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Hecht fischen Zürich – Der komplette Guide (Spots, Köder, Ausrüstung & Regeln)

  • Autorenbild: Christoph Bachmann
    Christoph Bachmann
  • 5. Mai
  • 7 Min. Lesezeit

Das Hechtfischen gehört zu den spannendsten Arten des Raubfischangelns in der Schweiz. Besonders im Kanton Zürich gibt es hervorragende Möglichkeiten, diesen beeindruckenden Räuber zu fangen. Grosse Seen, strukturreiche Uferzonen und viele Beutefische schaffen ideale Bedingungen für stabile Hechtbestände. Gewässer wie der Zürichsee, der Greifensee oder der Pfäffikersee sind bekannte Hotspots für Raubfischangler.

Doch erfolgreich Hecht zu fangen ist kein Zufall. Wer regelmässig gute Fänge erzielen möchte, sollte einige wichtige Dinge beachten: gesetzliche Vorschriften, typische Standplätze der Fische, die richtigen Köder, passende Ausrüstung und die besten Angelzeiten.

In diesem ausführlichen Guide erfährst Du alles, was du über das Hechtfischen im Raum Zürich wissen musst – egal ob Du Anfänger bist oder bereits Erfahrung hast.


Vorschriften beim Hechtfischen in Zürich

Bevor Du deine Angel auswirfst, solltest du unbedingt die gesetzlichen Bestimmungen kennen. In der Schweiz wird die Fischerei kantonal geregelt, weshalb die Regeln je nach Region unterschiedlich sind.

Im Kanton Zürich benötigst Du grundsätzlich ein gültiges Fischereipatent, um auf Hecht zu angeln. Es ist zwar so, dass es auch das Freiangelrecht gibt, aber damit sind keine toten Köderfische fürs Angeln erlaubt. Alle anderen, erlaubten Köder unter dem Freiangelrecht wie Mais und Brot, machen keinen Sinn.


Im Kanton Zürich kann eine Tageskarte oder ein Jahrespatent gelöst werden. Besonders Anfänger starten oft mit einer Tageskarte, während regelmässige Angler häufig ein Jahrespatent besitzen. Ich empfehle aber immer eine Jahreskarte. Damit bist Du frei zu gehen, wann Du willst. Gerade auch an Randzeiten.


Neben dem Patent gibt es auch spezifische Vorschriften für einzelne Fischarten – dazu gehört auch der Hecht.


Schonzeit für Hecht

Eine der wichtigsten Regeln betrifft die Schonzeit. Diese ist nämlich unterschiedlich geregelt.

Schonzeit für Hecht im Greifen- und Pfäffikersee: 1. März bis 30. April

Schonzeit für Hecht im Zürichsee: keine

Während dieser Zeit ist das gezielte Fischen auf Hecht verboten. Der Grund dafür ist die Laichzeit. In dieser Phase ziehen die Fische in flache Uferbereiche und pflanzenreiche Zonen, um ihre Eier abzulegen. Damit sich die Bestände langfristig stabil halten können, werden Hechte während dieser Zeit geschützt.


Mindestmass für Hecht

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Mindestmass. Auch dieses ist nicht kantonal geregelt, sondern Gewässerspezifisch.

Mindestmass für Hecht im Greifen- und Zürichsee: 45 cm

Mindestmass für Hecht im Zürichsee: keine

Das bedeutet: Am Greifen- und Pfäffikersee muss jeder Hecht, der unter 45 cm lang ist, sofort und möglichst schonend wieder ins Wasser zurückgesetzt werden.

Das Mindestmass stellt sicher, dass junge Hechte mindestens einmal laichen können, bevor sie entnommen werden. Dadurch bleibt der Bestand langfristig gesund.


Weitere wichtige Regeln

Neben Schonzeit und Mindestmass gibt es noch einige zusätzliche Vorschriften:

  • Fische müssen waidgerecht immer zuerst betäubt, dann getötet werden

  • Eine Fangstatistik muss geführt werden

  • Schongebiete und Schutzbereiche dürfen nicht befischt werden

  • In manchen Gewässern gelten besondere Köderregeln

Es lohnt sich daher immer, vor dem Angeln die aktuellen Vorschriften zu überprüfen.


