft in vier Schritten. Erstens: Der Pfäffikersee besitzt laut dem Fischerverein Pfäffikersee einen der dichtesten Schilfgürtel der Schweizer Seen (Fischerverein Pfäffikersee, 2026). Der amtliche Flyer zur Seeschutzzone nennt ihn den wichtigsten Lebensraum am See: Wasservögel brüten und jagen darin, Jungfische und Amphibien finden Schutz, Hechte lauern darin auf Beute.
Zweitens: § 7 Abs. 1 der Fischereiverordnung vom 18. Juni 2008 verbietet, «zur Fischereiausübung Fachanlagen und geschlossene Bestände von Uferpflanzen zu betreten». Der Schilfgürtel ist genau so ein geschlossener Bestand.
Drittens: Das fehlende Uferbegehungsrecht aus § 9 Abs. 3 des Fischereigesetzes. Viertens, und das ist die Schlussfolgerung: Es bleiben die öffentlich zugänglichen Stege.
Am Pfäffikersee darfst Du ohne Patent vom trockenen Ufer mit einer einzigen Rute fischen. Weil das Betreten geschlossener Uferpflanzenbestände nach § 7 der Fischereiverordnung verboten ist und der See einen der dichtesten Schilfgürtel der Schweiz hat, führt der Zugang praktisch immer über einen der zwölf ganzjährig öffentlich zugänglichen Fischerstege.
Wo liegen die Stege konkret?
Beim Pfäffiker Seequai liegen vier Stege, alle in weniger als fünf Gehminuten vom Bootssteg. Zwei davon westlich des Seequais, kurz vor und nach dem Zugangsweg von der Usterstrasse. Zwei weitere süd-östlich, beim Tennisplatz am Stogelenweg (Harmonie Pfäffikon, 2026).
Hier die ehrliche Auskunft, die du sonst nirgends bekommst: Eine amtliche Liste oder Karte mit den Namen aller zwölf Stege existiert nicht. Weder der Kanton noch die Gemeinde noch der Fischerverein publizieren eine Aufstellung Steg für Steg. Buchstabenbezeichnungen, die in Angelforen kursieren, sind nicht amtlich und helfen Dir vor Ort wenig.
Auf allen Stegen gelten zwei Regeln. Schwimmen und Sonnenbaden sind verboten, Schilder weisen darauf hin (Gemeinde Pfäffikon, 2026). Und Boote dürfen an den Stegen nicht anlanden, das hält der amtliche Flyer zur Seeschutzzone fest.
Praktisch heisst das: Im Sommer sind die Stege stark belegt, morgens früh gehören sie meist den Fischern. Im Winter findest du fast immer einen freien Steg, dafür sind die Bretter dann manchmal ziemlich rutschig. Feste Sohlen lohnen sich.
Ab wann brauchst du ein Patent, um am Pfäffikersee zu angeln?
Sobald du mehr als eine Rute, mehr als einen Köder, einen Kunstköder oder ein Boot einsetzt, brauchst du ein Patent. Diese Schwelle nennt kaum eine Seite im Netz, und das führt regelmässig dazu, dass Einsteiger mit Wobbler und Gummifisch an den Steg gehen und sich für legal unterwegs halten.
Ohne Patent erlaubt (Freiangeln) | Nur mit Patent
eine Rute oder Schnur, vom trockenen Ufer | zweite Rute vom Ufer (§ 16 Abs. 1)
ein einziger Köder | Fischen vom stehenden Boot, bis drei Ruten (§ 17)
Einfachhaken ohne Widerhaken | Schleppfischerei, bis sechs Köder (§ 18)
natürliche Köder und Lebensmittel | Einzelhaken mit Widerhaken, nur mit Sachkundeausweis (§ 19)
künstliche Fliegen bis Hakengrösse 8 | Kunstköder aller Art ausser künstlichen Fliegen
keine Altersgrenze, keine Anmeldung | Hegene und Köderfische
Quelle: §§ 15 bis 19 Fischereireglement vom 18. Dezember 2025, wiedergegeben im Auszug der Fischereivorschriften für die Angelfischerei (Kanton Zürich, Stand März 2026); Gerätschaften gemäss Merkblatt Freiangelfischerei, Juni 2026.
