Angelkurs Schweiz: Schnupperkurs, SaNa-Kurs oder Praxiskurs
- Christoph Bachmann

- 21. Juli
- 11 Min. Lesezeit
Seit dem 1. Januar 2009 gilt schweizweit derselbe Grundsatz: «Wer eine Berechtigung zum Fang von Fischen oder Krebsen erwerben will, muss nachweisen, dass er oder sie ausreichende Kenntnisse über Fische und Krebse und die tierschutzgerechte Ausübung der Fischerei hat.» So steht es in Art. 5a der Verordnung zum Bundesgesetz über die Fischerei (VBGF Art. 5a, 2018). Aus diesem einen Satz sind drei sehr verschiedene Kursformate gewachsen, die im Netz ständig durcheinandergeraten: Schnupperkurs, SaNa-Kurs und Praxiskurs. Wer nach «angelkurs schweiz» oder «fischerkurs» sucht, landet fast immer sofort in einer Buchungsliste, ohne je erfahren zu haben, welches Format überhaupt zum eigenen Vorhaben passt. Wer einen Angelkurs in der Schweiz sucht, sucht je nach Ziel etwas völlig anderes. Dieser Vergleich stellt die drei nebeneinander: Dauer, Kosten, Voraussetzungen und das, was danach erlaubt ist.
Ein Schnupperkurs dauert rund drei Stunden, kostet bei der Angelpunkt GmbH CHF 120.- und führt zu keinem Ausweis. Der SaNa-Kurs dauert real 5 bis 8 Stunden, endet mit einer elektronischen Erfolgskontrolle und ist der einzige Weg zum Sachkundeausweis in der Schweiz. Der Praxiskurs für Anfänger ermöglicht auf zwei Tage verteilt, erste Erfahrungen mit Fischen und Filetieren, mit oder ohne SaNa-Ausweis.
SaNa-Kurs, Schnupperkurs oder Praxiskurs: das ist der Unterschied
Nur der SaNa-Kurs endet mit einem amtlich anerkannten Ausweis. Schnupperkurs und Praxiskurs bringen Dich ans Wasser, an die Rute und an den ersten Fisch, aber sie erzeugen keine Berechtigung.
Kriterium | Schnupperkurs | SaNa-Kurs (Standardkurs) | Praxis-Kurs
Dauer | rund 3 Stunden (Angelpunkt GmbH) | mindestens 5 Stunden, in der Praxis 5 bis 8 Stunden inklusive Erfolgskontrolle | zweiteilig an einem Freitagabend und dem folgenden Sonntag (Angelpunkt GmbH)
Preis | CHF 120.- für Erwachsene, CHF 90- für Jungfischer | CHF 39 Lehrmittel plus CHF 36.- administrative Gebühr plus CHF 80.- (Angelpunkt GmbH) | CHF 120.- für Erwachsene, CHF 90.- für Jungfischer bis 16 Jahre
Voraussetzung | keine | Kauf und Selbststudium eines zugelassenen Lehrmittels, Lehrmittelcode bei der Anmeldung | kein SaNa nötig, Mindestalter rund 8 Jahre
Was Du danach darfst | keinen Ausweis; das Fischereipatent für eine Person ist im Kurs enthalten | SaNa-Ausweis, die Grundlage für Fischereiberechtigungen ab einem Monat Dauer | keinen Ausweis; praktische Routine an Rute, Köder und Fisch
Für wen geeignet | Ein- und Wiedereinsteiger, Familien, Gruppen bis 4 Personen | alle, die regelmässig mit eigenem Patent fischen wollen | Einsteiger, die nach dem ersten Kontakt mit dem Fischen oder nach dem Erwerb des SaNa-Ausweises Technik aufbauen wollen, maximal 10 Teilnehmende
Ein Begriff sorgt in dieser Aufstellung regelmässig für Verwirrung: «Fischerkurs». Umgangssprachlich meint er meistens den SaNa-Kurs, also die eintägige Schulung mit Prüfung. Wenn Du also einen Fischerkurs für Anfänger suchst und eigentlich nur einmal fischen gehen willst, suchst Du in Wahrheit nach einem Schnupperkurs. Und wer «fischerkurs sana» tippt, sucht das Gegenteil, nämlich den Weg zum Ausweis.
