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Grundangeln: Montage, Köder und Technik für Seen und Flüsse

  • Autorenbild: Christoph Bachmann
    Christoph Bachmann
  • vor 5 Tagen
  • 10 Min. Lesezeit

Grundangeln gehört zu den ältesten und vielseitigsten Angelmethoden überhaupt. Der Köder liegt direkt am Gewässergrund, genau dort, wo Karpfen, Schleie, Barben und Brassen ihre Nahrung suchen. In der Schweiz mit ihren über 61'000 km Fliessgewässern (EDA, 2024) bieten sich unzählige Möglichkeiten für diese Methode. Ob Du am Rhein auf Barben ansitzt, am Bodensee Karpfen nachstellst oder an der Aare Brassen fängst: Mit der richtigen Grundangel-Montage und den passenden Ködern holst Du das Beste aus jedem Angeltag heraus. Dieser Leitfaden zeigt Dir Schritt für Schritt, wie Du die vier wichtigsten Montagen baust und welche Technik an welchem Gewässer funktioniert. Falls Du noch unsicher bist, welche Art zu fischen am besten zu Dir passt, hilft dir ein Vergleich der gängigen Methoden.


«Grundangeln ist die einfachste Methode, um Bodenfische wie Karpfen, Schleie und Barben zu fangen. Die Laufbleimontage eignet sich am besten für Einsteiger: Durchlaufblei auffädeln, Gummiperle, Karabinerwirbel, Vorfach einhängen. In der Schweiz mit 61'000 km Fliessgewässern (EDA, 2024) findest Du überall passende Stellen.»


Was ist Grundangeln und warum funktioniert es so gut?

Beim Grundangeln liegt der Köder beschwert durch ein Bleigewicht direkt auf dem Gewässerboden. Das funktioniert deshalb so effektiv, weil viele Fischarten ein unterständiges Maul besitzen und ihre Nahrung primär am Grund aufnehmen. Karpfen, Schleien, Barben, Brassen aber auch Welse gehören zu diesen typischen Grundfischen.


Das Prinzip ist simpel. Ein Bleigewicht hält den Köder am Grund, ein Vorfach mit Haken präsentiert den Köder natürlich, und die Rutenspitze oder ein Bissanzeiger signalisiert den Biss. Im Vergleich zum Posenangeln, bei dem der Köder schwebend angeboten wird, erreichst Du beim Grundangeln gezielt die Fresszone bodenorientierter Arten.


Der grosse Vorteil: Du brauchst wenig Ausrüstung und die Technik ist schnell erlernt. Trotzdem fängst Du damit vom kleinen Rotauge bis zum kapitalen Karpfen ein breites Spektrum an Fischen. Besonders für Schweizer Gewässer mit ihrer Vielfalt an Seen und Flüssen ist Grundangeln eine der produktivsten Methoden.


Welche Grundangel-Montagen gibt es?

Es gibt vier bewährte Grundangel-Montagen, die sich je nach Zielfisch und Gewässertyp unterscheiden. Die Laufbleimontage gilt laut mehreren Fachquellen als die vielseitigste Variante (Blinker, 2024). Jede Montage hat ihre Stärken, und oft entscheidet die Wahl der richtigen Montage über Erfolg oder Misserfolg.


Laufbleimontage: Der Allrounder für Einsteiger

Die Laufbleimontage ist die einfachste und zugleich effektivste Grundangel-Montage. Das Blei gleitet frei auf der Hauptschnur, sodass der Fisch beim Biss keinen Widerstand spürt. Dadurch schöpft er keinen Verdacht und nimmt den Köder sicher auf.


So baust Du die Montage Schritt für Schritt:

  • Durchlaufblei auf die Hauptschnur fädeln

  • Gummiperle als Knotenschutz auffädeln

  • Karabinerwirbel an die Hauptschnur knüpfen (er stoppt Blei und Perle)

  • Vorfach (30-50 cm) mit Haken in den Karabiner einhängen


Für die Knoten am Wirbel eignet sich der Clinch-Knoten hervorragend. Eine Anleitung dazu findest Du im Beitrag über die wichtigsten Angelknoten.


Diese Montage funktioniert sowohl im See als auch im Fluss. Wenn du kein Laufblei nehmen möchtest, gibt es eine gute Alternative mit dem gleichen Effekt: der Anti Tangle Boom.


Festbleimontage: Selbsthakmontage für Karpfen

Bei der Festbleimontage ist das Blei fest an der Hauptschnur fixiert. Nimmt ein Fisch den Köder auf und zieht davon, hakt er sich durch das Gewicht des Bleis praktisch selbst. Deshalb wird diese Montage auch Selbsthakmontage genannt.