Im Alltag fallen zwei Feinheiten auf. § 16 Abs. 1 erlaubt mit Patent höchstens zwei Ruten vom Ufer, eine zusätzliche Freiangel darfst Du nicht dazustellen. Und § 16 Abs. 2 hält fest, dass auch die Uferfischerei mit Patent nur vom trockenen Ufer aus betrieben werden darf. Nur die Landung eines gehakten Fischs ist im Wasser stehend erlaubt. Eine Wathose bringt dir am Pfäffikersee also nichts.
Brauchst Du dafür einen SaNa-Ausweis?
Die Antwort hängt allein an der Dauer der Berechtigung. § 1 des Fischereireglements sagt: «Fischereiberechtigungen mit einer Gültigkeitsdauer von mindestens einem Monat dürfen nur an Personen mit einem Sachkundeausweis ausgegeben werden.» Die Tierschutzverordnung bestätigt das in Art. 97 für die ganze Schweiz.
Für Dich heisst das dreifach klar: Freiangeln ohne SaNa, Tagespatent ohne SaNa, Jahrespatent nur mit SaNa. Wer regelmässig an den Pfäffikersee will, kommt am Sachkundenachweis nicht vorbei. Wir führen den SaNa-Kurs in Uster und Bülach an einem Tag durch.
Was kostet ein Patent für den Pfäffikersee? Preise und Änderungen 2026
Ein Tagespatent für den Pfäffikersee kostet Erwachsene CHF 30, das Jahrespatent nur fürs Ufer CHF 100. Die Preise stammen aus der offiziellen Preisliste vom 26. November 2025, gültig ab 1. Januar 2026 (Kanton Zürich, 2026).
Produkt | Erwachsene | Jugendliche
Tagespatent Einzelsee Pfäffikersee, Ufer und Boot | CHF 30.00 | CHF 12.00
Einzelseepatent Pfäffikersee, Jahr, nur Ufer | CHF 100.00 | CHF 35.00
Seenpatent Jahr (Zürichsee inkl. Obersee, Greifensee, Pfäffikersee), Ufer | CHF 160.00 | CHF 60.00
Zusatz Boot, Jahr (ab 14 Jahren, nur mit Jahrespatent) | CHF 160.00 | CHF 70.00
Zusatz Gast, Jahr (nur mit Jahrespatent) | CHF 60.00 | CHF 60.00
Für Papierpatente kommen CHF 10 Ausstellgebühr dazu. Der Jugendtarif gilt von 10 bis 18 Jahren, beim Zusatz Boot erst ab 14 Jahren.
Auf den 1. Januar 2026 haben sich vier Dinge geändert (Kanton Zürich, 2026):
Das Jugendpatent gilt neu von 10 bis 18 Jahren, bisher war bei 16 Schluss.
Das frühere «Dreiseenpatent» heisst jetzt «Seenpatent».
Boot und Gast gibt es nur noch als Zusatz zu einem Jahrespatent. Und wörtlich: «Anderweitige Upgrades (z.B. Änderung von Patent Pfäffikersee auf Seenpatent) werden nicht mehr angeboten.»
Papierpatente kosten CHF 10 Ausstellgebühr zusätzlich.
Punkt 3 ist die einzige echte Kaufentscheidung in dieser Liste. Wer im Frühling das Einzelseepatent Pfäffikersee für CHF 100 löst und im Sommer merkt, dass er auch an den Zürichsee will, kann nicht mehr aufstocken. Er muss ein zweites Patent lösen. Überleg dir also vorher, ob dir der eine See reicht.
Ein Jahrespatent für den Pfäffikersee kostet 2026 CHF 100 für Erwachsene, setzt einen SaNa-Ausweis voraus und gilt nur vom Ufer. Das Tagespatent kostet CHF 30, braucht keinen SaNa und berechtigt zur Ufer- und Bootsfischerei. Der Zusatz Boot fürs ganze Jahr schlägt mit CHF 160 zu Buche, also mehr als das Jahrespatent selbst.
Gekauft wird über den Webshop oder die eFJ-Mobile-App, Patente fürs Folgejahr ab Mitte Dezember. Daneben gibt es physische Ausgabestellen laut kantonaler Liste mit Stand 28. August 2026. Zuständig ist die Fischerei- und Jagdverwaltung, Eschikon 28, 8315 Lindau, Schalter 08.00 bis 12.00 und 13.30 bis 16.00 Uhr. Alle Patentkategorien des Kantons stehen im Überblick zum Fischereipatent Zürich 2026.