Der Hecht – Der perfekte Lauerjäger

Der Hecht gehört zu den effizientesten Räubern im Süßwasser. Sein Körper ist lang und torpedoförmig, wodurch er extrem schnell beschleunigen kann. Gleichzeitig besitzt er ein grosses Maul mit vielen scharfen Zähnen.

Seine Jagdstrategie basiert auf dem Prinzip des Lauerjägers. Das bedeutet, dass er sich meist ruhig in einer Deckung versteckt und auf vorbeischwimmende Beutefische wartet. Sobald sich eine Gelegenheit ergibt, schiesst er blitzartig hervor und packt seine Beute.


Typische Beutefische sind:

  • Rotaugen

  • Egli (Barsche)

  • kleine Felchen

  • andere Jungfische

Diese Jagdstrategie erklärt auch, warum Hechte besonders gerne an bestimmten Stellen im Gewässer stehen.


Wo stehen Hechte? – Die besten Spots in Zürcher Gewässern

Wer erfolgreich Hecht angeln möchte, muss lernen, typische Standplätze zu erkennen. Hechte halten sich fast immer dort auf, wo sie Deckung haben und gleichzeitig genügend Beutefische vorkommen.


Schilfkanten

Schilfzonen gehören zu den besten Hechtspots überhaupt.

Schilf bietet mehrere Vorteile:

  • hervorragende Deckung für Raubfische

  • viele Kleinfische halten sich dort auf

  • gute Jagdmöglichkeiten

Besonders im Frühling und Herbst stehen Hechte oft sehr nah am Schilf. Deshalb lohnt es sich, den Köder direkt entlang der Kante zu führen.


Krautfelder und Wasserpflanzen

Unterwasserpflanzen sind ebenfalls klassische Hechtplätze.

Viele Gewässer im Kanton Zürich haben grosse Krautfelder. Diese Pflanzen bieten Schutz für kleinere Fische – und genau dort lauern die Hechte.

Eine besonders gute Strategie ist es, den Köder entlang der Krautkante zu führen. Dort warten die Räuber häufig auf vorbeischwimmende Beute.


Tiefenkanten

Tiefenkanten sind Übergänge zwischen flachem und tiefem Wasser. Diese Bereiche sind für Raubfische sehr interessant.

Warum?

Weil dort häufig Beutefische entlangziehen. Viele grössere Hechte lauern an solchen Kanten und greifen vorbeischwimmende Fische an.


Strukturen im Wasser

Auch Strukturen spielen eine grosse Rolle.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • versunkene Bäume

  • Steinhaufen

  • Hafenanlagen

  • Bootsanleger

  • Unterwasserberge

Solche Strukturen bieten Deckung und ziehen gleichzeitig viele Beutefische an.


Achtung: Nicht überall darf an Hafenanlagen oder ähnlichen Zonen gefischt werden.


Gute Hechtgewässer im Raum Zürich

Die Region Zürich bietet mehrere hervorragende Gewässer für Hechtangler.


Zürichsee

Der Zürichsee ist eines der bekanntesten Raubfischgewässer der Schweiz.

Der See bietet:

  • viele Schilfzonen

  • grosse Krautfelder

  • zahlreiche Tiefenkanten

  • stabile Fischbestände

Gerade im Herbst werden hier regelmäßig grosse Hechte gefangen.


Greifensee

Der Greifensee ist deutlich kleiner, aber ebenfalls ein sehr gutes Hechtgewässer.

Der See ist relativ flach und besitzt viele Pflanzenbereiche. Dadurch finden Hechte dort ideale Jagdbedingungen.


Pfäffikersee

Auch der Pfäffikersee ist bei Anglern sehr beliebt.

Hier gibt es viele:

  • Schilfgürtel

  • Flachwasserzonen

  • strukturreiche Bereiche

Das macht den See zu einem hervorragenden Lebensraum für Hechte.