Das Bleigewicht liegt typischerweise zwischen 60 und 180 g. In Kombination mit einem Haar-Rig, bei dem der Köder nicht direkt auf dem Haken sitzt, sondern an einem kurzen Haar baumelt, ist diese Montage die erste Wahl beim gezielten Karpfenangeln.


Wann lohnt sich die Festbleimontage? Primär dann, wenn Du auf Karpfen ansitzt und die Ruten nicht ständig im Blick hast. Der Selbsthakeffekt sorgt dafür, dass Du keinen Biss verpasst.


Feedermontage: Locken und Fangen in einem

Die Feedermontage (Futterkorb-Montage) kombiniert Köderangebot und Anfütterung. Der Futterkorb liegt direkt neben dem Haken am Grund und gibt kontinuierlich Lockfutter ab. So entsteht ein Futterplatz, der Fische anlockt und direkt in Hakennähe bringt.


Im Stillwasser reichen Futterkörbe mit 10-40 g (Simfisch, 2024). In der Strömung brauchst Du schwerere Modelle. Die Montage funktioniert als Durchlaufsystem: Futterkorb auf die Hauptschnur fädeln, Perle, Wirbel und dann das Vorfach.


Die Feedermontage ist besonders für Brassen, Rotaugen und Schleien geeignet. Beachte aber: Anfüttern ist in vielen Schweizer Kantonen eingeschränkt oder verboten. Im Kanton Zürich werden kleine Mengen im Futterkorb teilweise toleriert. Erkundige Dich vor dem Einsatz bei den zuständigen Pächtern oder bei der kantonalen Fachstelle.


Paternostermontage: Köder über dem Grund

Die Paternostermontage unterscheidet sich grundlegend von den anderen Varianten. Hier sitzt das Blei ganz am Ende der Schnur, während die Haken an kurzen Seitenarmen befestigt sind. Diese Seitenarme sind typischerweise 10-15 cm lang.


Der Vorteil? Der Köder schwebt leicht über dem Grund und bewegt sich in der Strömung verführerisch. Besonders in Flüssen funktioniert das gut, weil Maden oder Würmer am Seitenarm natürlich im Wasser tänzeln. Du kannst mehrere Seitenarme montieren und so verschiedene Köder gleichzeitig anbieten.


Allerdings neigt die Montage eher zu Verwicklungen als die Laufbleivariante. Für den Einstieg empfehle ich daher die Laufbleimontage.


Welche Köder eignen sich am besten zum Grundangeln?

Der Tauwurm gilt als universellster Köder beim Grundangeln und fängt fast alle bodenorientierten Fischarten (Blinker, 2024). Aber je nach Zielfisch lohnt es sich, den Köder gezielt auszuwählen.


Tauwurm und Mistwurm

Würmer sind der Klassiker. Ein dicker Tauwurm auf dem Haken lockt Schleien, Barsche und Brassen gleichermassen. Mistwürmer sind kleiner, dafür lebhafter. Beide Varianten verströmen natürliche Duftstoffe, die Fische über grössere Distanzen anziehen.


Am besten präsentierst Du den Wurm so, dass ein Ende vom Haken baumelt. Das erhöht die Bewegung und macht den Köder auffälliger.


Dosenmais

Süss, gelb und auffällig: Dosenmais ist ein hervorragender Köder für Karpfen und Brasse. Ein bis drei Körner auf dem Haken reichen. Mais hält gut am Haken und ist günstig in der Anschaffung.


Maden

Maden eignen sich besonders für Rotaugen und kleinere Friedfische. Einzeln aufgezogen oder als Bündel von zwei bis drei Stück sind sie aktiv und gut sichtbar. Ihre Bewegung am Haken wirkt auf viele Fische unwiderstehlich.


Kombinations-Köder: Mehr Reiz am Haken

Warum nur einen Köder verwenden, wenn Du kombinieren kannst? Ein Maiskorn mit zwei Maden oder ein Wurmstück mit zwei Maden ergibt eine bewährte Brassen-Kombination (Blinker, 2024). Der Mix aus Farbe, Geruch und Bewegung spricht verschiedene Sinne der Fische an.


Für Schweizer Karpfen empfiehlt sich generell der Einsatz von Naturködern. Weniger als 1 % der Karpfen in Schweizer Gewässern sind auf Boilies konditioniert. Mais, Würmer und Brot fangen hier deutlich besser als im benachbarten Deutschland, wo an stark beangelten Gewässern Boilies dominieren.


Welche Ausrüstung brauche ich zum Grundangeln?