Schonzeiten, Mindestmasse und Tagesfangzahlen: die Pfäffikersee-Vorschriften
Fünf Arten stehen für den Pfäffikersee im Merkblatt des Kantons vom Januar 2026, und ihre Werte weichen teilweise von denen des Zürichsees ab. Genau diese Verwechslung führt zu Fehlern am Wasser.
Art | Fangmindestmass | Schonzeit | Tagesfangzahl
Forelle | 40 cm | 1. Oktober bis 25. Dezember | 2 Stück
Felchenartige | 25 cm | 20. November bis 31. Dezember | 10 Stück
Hecht | 45 cm | 1. März bis 30. April | 5 Stück
Zander | 40 cm | 1. April bis 31. Mai | keine Limite
Egli | kein Mindestmass | keine Schonzeit | 50 Stück
Quelle: Merkblatt Fanglimiten, Fangmindestmasse und Schonzeiten (Kanton Zürich, 2026).
Am Pfäffikersee gelten 2026 diese Fangmindestmasse: Forelle 40 cm, Felchenartige 25 cm, Hecht 45 cm, Zander 40 cm. Für den Egli gibt es kein Mindestmass. Pro Tag darfst du zwei Forellen, zehn Felchen, fünf Hechte und fünfzig Egli behändigen. Das gilt genauso fürs Freiangeln wie fürs Patent.
Merken solltest Du dir drei Unterschiede zum Zürichsee. Die Forellenlimite liegt am Pfäffikersee bei 2 Stück, am Zürichsee bei 4. Der Hecht hat hier eine Schonzeit von 1. März bis 30. April und ein Mindestmass von 45 cm, am Zürichsee hat er beides nicht. Seesaibling und Äsche wiederum kommen nur im Zürichsee vor und tauchen für den Pfäffikersee gar nicht erst auf.
Achtung bei älteren Auszügen: Dort steht für den Pfäffikersee teilweise noch eine Forellenlimite von 4 Stück. Gültig ist der neuere Wert von 2 Stück aus dem Merkblatt vom Januar 2026.
Diese Mindestmasse im Netz stimmen nicht
Für den Pfäffikersee kursieren Mindestmasse, die falsch sind. Eine Ratgeberseite in den vorderen Suchergebnissen nennt Forelle 35 cm, Felchen 28 cm, Hecht 50 cm und Egli 18 cm. Alle vier Werte weichen vom amtlichen Merkblatt ab.
Die Folgen sind unangenehm konkret. Wer bei der Forelle 35 cm ansetzt, nimmt einen untermassigen Fisch mit und macht sich strafbar. Wer 50 cm für Hechte annimmt, lässt legale Fische schwimmen, und wer beim Felchen 28 cm ansetzt, verschenkt masshaltige Fische. Verbindlich ist allein das Merkblatt des Kantons vom Januar 2026.
Für den Nachbarsee gelten übrigens exakt dieselben Schonzeiten und Mindestmasse. Die vollständige Patentleiter dazu steht im Artikel zum Fischerpatent Greifensee.
Welche Fische leben im Pfäffikersee? Die Fangstatistik 2023
Der Pfäffikersee ist statistisch ein Felchensee. Im Jahr 2023 wurden 16'066 Fische mit einem Gesamtgewicht von 9'047 Kilogramm gefangen, davon 12'524 Felchen. Das sind rund 78 Prozent des gesamten Fangs (Fischerverein Pfäffikersee, 2023). Zum Vergleich: 182 Hechte und 2'311 Egli.
Das überrascht viele, weil der Hecht in Beschreibungen des Sees fast immer zuerst genannt wird. Die Zahlen sagen etwas anderes. Wer hier gezielt auf Hecht geht, fischt auf eine Art, die 2023 gerade einmal 182 Mal im Fangbuch stand.
Der Rest des Fangjahrs 2023 verteilt sich so: Brachsmen 252 Stück, Rotfeder 253, Rotauge 186, Schleie 100, Karpfen 65 Stück mit immerhin 745 kg, Forelle 17, Zander 9 und Aal 0. Im Zehnjahresmittel von 2014 bis 2023 liegt der Gesamtfang bei 18'015 Fischen und 8'745 kg.