Schnupperkurs, Einsteigerkurs, Anfängerkurs und Schnupperangeln bezeichnen in der Schweiz dasselbe Format: einen begleiteten ersten Angeltag, meist rund drei Stunden lang, ohne Vorkenntnisse, ohne Prüfung und ohne Ausweis. Der SaNa-Kurs ist etwas anderes. Er dauert mindestens fünf Stunden, endet mit einer Erfolgskontrolle und führt als einziges Format zum Sachkundeausweis.
Einen Sachkundenachweis brauchst Du erst ab einer Fischereiberechtigung von einem Monat
Die SaNa-Pflicht hängt nicht am Fischen selbst, sondern an der Dauer der Fischereiberechtigung. Der massgebende Satz steht in der Tierschutzverordnung: «Das Fangen und Töten ist ohne Sachkundenachweis gestattet, wenn im betreffenden Kanton zum Angeln in öffentlichen Gewässern kein Patent oder ein Kurzpatent bis zu einem Monat Dauer erforderlich ist» (Tierschutzverordnung Art. 97 Abs. 3, 2025). Diese Fassung gilt seit dem 1. Februar 2025.
Damit ist die Systematik klar: Art. 5a VBGF verlangt den Kenntnisnachweis, in Kraft seit dem 1. Januar 2009. Art. 97 Abs. 3 TSchV nimmt davon jene Fälle aus, in denen ein Kanton gar kein Patent oder nur ein Kurzpatent bis zu einem Monat verlangt. Das Netzwerk Anglerausbildung als Träger der Ausbildung formuliert die praktische Folge so: «Das heisst, dass für den Bezug eines Patents, das mehr als ein Monat gültig ist, zwingend ein SaNa-Ausweis nötig ist» (Netzwerk Anglerausbildung, Fragen und Antworten, 2026).
Wie die Patente ausgegeben werden, regelt jeder Kanton selbst, deshalb sieht die Umsetzung von Kanton zu Kanton anders aus. Im Kanton Zürich hält das Fischereireglement vom 18. Dezember 2025 in § 1 Abs. 1 fest: «Fischereiberechtigungen mit einer Gültigkeitsdauer von mindestens einem Monat dürfen nur an Personen mit einem Sachkundeausweis ausgegeben werden.» Der Nachweis darf physisch oder digital vorgewiesen werden. Andere Kantone gehen weiter, wie der Abschnitt zu den Änderungen 2026 weiter unten zeigt.
Praktisch heisst das: Für einen einzelnen Angeltag, für ein Tagespatent oder für Gewässer mit Freiangelrecht brauchst Du keinen Kurs. Für ein Jahrespatent brauchst Du den SaNa. Genau in dieser Lücke leben Schnupperkurse und Praxiskurse.
Achtung: Es gibt die Tendenz, dass immer mehr Kantone grundsätzlich einen SaNa-Ausweis verlangen, unabhängig davon, ob Du Tagespatente kaufen, oder ob Du ohne Patent unter dem Freiangelrecht fischen möchtest. Informiere Dich dazu also gut im Voraus. Beispiele sind die Kantone Schwyz, Uri oder auch Zug.
Einsteigerkurs, Anfängerkurs, Schnupperkurs: rund drei Stunden, kein Ausweis
Ein Schnupperkurs, oft auch Einsteigerkurs oder Anfängerkurs genannt, ist ein begleiteter erster Angeltag, kein Ausbildungsgang. Er endet ohne Prüfung, ohne Ausweis und ohne Eintrag irgendwo. Was er liefert, ist der Teil, den kein Lehrmittel abbilden kann: Rute in der Hand, Montage am Wasser, ein Blick auf den Fisch, der tatsächlich anbeisst.
Die Angelpunkt GmbH aus Gossau ZH führt einen Schnupperkurs Angeln durch. Er dauert rund drei Stunden und findet am Zürich- oder am Greifensee statt. Erwachsene zahlen CHF 120.-, Jungfischer CHF 90.-. Im Preis enthalten sind das Fischereipatent für eine Person, die komplette Ausrüstung und verschiedene Köder. Gruppen (Familie/Freunde) bis max. vier Personen sind möglich.