Die besten Köder für Hecht

Beim Hechtfischen spielt die Wahl des richtigen Köders eine entscheidende Rolle. Hechte sind aggressive Raubfische, die besonders stark auf Köder reagieren, die einen verletzten oder flüchtenden Beutefisch imitieren. Je nach Jahreszeit, Gewässerstruktur und Aktivität der Fische können unterschiedliche Köder besonders erfolgreich sein.

Im Folgenden findest Du einige der besten und beliebtesten Hechtköder.


Gummifische (Softbaits) / Swimbaits

Gummifische gehören zu den erfolgreichsten und vielseitigsten Ködern beim Hechtangeln. Sie bestehen aus weichem Kunststoff und bewegen sich beim Einholen sehr natürlich im Wasser.

Typische Grössen für Hecht:

12 – 20 cm

Gummifische können sehr flexibel eingesetzt werden. Sie lassen sich sowohl in flachen Bereichen als auch in grösseren Tiefen fischen. Besonders effektiv sind sie entlang von Krautfeldern oder an Tiefenkanten.

Beliebte Farben sind zum Beispiel:

  • Firetiger

  • Weiss/Pearl

  • Motoroil

Durch das langsame Absinken und die lebendige Bewegung wirken sie für Hechte wie eine leichte Beute.


Wobbler

Wobbler gehören zu den klassischen Hardbaits beim Hechtangeln. Diese Köder bestehen aus hartem Kunststoff oder Holz und besitzen meist eine Tauchschaufel, die ihnen beim Einholen ihre typische schwimmende Bewegung verleiht.

Wobbler imitieren verletzte oder flüchtende Beutefische und erzeugen starke Druckwellen im Wasser. Diese Druckwellen können Hechte auch aus grösserer Entfernung wahrnehmen.


Besonders gut funktionieren Wobbler:

  • entlang von Schilfkanten

  • in flachen Buchten

  • an Hafenanlagen

  • entlang von Uferstrukturen

Viele Hechtangler setzen Wobbler vor allem im Frühling und Herbst ein, wenn die Fische aktiv jagen.


Spinner und Spinnerbaits

Spinner sind besonders für Einsteiger ein sehr guter Köder. Durch das rotierende Metallblatt erzeugen sie starke Vibrationen und Lichtreflexe im Wasser.

Diese Reize können Hechte auch bei trübem Wasser oder schlechten Sichtverhältnissen gut wahrnehmen.


Spinner funktionieren besonders gut:

  • im flachen Wasser

  • über Krautfeldern

  • entlang von Schilfkanten

Spinnerbaits haben zusätzlich den Vorteil, dass sie relativ hängerarm sind. Dadurch lassen sie sich auch gut in krautreichen Gewässern einsetzen.


Jerkbaits – Der Spezialköder für grosse Hechte

Jerkbaits gehören zu den beliebtesten Kunstködern unter erfahrenen Hechtanglern. Sie sind meist längliche Hardbaits aus Kunststoff oder Holz und besitzen in der Regel keine Tauchschaufel.

Im Gegensatz zu vielen anderen Ködern erzeugt ein Jerkbait seine Bewegung nicht allein durch das Einholen der Schnur. Stattdessen wird der Köder durch kurze, ruckartige Bewegungen der Angelrute – das sogenannte „Jerken“ – zum Leben erweckt. Neuere Jerkbaits lassen sich ganz einfach einkurbeln ohne ruckartige Bewegungen animieren, was die Führung kinderleicht macht.

Der Köder bewegt sich unregelmässig im Wasser und schwimmt in Zickzack-Bewegungen. Genau dieses Verhalten imitiert einen verletzten oder orientierungslosen Beutefisch, was den Jagdinstinkt von Hechten besonders stark auslöst.

Viele Bisse erfolgen dabei in den kurzen Pausen, wenn der Köder langsam absinkt oder kurz stehen bleibt.