Beim Egli schwankt der Bestand stark. 2015 wurden 10'016 Egli gefangen, 2023 noch 2'311. Der Fischerverein hält den Bestand nach eigenen Angaben durch gezielte Besatzmassnahmen. Wer im Herbst auf Barsch will, sollte diese Schwankung einkalkulieren.
Warum ausgerechnet die Felchen dominieren
Die Felche ist laut Fischerverein der einzige forellenartige Fisch, der im Pfäffikersee weit verbreitet ist. Natürlich fortpflanzen kann sie sich hier nicht. Der Limnologe Dieter Imboden schreibt, die Eutrophierung verhindere die natürliche Fortpflanzung, und die Felchen könnten sich «nur halten, weil der Mensch jedes Jahr Jungfische in den See einsetzt» (Journal21, 2022).
Zwischen 1992 und 2011 wurde der See künstlich mit Druckluft belüftet, um das sommerliche Sauerstoffdefizit auszugleichen. Auch heute ist das ökologische Ziel nicht stabil erreicht: Das AWEL nennt als Handlungsbedarf die «Stabilisierung der Phosphorkonzentration unter 0.025 mg Ptot/l» (AWEL Kanton Zürich, 2022). Wenn Felchen 78 Prozent des Fangs ausmachen, lohnt sich ein Blick darauf, wie du gezielt auf Felchen fischst.
Noch ein Punkt, den mehrere Seiten falsch wiedergeben: Der Wels gilt im Pfäffikersee vielerorts als verschwunden. Die Fangstatistik desselben Sees zeigt das Gegenteil. 2021 wurden elf Welse verzeichnet, 2022 drei und 2023 dreizehn Stück mit zusammen 46 kg. Der Wels ist da.
Gefischt wird laut Fischerverein «vor allem von den Uferstegen aus auf karpfenartige Fische sowie vom Boot aus auf Hechte und Felchen». Wer den Artenvergleich mit dem grossen Nachbarn sucht, findet ihn in der Übersicht dazu, welche Fische im Zürichsee leben.
Darfst du am Pfäffikersee nachts fischen?
Ja, am Pfäffikersee besteht keine zeitliche Beschränkung. Das steht in beiden amtlichen Merkblättern. Das Merkblatt Fanglimiten formuliert es für Greifensee und Pfäffikersee in einem Satz: «Es besteht keine Zeitbeschränkung» (Kanton Zürich, 2026).
Das Merkblatt Freiangelfischerei bestätigt das aus der anderen Richtung: «Im Zürichsee darf die Freiangelfischerei nur von 04.00 bis 23.00 Uhr während der Sommerzeit und von 05.00 bis 22.00 Uhr während der Winterzeit ausgeübt werden. In den übrigen Gewässern gilt keine zeitliche Beschränkung.»
Am Pfäffikersee gilt keine zeitliche Beschränkung, Nachtfischen ist erlaubt. Am Zürichsee darfst du dagegen im Sommer nur von 04.00 bis 23.00 Uhr und im Winter von 05.00 bis 22.00 Uhr fischen. Zelten und Lagern sind am Pfäffikersee in den Schutzzonen allerdings verboten, eine Nachtsession bleibt deshalb eine Sache ohne Bivvy.
Diese Einschränkung stammt aus der Verordnung zum Schutze des Pfäffikersees vom 27. Mai 1999. In den Schutzzonen, und dazu gehören die Seeufer, sind unter anderem Lagern, Zelten und Campieren untersagt. Ein Karpfenansitz über Nacht mit Zelt und Liege ist hier also nicht möglich. Wie das Freiangelrecht am grossen Nachbarsee mit seinem festen Zeitfenster ausgestaltet ist, steht im Artikel zum Fischen am Zürichsee.
Vom Boot aus fischen: rudern statt schleppen
Bootsfischen am Pfäffikersee heisst rudern. Motorboote sind auf dem See grundsätzlich verboten, erlaubt sind Segel- und Ruderboote. Laut dem Zürcher Oberländer sind genau vier Motorboote bewilligt: das Kursschiff «Hecht», dessen grösseres Schwesterschiff «Tödi», das Boot des Seerettungsdienstes und dasjenige eines saisonalen Berufsfischers (Zürcher Oberländer, 2026).