Inhaltlich deckt so ein Schnuppertag Angeln bei uns drei Themen ab: die Technik samt Wahl der Ausrüstung, den waidgerechten Umgang mit dem Fisch und die Frage, wo im Kanton Zürich das Freiangelrecht gilt. Was ein seriöser Anbieter nicht verspricht, ist der Fang. Angelpunkt schreibt das explizit auf die Kursseite: Es kann nicht garantiert werden, dass Fische gefangen werden. Wer eine Fangquote garantiert bekommt, sollte misstrauisch werden.
Bleibt die Frage, die in den meisten Kursbeschreibungen offenbleibt: Wird ein Schnupperkurs an den SaNa angerechnet? Nein. Es existiert keine Quelle und keine kantonale Regelung, die eine solche Anrechnung vorsieht. Der Ausweis entsteht ausschliesslich über eines der vier zugelassenen Kursformate mit anschliessender Erfolgskontrolle. Ein Schnupperkurs ist die Entscheidungshilfe davor, nicht die Abkürzung dorthin. Wie so ein Angel-Schnupperkurs konkret abläuft, beschreibt der Beitrag über den Schnupperkurs Angeln als perfekten Einstieg im Detail.
Der SaNa-Kurs ist der einzige Weg zum offiziellen Sachkundeausweis
Den Sachkundenachweis Fischerei gibt es nur beim Netzwerk Anglerausbildung, einem Verein von Bund, Kantonen und dem Schweizerischen Fischerei-Verband. Kein privater Anbieter, kein Verein und keine App kann den Ausweis auf einem anderen Weg ausstellen. Das Netzwerk warnt sogar ausdrücklich vor Lernhilfen aus dem Netz: «Im Internet sind verschiedene Lern-Apps für die SaNa Fischerprüfung aufgeschaltet. Diese Lernhilfen sind nicht offizell anerkannt.»
Die vier zugelassenen Kursarten und ihre Mindestdauern
Zugelassen sind genau vier Formate mit fixen Mindestdauern: der Standard-SaNa-Kurs mit Theorie und Praxis vor Ort ab 5 Stunden, der Online-Theoriekurs ab 3 Stunden und der Praxiskurs vor Ort ab 2 Stunden als Ergänzung zum dreistündigen Theoriekurs (Netzwerk Anglerausbildung, Kursarten, 2026).
In der Realität dominiert der Standardkurs. Er dauert typischerweise 5 bis 8 Stunden inklusive Erfolgskontrolle. Die offizielle Kursliste zeigt, wie unterschiedlich das terminlich aussehen kann: Wettingen AG von 08.30 bis 15.00 Uhr, Muri AG von 09.00 bis 15.30 Uhr, Sulz AG von 09.00 bis rund 17.00 Uhr. In Aarau AG gibt es sogar einen Abendkurs von 15.45 bis 22.00 Uhr für alle, die sich keinen Samstag freischaufeln können.
Inhaltlich geht es um den schonenden Umgang mit Fischen, um Tier- und Umweltschutzvorschriften, um die Grundlagen der Angeltechnik und um die wichtigsten Fischarten. Manche Kurse arbeiten mit Ganzpräparaten sämtlicher Schweizer Fisch-, Krebs- und Grossmuschelarten. Ein Beispiel aus dem Stoff, das im Kurs jeder lernt: Fische über 22 cm müssen zuerst mit einem Schlag auf den Kopf betäubt und unmittelbar danach entblutet oder ausgenommen werden. Bei Fischen unter 22 cm genügt der Kopfschlag oder die Kombination aus Kopfschlag und Genickbruch.
Die verbindliche Kursliste mit allen Terminen und Orten führt das Netzwerk Anglerausbildung selbst und aktualisiert sie laufend. Eine eigene Terminliste an anderer Stelle veraltet zu schnell, um verlässlich zu sein. Welche Kursanbieter im Grossraum Zürich unterwegs sind und wie sich das Angebot dort verteilt, zeigt der Überblick dazu, wo Du im Kanton Zürich fischen lernst.
Der Weg zum SaNa hat genau drei Schritte
Schritt eins ist der Kauf eines zugelassenen Lehrmittels und dessen Selbststudium. Das ist keine Empfehlung, sondern Bedingung: «Der Kauf und das vorgängige Studium eines Lehrmittels ist obligatorisch.» Sechs Lehrmittel sind offiziell zugelassen, darunter das Schweizer Sportfischerbrevet ab der 20. Auflage, das Fischer Brevet eLearning, die Fischerprüfung der IG DNF, das kantonale Lehrmittel des Kantons Uri und eine italienischsprachige Ausgabe.