Vorteile von Jerkbaits

Jerkbaits haben mehrere Vorteile beim Hechtangeln:

  • sehr realistische Bewegung im Wasser

  • besonders effektiv für große Hechte

  • starke Reize für aggressive Räuber

  • grosse Wurfweiten möglich

Durch ihr relativ hohes Gewicht lassen sich Jerkbaits oft sehr weit werfen. Dadurch können auch entfernte Hotspots erreicht werden.


Köderfisch

Der Köderfisch ist eine klassische Methode beim Hechtangeln und wird vor allem beim Ansitzangeln eingesetzt.

Typische Köderfische sind:

  • Rotauge

  • Egli

  • kleine Weißfische

Der Köderfisch kann entweder:

  • am Grund

  • oder unter einer Pose

angeboten werden.

Diese Methode ist besonders effektiv für große Hechte, da sie eine natürliche Beute präsentiert.


Die richtige Ausrüstung

Beim Hechtangeln ist eine stabile Ausrüstung wichtig. Hechte können sehr stark kämpfen und besitzen scharfe Zähne.


Rute

Eine typische Hechtrute hat:

  • Länge: 2,40 – 2,70 m

  • Wurfgewicht: 40 – 100 g

Damit lassen sich auch größere Köder problemlos werfen.


Rolle

Eine stabile Stationärrolle in der Grösse 3000 – 4000 ist ideal.

Sie bietet genügend Schnurfassung und eine starke Bremse zwischen 9-11 Kilo.


Schnur

Viele Angler verwenden geflochtene Schnur.

Typische Stärke:

0,12 – 0,18 mm

Geflochtene Schnur hat kaum Dehnung und ermöglicht eine sehr direkte Köderführung.


Vorfach – extrem wichtig

Hechte haben sehr scharfe Zähne. Deshalb sollte immer ein starkes Vorfach verwendet werden:

  • Stahlvorfach

  • Fluorcarbon ab einer Stärke von 1mm


Ohne Vorfach besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Hecht die Schnur durchbeisst.


Die besten Zeiten zum Hechtfischen

Hechte können fast das ganze Jahr über gefangen werden – mit Ausnahme der Schonzeit.


Frühling

Nach der Schonzeit sind Hechte oft sehr aktiv.

Sie haben nach dem Laichen viel Energie verloren und beginnen intensiv zu jagen. Jetzt stehen sie noch flach und sind auch vom Ufer aus besonders gut zu überlisten. Typische Spots:

  • flache Buchten

  • Schilfzonen

  • Krautfelder


Sommer

Gegen Ende des Frühlings hin, ziehen sich grössere Hechte oft in tiefere Bereiche zurück.

Die besten Fangzeiten sind:

  • früh morgens

  • spät abends


Herbst – die beste Zeit

Viele Angler betrachten den Herbst als die beste Hechtzeit.

In dieser Phase fressen sich die Fische Fettreserven für den Winter an.

Dadurch sind sie besonders aggressiv und greifen viele Köder an.


Winter

Auch im Winter lassen sich Hechte fangen, allerdings sind sie weniger aktiv.

Erfolgreiche Strategien sind:

  • langsame Köderführung

  • tiefere Bereiche zwischen 10-15 Metern befischen

  • Ansitzangeln mit totem Köderfisch


Fazit – Erfolgreich Hecht fischen Zürich

Der Kanton Zürich bietet hervorragende Möglichkeiten zum Hechtfischen. Grosse Seen, strukturreiche Ufer und stabile Fischbestände sorgen für spannende Angeltage.


Wer erfolgreich sein möchte, sollte einige wichtige Punkte beachten:

  • Schonzeit Hecht: je nach See unterschiedlich, meistens aber vom 1. März bis Ende April

  • Mindestmass Hecht: je nach See unterschiedlich, oft 45 cm

  • typische Standplätze wie Schilfkanten, Krautfelder und Tiefenkanten gezielt befischen

  • passende Köder wie Gummifische, Wobbler, Spinner oder Jerkbaits einsetzen

  • stabile Ausrüstung mit Stahlvorfach verwenden

Mit etwas Erfahrung, Geduld und der richtigen Strategie stehen die Chancen gut, einen schönen Zürcher Hecht zu fangen.


Petri Heil! 🎣

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