Für den Einstieg ins Grundangeln reicht eine Rute mit 3,00-3,60 m Länge und einem Wurfgewicht von 60-80 g . Diese Kombination deckt die meisten Situationen an Schweizer Seen und Flüssen ab.


Rute

Eine Grundrute mit Spitzenaktion zeigt Bisse besonders deutlich an. Die Länge von 3,00-3,60 m ermöglicht ausreichend weite Würfe, ohne dass die Rute unhandlich wird. Am Bodensee oder an breiteren Flussabschnitten kann eine etwas längere Rute von Vorteil sein.


Rolle

Eine Stationärrolle der Grösse 3000-5000 passt ideal zur Grundrute. Sie bietet genug Schnurfassung für weite Würfe und ausreichend Bremskraft für grössere Fische. Eine sauber einstellbare Bremse ist wichtig, damit ein Karpfen beim Biss kontrolliert Schnur nehmen kann.


Schnur

Monofile Schnur mit etwa 0,30 mm Durchmesser und rund 8 kg Tragkraft ist die Standardempfehlung für Einsteiger. Sie verzeiht Fehler beim Drill, hat eine gewisse Dehnung als Puffer und ist unkompliziert in der Handhabung.


Geflochtene Schnur überträgt Bisse zwar direkter, verzeiht aber weniger. Für den Anfang bist Du mit Mono besser beraten!


Wie wähle ich das richtige Bleigewicht?

Im Stillwasser reichen 20-50 g Blei, in langsam fliessenden Gewässern 50-80 g und in starker Strömung wie am Rhein 60-200 g (Blinker, 2024). Die richtige Wahl hängt primär von der Strömung ab.


Bleiform je nach Situation

Sargbleie eignen sich gut für Strömung, weil ihre flache Form am Grund liegen bleibt. Birnenbleie rollen dagegen leicht und eignen sich eher für ruhigeres Wasser. Durchlaufbleie mit zentraler Bohrung sind Standard für die Laufbleimontage.


Wie findest Du das richtige Gewicht? Starte mit einem leichten Blei und erhöhe schrittweise, bis die Montage am Grund liegen bleibt. In einem Fluss merkst Du den richtigen Punkt sofort: Die Rutenspitze hört auf zu zucken, sobald das Blei nicht mehr verdriftet.


An Schweizer Flüssen wie der Aare oder dem Rhein brauchst du oft die schwereren Gewichte (100-200 g). Die Strömung ist stellenweise kräftig, besonders nach Regenfällen oder zur Schneeschmelze im Frühling.


Wie erkenne ich einen Biss beim Grundangeln?

Die einfachste Methode der Bissanzeige ist die Beobachtung der Rutenspitze. Bei einem Biss zittert, zuckt oder biegt sich die Spitze deutlich. Diese Methode funktioniert tagsüber zuverlässig und kostet nichts.


Aalglocke und Knicklicht

Sobald die Dämmerung einsetzt, wird die Rutenspitze schwer erkennbar. Klassische Hilfsmittel sind die Aalglocke (ein kleines Glöckchen an der Rutenspitze) und Knicklichter. Die Aalglocke klingelt bei jedem Zupfer, das Knicklicht leuchtet in der Dunkelheit und zeigt Bewegungen optisch an. Gerade wenn Du mit mehreren Ruten in der Dunkelheit angelst, ist das Knicklicht zu empfehlen.


Elektronische Bissanzeiger

Für Ansitze über mehrere Stunden oder bei Nacht sind elektronische Bissanzeiger eine sinnvolle Investition. Sie reagieren mit Signalton und Blinklicht auf Schnurbewegung und bieten einstellbare Lautstärke, Tonhöhe und Sensitivität. Viele Modelle erkennen auch Fallbisse, bei denen der Fisch auf die Rute zuschwimmt und die Schnur entspannt.


Brauchst Du als Einsteiger sofort einen elektronischen Bissanzeiger? Nein. Die Rutenspitze und eine Aalglocke reichen am Anfang vollkommen. Wer das Grundangeln aber regelmässig betreibt, wird die Elektronik schnell schätzen lernen.


Was ist der Unterschied zwischen Grundangeln im See und im Fluss?

Im See bestimmen Tiefe und Bodenstruktur den Erfolg, während im Fluss die Strömung die entscheidende Variable ist. Beide Gewässertypen erfordern leicht unterschiedliche Herangehensweisen.


Grundangeln im See

Stillwasser bietet den Vorteil, dass leichtere Bleie ausreichen und die Montage an Ort und Stelle bleibt. Dafür musst du die Fische aktiver suchen. Achte auf Strukturen am Grund: Kanten, Krautfelder, Sandbänke und Einläufe sind Hotspots.


