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Lungernsee fischen: Patent, Spots und Fischarten am Obwaldner Bergsee

Christoph Bachmann17 Min. Lesezeit

Lungernsee fischen: Welches Patent du brauchst, was es kostet, Schonzeiten 2026, Fischarten und die besten Uferspots am Obwaldner Bergsee.

Lungernsee fischen: Angler wirft vom Ufer des türkisen Bergsees in Obwalden die Spinnrute aus
Lungernsee fischen: Angler wirft vom Ufer des türkisen Bergsees in Obwalden die Spinnrute aus

Lungernsee fischen ist in der Zentralschweiz so etwas wie ein Klassiker: klares Bergseewasser, viele Regenbogenforellen und ein Patentsystem, das ganz anders funktioniert als im Rest des Kantons Obwalden. Rund 17'000 Tagespatente und etwa 900 Jahrespatente werden pro Jahr verkauft (SRF, 2026). Offiziell heisst der See übrigens Lungerersee. Im Alltag und bei Google sagen fast alle Lungernsee, wir verwenden beide Namen.

Eines vorweg: Ohne besonderes Patent und ohne SaNa-Ausweis ist Lungernsee fischen nicht erlaubt, auch nicht vom Ufer. In diesem Beitrag erfährst du, welches Patent du brauchst, was es laut Preisliste kostet, welche Fische im See leben und welche Regeln 2026 gelten. Dazu kommen Spots und Köder aus Erfahrungsberichten anderer Fischer, damit dein erster Tag am Wasser kein Schneidertag wird.

Wie gross und wie tief ist der Lungerersee?

Der Lungerersee ist ein Naturstausee mit 2,01 km² Fläche, einer maximalen Tiefe von 68 m und einem Seespiegel auf rund 690 m ü. M. (Wikipedia: Lungerersee, 2026). Nach dem Sarnersee ist er der zweitgrösste See im Kanton Obwalden (Nidwalden Tourismus, 2026).

Am Ufer liegen Lungern sowie die Ortsteile Kaiserstuhl-Bürglen und Obsee. Für Fischer ist vor allem die Form spannend: Laut einer Reportage teilt sich der See in ein unteres Becken mit fast senkrechten Ufern und ein flacheres oberes Becken mit Krautbereichen vor Lungern (Petri-Heil, 2018). Im oberen Teil stehen oft Felchen- und Egli-Schwärme.

MerkmalLungerersee
Name im AlltagLungernsee
KantonObwalden
Fläche2,01 km²
Umfangrund 10,3 km
Maximale Tiefe68 m
Seehöherund 690 m ü. M.
SeetypNaturstausee
ZuflüsseLauibach, Eibach
AbflussSarner Aa
Absenkung im Winterbis zu 40 m

Vom abgesenkten See zum Stausee

Zwischen 1790 und 1836 trieben die Lungerer einen 420 m langen Stollen durch den Fels und senkten den Seespiegel von 675 auf 657 m ü. M., so gewannen sie rund 170 ha Land. Gut 80 Jahre später ging es in die andere Richtung: Ab 1921 wurde der See für die Stromproduktion wieder aufgestaut, 1926 erreichte er sein heutiges Niveau. Das Wasser treibt das Kraftwerk Unteraa in Giswil an (Wikipedia: Lungerersee, 2026).

Winterabsenkung: bis zu 40 Meter weniger Wasser

Im Winter sinkt der Seespiegel wegen des geringeren Zuflusses um bis zu 40 m. Die Konzession erlaubt einen Pegel zwischen 648,74 und 688,74 m ü. M., im Sommer bewegt er sich zwischen 687,50 und 688,50 m (Wikipedia: Lungerersee, 2026). Am Ufer heisst das: Der Streifen bis zum Wasser wird breiter und schlammig. Das Fischerparadies rät deshalb zu gutem Schuhwerk (Fischerparadies FAQ, 2026).

Ein Sommerplatz kann im Februar also weit oberhalb der Wasserlinie liegen. Ein Teil des Sees ist ausserdem Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung, am Ufer sind Erdkröten unterwegs (SRF, 2026). Schau beim Gehen also auch auf den Boden.