Für die Bootsfischerei brauchst Du in jedem Fall ein Patent. Zwei Wege führen dorthin: das Tagespatent Einzelsee für CHF 30, das Ufer und Boot abdeckt und keinen SaNa verlangt, oder ein Jahrespatent plus Zusatz Boot für CHF 160. Bis zum vollendeten 14. Altersjahr ist die Bootsfischerei nur in Begleitung einer mindestens 18-jährigen, fischereiberechtigten Person erlaubt.
Vom stehenden Boot dürfen laut § 17 pro Person höchstens drei Ruten oder Handschnüre verwendet werden. Beim Schleppen sind es nach § 18 höchstens sechs Köder pro Person.
Kein eigenes Boot? Der Fischerverein Pfäffikersee stellt laut eigener Website ein Sommer- und ein Winterboot zur Verfügung, die Reservation läuft über ein Formular auf der Vereinsseite. Ob dafür eine Mitgliedschaft nötig ist, geht aus der Seite nicht hervor. Frag am besten direkt beim Verein nach. Am Pfäffiker Seequai gibt es ausserdem eine Bootsvermietung.
Beim Ein- und Auswassern gelten klare Regeln: nur an offiziellen Stellen, neue Tafeln waren laut Naturzentrum für den Sommer 2026 angekündigt (Stand 16. Juni 2026), und Boote vor dem Einwassern reinigen, damit keine Neozoen eingeschleppt werden (Naturzentrum Pfäffikersee, 2026). Anlanden ausserhalb der bestehenden Anlagestellen ist verboten, und an den Fischerstegen darfst Du ebenfalls nicht anlegen.
Was müssen Angler beim Naturschutz am Pfäffikersee beachten?
Auf dem Wasser gelten drei Zonenregime, alle mit gelben Bojen markiert: ganzjährig gesperrte Seeschutzzonen, Zonen ohne Befahren im Winterhalbjahr vom 20. November bis 31. März und Zonen, die im Sommerhalbjahr vom 1. April bis 15. August weder befahren noch durchschwommen werden dürfen (Kanton Zürich, 2026).
Ganzjährige Seeschutzzonen, im Plan rot dargestellt.
Zonen, die im Winterhalbjahr vom 20. November bis 31. März nicht befahren werden dürfen, gelb dargestellt.
Zonen, die im Sommerhalbjahr vom 1. April bis 15. August weder befahren noch durchschwommen werden dürfen, orange dargestellt.
Dahinter steht ein Schutzgebiet von nationalem Rang. Der Pfäffikersee ist ein Wasser- und Zugvogelreservat, die angrenzenden Riedwiesen sind Flach- und Hochmoore von nationaler Bedeutung. Rechtsgrundlage ist die Verordnung zum Schutz des Pfäffikerseegebietes vom 27. Mai 1999, die für die Gemeinden Fehraltorf, Pfäffikon, Seegräben und Wetzikon gilt.
Unabhängig von diesen Zonen gilt auf dem ganzen See immer ein Mindestabstand von 25 Metern zur Ufervegetation, also zum Schilfgürtel und zum Schwimmblattbereich. Das betrifft Schwimmer genauso wie Ruderboote, Gummiboote, Kanus und Stehpaddler.
An Land bleibst Du auf den offiziellen Wegen. Geschlossene Uferpflanzenbestände darfst Du zum Fischen nicht betreten, was uns zurück zu den Stegen bringt. Lagern, Zelten und Campieren sind in den Schutzzonen untersagt, Anlanden ausserhalb der Anlagestellen ebenfalls.
Eine Einordnung gehört dazu: Diese Zonen sind schifffahrts- und naturschutzrechtlich definiert, nicht fischereirechtlich. Ausgewiesene fischereiliche Schongebiete, wie sie der Zürichsee kennt, sind für den Pfäffikersee nicht publiziert.
Der Pfäffikersee in Zahlen: Tiefe, Fläche und Zuflüsse
Der Pfäffikersee ist 35.0 Meter tief und 3.03 km² gross. Alle Werte stammen aus dem Seebericht des AWEL, also vom Kanton selbst (AWEL Kanton Zürich, 2022).
Kennzahl | Wert
Höhenlage | 537 m ü. M.