Anfüttern spielt im See eine grössere Rolle als im Fluss, weil du die Fische an Deinen Platz locken musst. Grössere Wurfweiten sind oft nötig, da Fische im See nicht automatisch an Deine Uferkante kommen.


Grundangeln im Fluss

Im Fluss suchen Fische natürlicherweise strömungsberuhigte Bereiche auf: hinter Buhnen, an Einläufen, in Gumpen und Aussenkurven. Genau dort solltest Du deine Montage platzieren.


Schwerere Bleie sind Pflicht, damit die Montage nicht verdriftet. Sargbleie halten besser als runde Formen. Die Strömung bringt allerdings auch Vorteile: Sie transportiert den Ködergeruch flussabwärts und lockt Fische aktiv an Deinen Platz.


Hast Du schon einmal versucht, im Winter zu angeln? In der kalten Jahreszeit ziehen sich viele Fische in tiefere, strömungsärmere Bereiche zurück. Tipps dazu findest Du im Beitrag zum Fischen im Winter in der Schweiz.


Welche Fische fängst Du beim Grundangeln?

Grundangeln richtet sich primär an Fischarten mit unterständigem Maul, die ihre Nahrung am Gewässerboden aufnehmen. Aber auch Raubfische wie der Barsch beissen regelmässig auf Grundmontagen.


Karpfen sind wohl der beliebteste Zielfisch. Sie lieben Mais, Teig und Würmer. Mit der Festbleimontage und Haar-Rig angelst Du gezielt auf Karpfen.


Schleien stehen oft im Flachwasser über schlammigem Grund. Tauwürmer und Maden sind die besten Köder. Schleien beissen oft sehr vorsichtig, deshalb ist eine sensible Bissanzeige wichtig.


Barben gehören zu den typischen Flussfischen und reagieren auf Käse, Teig und Würmer. In der Aare und im Rhein sind sie weit verbreitet. Wann Barben und andere Fische besonders aktiv beissen, zeigt der Überblick zu den Beisszeiten der Fische in den Jahreszeiten.


Brassen lassen sich besonders gut mit der Feedermontage befischen. Mais-Maden-Kombinationen sind ihr Schwachpunkt.


Rotaugen beissen auf Maden und kleine Wurmstücke. Sie kommen in fast allen Schweizer Gewässern vor.


Grundangeln in der Schweiz: Gewässer und Vorschriften

Die Schweiz verfügt über 61'000 km Fliessgewässer (EDA, 2024) und zahlreiche Seen, die hervorragende Grundangel-Möglichkeiten bieten. Die Regulierung unterscheidet sich jedoch von Kanton zu Kanton.


Beliebte Gewässer

Die Aare, besonders rund um Interlaken und im Mittelland, gehört zu den besten Grundangel-Gewässern der Schweiz (Reisenexclusiv, 2024). Barben, Brassen und Aale fühlen sich hier wohl.


Am Rhein kannst Du auf Barben, Welse und Karpfen ansitzen. Die starke Strömung erfordert schwere Bleie (60-200 g), belohnt Dich aber mit guten Fängen.


Der Bodensee (insbesondere der Untersee) bietet Möglichkeiten auf Karpfen und Zander. Hier lohnen sich grössere Wurfweiten und geduldige Ansitze.


Nachtfischen nach Kanton

Nachtfischen ist beim Grundangeln besonders auf Welse relevant. Die Regeln variieren stark:


  • Kanton Zürich: Nachtfischen grundsätzlich erlaubt. Ausnahme: Zürichsee, dort im Sommer zwischen 23 und 4 Uhr verboten - im Winter zwischen 22 und 5 Uhr morgens.

  • Kanton Bern: Verboten im Sommer zwischen 0 und 5 Uhr. Ausnahme: Aare vom Bielersee bis Murgenthal, dort durchgehend erlaubt (Petri-Heil, 2024)

  • Kanton Aargau: Am Rhein grundsätzlich erlaubt, aber Pächter können lokal strengere Regeln festlegen (Petri-Heil, 2024)


Prüfe immer die aktuellen Bestimmungen deines Kantons. Die Regelungen können sich jährlich ändern. Informationen zum Freiangelrecht in der Schweiz helfen Dir bei der Orientierung.


Wann ist die beste Saison zum Grundangeln?

Die Beissaktivität variiert stark mit der Jahreszeit. Im Frühling werden Schleien und Brassen als erste Grundfische aktiv, sobald sich das Wasser erwärmt. Das ist auch die Zeit, in der das Grundangeln nach der Winterpause wieder richtig Spass macht.