Wer steckt hinter dem Fischerparadies Lungern?

Hinter dem Fischen am Lungernsee steht die Lungerersee AG, die als Fischerparadies Lungern auftritt und den Betrieb seit dem 1. Januar 2011 offiziell führt (Petri-Heil, 2018). Hauptaktionärin ist die Gemeinde Lungern, der Umsatz liegt laut SRF bei rund 1 Million Franken pro Jahr (SRF, 2026).

Die Betriebszentrale steht an der Bürglenstrasse 14 in 6078 Bürglen OW, Telefon 041 678 01 01 (Fischerparadies: Patente, 2026). Dort bekommst du alle Patentarten und Gästekarten. Guidings vom Boot oder Ufer kannst du buchen, empfohlen sind mindestens zwei Stunden. Ohne eigene Ausrüstung mietest du für CHF 25 pro Tag plus CHF 25 Depot ein Set mit Laufzapfen-Rute, Feumer, Messer, Zange und Fischtöter (Fischerparadies FAQ, 2026).

Die Öffnungszeiten des Ladens laut Betreiber (Fischerparadies FAQ, 2026):

  • Sommer (1. April bis 30. September): 07.00 bis 12.00 und 13.00 bis 17.30 Uhr
  • Winter (1. Oktober bis 31. März): 08.00 bis 12.00 und 13.00 bis 17.00 Uhr
  • Sonn- und Feiertage: ebenfalls geöffnet
  • 1. bis 25. Dezember: geschlossen (Schonzeit und Betriebsferien)

Besatz und Ausblick auf 2027

Pro Jahr setzt das Fischerparadies Lungern rund 30'000 kg fangfertige Regenbogenforellen in den Lungerersee ein (SRF, 2026). Die Fische stammen aus Schweizer Zuchten im Wallis, im Gruyère und in Luzern (Fischerparadies: Fischarten, 2026). Die Bewilligung des Bundesamts für Umwelt für diesen Besatz läuft bis 2027 (SRF, 2026).

Danach braucht es eine neue Bewilligung beim BAFU. Im selben Bericht heisst es, dass die Behörden seit rund 15 Jahren rechtswidrige Bauten in der Landwirtschaftszone tolerieren, etwa Betriebszentrale und Parkplätze. Wer über 2027 hinaus plant, behält die News des Betreibers im Auge.

Welches Patent brauchst du zum Fischen im Lungernsee?

Lungernsee fischen geht nur mit einem besonderen Lungerersee-Patent, auch wenn du nur vom Ufer fischst. Das Freiangelrecht ist hier ausdrücklich aufgehoben, das Patent ist persönlich und nicht übertragbar (Ausführungsbestimmungen Lungerersee, GDB 651.215, 2026). Für den Kauf verlangt das Gesetz zudem einen Sachkunde-Nachweis (SaNa).

Kein Freiangelrecht und kein kantonales Patent

Hier stolpern viele Gäste. Das kantonale Merkblatt hält fest, dass die Patente des Kantons nicht zum Fischen im Lungerersee, Melchsee, Tannensee, Blausee, Seefeldsee und Eisee berechtigen (Merkblatt Fischerei Obwalden, 2026). Selbst das kantonale Jahrespatent heisst ausdrücklich «Seen (ohne Lungerersee)» (Patentarten und Preise Obwalden, 2026).

Ganz anders am Sarnersee und am Alpnachersee: Dort darfst du vom 1. April bis 15. Oktober gratis vom Ufer fischen, mit natürlichem Köder und einfachem Haken ohne Widerhaken (Merkblatt Fischerei Obwalden, 2026). Wie das in anderen Kantonen aussieht, liest du in unserem Überblick zum Freiangelrecht in der Schweiz.

SaNa-Pflicht seit der Saison 2022

Anerkannt werden das Schweizer Sportfischerbrevet, der SaNa oder ein gleichwertiger Nachweis, über den das Amt für Landwirtschaft und Umwelt entscheidet (Ausführungsbestimmungen Lungerersee, GDB 651.215, 2026). Ausweise aus Deutschland, Österreich und Liechtenstein akzeptiert der Betreiber ebenfalls (Fischerparadies: Patente, 2026). Ausnahmen gibt es nur für geführte Gruppen und Vereine unter sachkundiger Aufsicht.