Seeoberfläche | 3.03 km²
Maximale Tiefe | 35.0 m
Mittlere Tiefe | 18.8 m
Seevolumen | 57.1 Mio. m³
Aufenthaltszeit des Wassers | rund 770 Tage
Einzugsgebiet | 30.9 km²
Hauptzufluss ist der Kemptnerbach, der Abfluss heisst Aabach oder Ustermer Aa. Anliegergemeinden sind Pfäffikon ZH, Seegräben und Wetzikon, die Schutzverordnung erfasst zusätzlich Fehraltorf. Der Fischerverein beschreibt den See als flachen, von Gletschern geformten Voralpensee mit meist flach verlaufenden Uferzonen und Seerosen in den Buchten.
Für Einsteiger aus der Region ist die Geografie praktisch: Der Aabach fliesst nach Uster, und dort führen wir unsere SaNa-Kurse durch. Vom Pfäffiker Seequai bis zum Kursort sind es wenige Kilometer.
Häufig gestellte Fragen
Wo kann man am Pfäffikersee fischen?
Praktisch überall dort, wo einer der zwölf öffentlich zugänglichen Fischerstege durch den Schilfgürtel ans Wasser führt. Vier davon liegen keine fünf Gehminuten vom Pfäffiker Seequai entfernt, zwei westlich beim Zugangsweg von der Usterstrasse und zwei süd-östlich beim Tennisplatz am Stogelenweg. Der Schilfgürtel selbst darf zum Fischen nicht betreten werden.
Darf man am Pfäffikersee ohne Patent fischen?
Ja, unter dem Freiangelrecht. Erlaubt sind eine Rute vom trockenen Ufer, ein einziger Köder und ein Einfachhaken ohne Widerhaken, dazu natürliche Köder, Lebensmittel und künstliche Fliegen bis Hakengrösse 8. Für das Angeln am Pfäffikersee gelten Schonzeiten, Mindestmasse und Tagesfangzahlen trotzdem, ebenso die Tierschutzvorschriften. Eine Altersgrenze gibt es nicht.
Darf man am Pfäffikersee nachts fischen?
Ja, das Merkblatt des Kantons vom Januar 2026 hält für Greifensee und Pfäffikersee fest: «Es besteht keine Zeitbeschränkung.» Am Zürichsee ist das anders, dort gilt im Sommer ein Fenster von 04.00 bis 23.00 Uhr. Zelten und Lagern am Ufer bleiben am Pfäffikersee in den Schutzzonen verboten.
Wie tief ist der Pfäffikersee?
Maximal 35.0 Meter, im Mittel 18.8 Meter, bei einer Fläche von 3.03 km² auf 537 m ü. M. Das Seevolumen beträgt 57.1 Millionen Kubikmeter. Diese Werte stammen vom AWEL des Kantons Zürich. Die im Netz verbreitete Angabe von 36 Metern ist kein amtlicher Messwert.
Welcher Fisch beisst am Pfäffikersee am häufigsten?
Die Felche, und zwar mit grossem Abstand vor allen anderen Arten im Pfäffikersee. 2023 machten Felchen 12'524 von insgesamt 16'066 gefangenen Fischen aus, also rund 78 Prozent des Gesamtfangs von 9'047 Kilogramm. Danach folgen Egli mit 2'311 Stück und Brachsmen mit 252 Stück. Hechte standen 182 Mal im Fangbuch.
Fazit
Beim Pfäffikersee fischen entscheidet nicht die Ausrüstung über deinen Erfolg, sondern der Zugang. Ohne Patent darfst Du mit einer Rute vom trockenen Ufer fischen, und weil das Betreten des Schilfgürtels verboten ist, führt dein Weg über einen der zwölf Fischerstege. Sobald eine zweite Rute, ein Kunstköder oder ein Boot ins Spiel kommt, brauchst du ein Patent: CHF 30 für den Tag, CHF 100 fürs Jahr am Ufer.
Halte Dich an die Werte vom Januar 2026, nicht an Zahlen aus alten Foren: Forelle 40 cm, Felchen 25 cm, Hecht 45 cm, Zander 40 cm.
Wenn Du regelmässig fischen willst, brauchst Du den SaNa-Ausweis. Bei uns machst Du ihn an einem Tag in Uster oder Bülach, mit Erfolgsgarantie. Danach steht Dir nicht nur der Pfäffikersee offen, sondern jedes Patentgewässer im Kanton.





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