Frühling

Schleien und Brassen ziehen ab April in die Flachwasserzonen, wo sich das Wasser schneller erwärmt. Leichte Montagen und kleine Köder sind jetzt die richtige Wahl, weil die Fische nach dem Winter noch zurückhaltend fressen.


Sommer

Die produktivste Zeit. Welse beissen besonders in der Nacht, Karpfen sind den ganzen Tag aktiv, und Barben zeigen sich in der Strömung. Sommerabende an der Aare oder am Rhein mit einer Laufbleimontage und Tauwurm gehören zu den besten Angelerlebnissen überhaupt.


Herbst

Karpfen sind im Herbst in Hochform. Sie fressen sich Reserven für den Winter an und nehmen Köder besonders aggressiv. Grössere Köderportionen und geduldiges Ansitzen bringen jetzt die besten Fische. Wer die Beisszeiten der Fische in den Jahreszeiten kennt, plant seine Ansitze effizienter.


Winter

Die Aktivität nimmt ab, aber Grundangeln funktioniert trotzdem. Fische ziehen sich in tiefere, strömungsärmere Bereiche zurück. Dort findest Du sie konzentriert auf kleinem Raum. Kleine Köder, feine Vorfächer und viel Geduld sind gefragt. Weitere Details zum Fischen im Winter in der Schweiz findest Du im separaten Beitrag.


Häufig gestellte Fragen

Welche Grundangel-Montage eignet sich am besten für Anfänger?

Die Laufbleimontage ist die beste Wahl für Einsteiger. Durchlaufblei auffädeln, Gummiperle drauf, Karabinerwirbel knüpfen und Vorfach mit Haken einhängen. Der Fisch spürt beim Biss keinen Widerstand, was die Bissausbeute erhöht. Mit dieser Montage fängst Du an Seen und Flüssen gleichermassen.


Wie schwer muss das Blei im Fluss sein?

Das Bleigewicht richtet sich nach der Strömungsstärke. In langsam fliessenden Gewässern reichen 50-80 g, in starker Strömung wie am Rhein brauchst du 60-200 g (Blinker, 2024). Flache Sargbleie halten in der Strömung besser als runde Formen. Starte leicht und erhöhe, bis die Montage liegen bleibt.


Darf ich in der Schweiz nachts grundangeln?

Das hängt vom Kanton ab. Im Kanton Zürich ist Nachtfischen grundsätzlich erlaubt, mit Ausnahme des Zürichsees im Sommer (23-4 Uhr verboten). Im Kanton Bern gilt im Sommer ein Verbot von 0-5 Uhr, ausser an Teilen der Aare (Petri-Heil, 2024). Prüfe immer die kantonalen Bestimmungen.


Welcher Köder fängt die meisten Fische?

Der Tauwurm ist der vielseitigste Köder beim Grundangeln und fängt fast alle Bodenarten. Für gezielteres Angeln: Dosenmais für Karpfen und Brassen, Maden für Rotaugen, Wurm für Aale und Schleien. Kombinationen wie ein Maiskorn mit zwei Maden sind besonders fängig für Brassen.


Brauche ich einen Bissanzeiger?

Nicht unbedingt. Tagsüber reicht es, die Rutenspitze zu beobachten. In der Dämmerung helfen Aalglocke oder Knicklicht. Elektronische Bissanzeiger lohnen sich erst, wenn Du regelmässig lange Ansitze machst oder nachts angelst. Für den Einstieg brauchst Du keinen.


Fazit

Grundangeln ist eine der effektivsten und zugänglichsten Angelmethoden für Schweizer Gewässer. Mit der Laufbleimontage als Basis, einem Tauwurm am Haken und etwas Geduld fängst Du an fast jedem See und Fluss. Die vier vorgestellten Montagen decken praktisch alle Situationen ab, von der einfachen Laufbleimontage für Einsteiger bis zur spezialisierten Festbleimontage für Karpfen.


Vergiss nicht: In der Schweiz brauchst Du den SaNa-Ausweis, wenn Du regelmässig vorhast ans Wasser zu gehen. Auch die kantonalen Vorschriften zum Nachtfischen und Anfüttern solltest Du vor dem Angeltag klären. Mit der richtigen Vorbereitung steht Deinem nächsten Grundangel-Ansitz aber nichts mehr im Weg.


Falls Du noch andere Techniken kennenlernen möchtest, wirf einen Blick auf unsere Beiträge zum Spinnfischen oder zum Dropshot-Angeln.


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