Schritt zwei ist die Anmeldung. Jedes Lehrmittel enthält einen Code, und ohne ihn geht nichts: «Der Lehrmittelcode muss bei der Kursanmeldung zwingend angegeben werden und kann nur einmal verwendet werden.» Ein gebraucht gekauftes Brevet mit bereits benutztem Code taugt also zum Lernen, aber nicht zur Anmeldung. Familien oder Personen im selben Haushalt müssen die Ausbildungsunterlagen hingegen nur einmal bestellen.
Schritt drei ist der Kursbesuch mit anschliessender Erfolgskontrolle. Wer mit den einzelnen Etappen und ihren Fristen konkret plant, findet die Abfolge kompakt aufbereitet in der Anleitung, wie man in drei Schritten zum SaNa-Ausweis kommt.
Die Erfolgskontrolle: 50 Fragen aus 150, mindestens 40 richtig
Am Kursende steht eine Prüfung mit klaren Zahlen. Aus einem genehmigten Katalog von 150 Fragen werden 50 gestellt, und mindestens 40 davon müssen richtig beantwortet sein. Das entspricht einer Anforderung von 80 Prozent. Die Erfolgskontrolle läuft zwingend elektronisch, ein internetfähiges Gerät ist Pflicht (Netzwerk Anglerausbildung, Erfolgskontrolle, 2026).
Direkt nach bestandener Prüfung kommt der digitale SaNa-Ausweis per E-Mail, die Plastikkarte folgt auf Wunsch per Briefpost. Der digitale Ausweis reicht in allen Kantonen ausser Genf, wo die physische Karte obligatorisch bleibt. Wer sich vorbereiten will: In unserem Blog «SaNa-Kurs Prüfungsfragen – so bist Du bereit für die Erfolgskontrolle» findest Du alle offiziellen Fragen zum Lernen. Das Selbststudium des Lehrmittels wird als Kursvorbereitung ohnehin vorausgesetzt, wer unvorbereitet erscheint, riskiert die Prüfung.
Übrigens akzeptieren laut dem Herausgeber des Schweizer Sportfischerbrevets auch Deutschland und Österreich den SaNa-Ausweis anstelle der dort obligatorischen Sportfischerprüfungen (Schweizer Sportfischerbrevet, 2026). Diese Angabe stammt vom Lehrmittelanbieter und nicht von einer Behörde, für eine Angelreise ins Ausland lohnt sich also die Rückfrage bei der zuständigen Stelle vor Ort.
«Praxiskurs» als Ergänzung zum SaNa-Kurs
Der Praxis-Kurs der Angelpunkt GmbH trägt dem Umstand Rechnung, dass wer einen SaNa-Kurs absolviert hat, noch nicht fischen kann. Der Praxis-Kurs umfasst daher: zweiteilig an einem Freitagabend und dem darauffolgenden Sonntag im Raum Bülach, maximal zehn Teilnehmende, Mindestalter rund acht Jahre, Mittagessen inbegriffen. Neuangler ab 16 Jahren zahlen CHF 120.-, Jungfischer bis 16 Jahre CHF 90.-. Auf dem Programm stehen Wobbler, Spinner und Spoon, Wurftraining sowie das Fischen am Forellenteich mit anschliessendem Filetieren. Ein SaNa ist für die Teilnahme nicht nötig, wie die Beschreibung der Praxis-Kurse zeigt.
Die sinnvolle Reihenfolge für Einsteiger sieht deshalb oft so aus: erst ein Schnuppertag oder Anfängerkurs zum Ausprobieren, dann ein Praxiskurs für die Technik und erweitertes praktischen Know-How. Hat Dich das Fischervirus infiziert und Du möchtest regelmässig angeln, folgt der SaNa-Kurs, damit Du ein Jahrespatent erwerben kannst. Oft wird der Praxis-Kurs auch erst nach dem SaNa-Kurs als Ergänzung absolviert.
Bis zum SaNa-Ausweis zahlst Du bei uns CHF 155.-
Die Kosten des SaNa bestehen aus drei getrennten Posten, die nie zusammen ausgewiesen werden. Deshalb wirkt der Kurs in Ausschreibungen billiger, als er am Ende ist.
Erstens das Lehrmaterial: Das Schweizer Sportfischer Brevet und das Fischer Brevet eLearning kosten je CHF 39. Zweitens die administrative Gebühr von CHF 36.-, die mit der Anmeldung an das Netzwerk Anglerausbildung geht. Drittens die Kursgebühr, die direkt an die Instruktorin oder den Instruktor bezahlt wird. Bei uns zahlst Du für den SaNa-Kurs CHF 80.-.
Gerechnet ergibt das: CHF 39.- Lehrmittel plus CHF 36.- administrative Gebühr plus CHF 80.- Kursgebühr, also insgesamt CHF 155.- bis zum Ausweis. Das ist eine Addition der drei belegten Einzelposten, keine offizielle Gesamtangabe.
Nicht enthalten ist das kantonale Fischereipatent. Es kommt separat dazu, und seine Preise legt jeder Kanton selbst fest. Eine detaillierte Aufschlüsselung sämtlicher Nebenkosten liefert der Beitrag dazu, was ein SaNa-Ausweis insgesamt kostet.
Für den SaNa gibt es keine Alterslimite, empfohlen wird ein Richtwert von 10 Jahren
Eine gesetzliche Altersgrenze für den SaNa-Kurs existiert nicht. Das Netzwerk Anglerausbildung formuliert es so: «Für die Absolvierung von SaNa-Kursen ist keine Alterslimite festgelegt. Die Erfahrung jedoch zeigt, dass es aus verschiedenen Gründen (z.B. Leseverständnis) Sinn macht eine minimale Alterslimite einzuhalten. Angelehnt an die Kantonalen Fischereigesetzgebungen empfehlen wir als Richtwert eine untere Altersgrenze von 10 Jahren (Jahrgang) nicht zu unterschreiten.»
Der Grund ist also kein juristischer, sondern ein sprachlicher: Die Erfolgskontrolle besteht aus 50 Textfragen am Bildschirm. Wer die Fragen nicht sicher liest, scheitert nicht am Fischwissen, sondern an der Formulierung. Kinder besuchen denselben Kurs wie Erwachsene; mehrere Zürcher Kurse sind laut Ausschreibung ausdrücklich auch für Kinder und Jugendliche geeignet. Welches Alter für welche Kursart realistisch ist und was Kinder in einem Angelkurs tatsächlich mitnehmen, behandelt der Artikel dazu, ab welchem Alter ein Angelkurs für Kinder sinnvoll ist.
Was sich 2026 geändert hat und was 2028 kommt
Per 1. Januar 2026 ist die administrative Gebühr von CHF 30.- auf CHF 36.- gestiegen, die erste Erhöhung seit Einführung der SaNa-Ausbildung. Begründet wird sie mit der allgemeinen Teuerung und mit Investitionen in die Ausbildung. Gleichzeitig gelten neue Tarife für Nachträge: Ersatz einer verlorenen Plastikkarte CHF 30.-, Neuausstellung eines QR-SaNa-Ausweises CHF 25.-, Umtausch eines alten Ausweises auf Basis des Sportfischerbrevets CHF 30.-. Der erstmalige Bezug der Plastikkarte ist in der Gebühr enthalten, der Wechsel von der Karte auf den digitalen Ausweis kostet nichts.
Der zweite Punkt ist ein Ausblick: Das Netzwerk plant die Erneuerung der Ausbildungsunterlagen und eine Verlängerung der Ausbildung, voraussichtlich auf Anfang 2028. Wer den SaNa jetzt macht, absolviert also noch die kürzere Fassung. Ob das ein Argument zum Vorziehen ist, muss jeder selbst entscheiden. Ob und wie sich die Neuerung auf bestehende Ausweise auswirkt, ist bisher nicht kommuniziert.
Wann Du gar keinen Kurs brauchst
Zwei Wege führen ganz am SaNa vorbei. Der erste ist das kantonale Kurzpatent: Verlangt ein Kanton für öffentliche Gewässer kein Patent oder nur eines mit maximal einem Monat Laufzeit, ist das Fangen und Töten laut Art. 97 Abs. 3 TSchV ohne Sachkundenachweis erlaubt. Der zweite ist das Freiangelrecht, das einzelne Kantone für bestimmte Gewässer gewähren.
Im Kanton Zürich berechtigt das Freiangelrecht nach § 15 Abs. 1 des Fischereireglements «alle Personen zur Fischereiausübung ohne Patent mit einer einzigen Rute oder Schnur vom trockenen Ufer aus», konkret im Greifensee, Pfäffikersee und Türlersee, für den Zürichsee gilt eine entsprechende Regelung in den Ausführungsbestimmungen. Erlaubt ist ein Köder mit einfachem Haken ohne Widerhaken. Welche Kantone das wie handhaben und wo die Grenzen dieser Freiheit liegen, ist im Detail dort beschrieben, wo es um Angeln ohne Angelschein und die Kantone, in denen das erlaubt ist, geht.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel kostet ein Angelschein in der Schweiz?
Der SaNa-Ausweis kostet in der Summe bei uns CHF 155. Er setzt sich aus dem Lehrmittel für CHF 39.-, der administrativen Gebühr von CHF 36.- und der Kursgebühr von CHF 80.- zusammen (Stand 5. August 2026). Das kantonale Fischereipatent kommt separat dazu und variiert je nach Kanton.
Wo kann man in der Schweiz ohne Sachkundenachweis fischen?
Ohne SaNa fischen darfst Du überall dort, wo 1) der Kanton keine allgemeine SaNa-Ausweispflicht verlangt oder 2) ein Freiangelrecht besteht oder 3) ein Kurzpatent bis zu einem Monat Dauer bezogen werden kann. So steht es in Art. 97 Abs. 3 der Tierschutzverordnung. Welcher Kanton was regelt, unterscheidet sich stark.
Wie kann ich in der Schweiz Fischen lernen?
Fischen lernen in der Schweiz geht auf drei Wegen: über einen Schnupperkurs von rund drei Stunden ohne Ausweis, über einen Praxiskurs rund um Köder, Ausrüstung und Filetieren, ebenfalls ohne Ausweis, oder über den SaNa-Kurs, der mit einer Erfolgskontrolle und dem Sachkundeausweis endet. Die verbindliche Kursliste führt das Netzwerk Anglerausbildung.
Wie lange dauert ein Fischerkurs?
Ein SaNa-Standardkurs dauert 5 bis 8 Stunden inklusive Erfolgskontrolle, die zugelassene Mindestdauer beträgt 5 Stunden. Ein Schnupperkurs der Angelpunkt GmbH dauert rund 3 Stunden. Den Praxiskurs teilen wir auf zwei Tage auf.
Ersetzt ein Schnupperkurs den SaNa-Ausweis?
Nein, ein Schnupperkurs wird nicht an den SaNa-Ausweis angerechnet. Der SaNa entsteht ausschliesslich über eines der vier zugelassenen Kursformate mit anschliessender elektronischer Erfolgskontrolle beim Netzwerk Anglerausbildung, inklusive Lehrmittelcode-Pflicht. Für eine Anrechnung von Schnupper- oder Einsteigerkursen an den SaNa existiert keine Quelle und keine kantonale Regelung.
Was ist der Unterschied zwischen Schnupperkurs, Einsteigerkurs und Anfängerkurs?
Es gibt keinen: Schnupperkurs, Einsteigerkurs und Anfängerkurs Angeln sind in der Schweiz drei Namen für dasselbe Format, oft auch Schnupperangeln genannt. Gemeint ist ein begleiteter erster Angeltag ohne Vorkenntnisse, ohne Prüfung und ohne Ausweis. Nur der SaNa-Kurs führt zum amtlich anerkannten Sachkundeausweis.
Fazit
Die Kursfrage lässt sich auf eine einzige Gegenfrage reduzieren: Hast Du noch nie gefischt und möchtest wissen, ob das «Hobby Fischen» etwas für dich ist oder willst Du regelmässig fischen? Für den einmaligen Versuch reicht ein Schnupperkurs, für regelmässiges Fischen führt kein Weg am SaNa-Kurs vorbei. Der Praxiskurs liegt sinnvoll dazwischen, wenn die Technik sitzen soll, bevor Du Geld für Ausrüstung ausgibst. Wer unsicher ist, startet mit dem kleinsten Schritt: Der Schnupperkurs Angeln der Angelpunkt GmbH dauert rund drei Stunden, kostet CHF 120.- für Erwachsene und CHF 90.- für Jungangler, findet am Zürich- oder am Greifensee statt und bringt Fischereipatent sowie komplette Ausrüstung bereits mit. Danach weisst Du, ob sich der Ausweis für Dich lohnt.





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