Die Pflicht gilt seit der Saison 2022. Vorher ging rund ein Drittel der Tagespatente an Fischer ohne SaNa (Petri-Heil: Waidgerechtes Fischen am Lungerersee, 2021). Ohne Ausweis bleibt dir heute nur die Gästekarte in Begleitung einer Person mit SaNa. Wie du den Ausweis selbst holst, erklärt unser Beitrag SaNa-Ausweis in 3 Schritten.

Patentarten im Überblick

Die Vorschriften vom 26. Dezember 2025 sehen folgende Patente vor (Vorschriften Fischerei Lungerersee 2026, 2025):

  • Tages-, Wochen-, Monats- und Jahrespatente für Erwachsene und Jugendliche
  • Jahrespatent für Erwachsene als «gross» (JEG) oder «klein» (JEK)
  • Gästekarte, höchstens zwei pro Patent
  • Gästezusatz, nur zum JEG oder JEK: Damit fischst du mit höchstens zwei Gästen ohne eigenes Patent

Pro Person gibt es für den gleichen Tag nur ein Patent. Jahrespatente gelten vom 26. Dezember des Vorjahres bis Ende Kalenderjahr. Verkauft werden sie ab Anfang November (Fischerparadies: Patente, 2026). Wer früh plant, sichert sich das Jahrespatent also schon im November.

Wo du dein Patent kaufst

Tagespatente bekommst du in der Betriebszentrale in Bürglen, im Camp Obsee an der Campingstrasse 1, im OWi Land Shop in Giswil und im Volg Lungern an der Brünigstrasse 103 (Lungern Tourismus, 2026). Gästekarten, Wochen-, Monats- und Jahrespatente gibt es nur in der Betriebszentrale oder online im Onlineshop des Fischerparadieses.

Was kostet es, im Lungernsee zu fischen?

Wer am Lungernsee fischen will, zahlt laut Preisliste des Fischerparadieses für ein Tagespatent für Erwachsene CHF 30 plus CHF 5 Kaution, für das grosse Jahrespatent CHF 360 plus CHF 20 Kaution (Fischerparadies: Preisliste, Stand 2021, 2021). Die Tabelle trägt das Datum 26. Dezember 2021 und ist im November 2026 noch so publiziert. Prüfe die aktuellen Preise vor dem Kauf auf der Patentseite des Betreibers.

PatentCodePreis (CHF)Kaution (CHF)Total (CHF)Forellen pro Patent
Tagespatent ErwachseneTE305355 pro Tag
Tagespatent JugendlicheTJ255305 pro Tag
Wochenpatent ErwachseneWE1501016030
Wochenpatent JugendlicheWJ1301014025
Monatspatent ErwachseneME1901020040
Monatspatent JugendlicheMJ1401015030
Jahrespatent Erwachsene grossJEG3602038080
Jahrespatent Erwachsene kleinJEK2502027050
Jahrespatent JugendlicheJJ1902021040
Jahrespatent Jugendliche ObwaldenJJO0202040

Gästekarten kosten gleich viel wie das entsprechende Patent, Gäste müssen mindestens 10 Jahre alt sein. Die Kaution bekommst du für die Papierstatistik zurück: Bei Tages-, Wochen- und Monatspatenten verfällt der Anspruch ein halbes Jahr nach Ablauf, bei Jahrespatenten am 31. Januar des Folgejahres (Vorschriften Fischerei Lungerersee 2026, 2025).

Welches Patent lohnt sich für dich?

Rechne kurz nach, bevor du kaufst. Nach der Liste kosten fünf Tagespatente gleich viel wie ein Wochenpatent, nämlich CHF 150 ohne Kaution. Erst ab dem sechsten Fischtag innerhalb einer Woche fährst du mit dem Wochenpatent günstiger. Das kleine Jahrespatent für CHF 250 rechnet sich ab neun Tagen pro Saison. Wer jeden Monat einmal hinfährt, liegt damit klar vorne.

Zum Vergleich: Eine kantonale Tageskarte für die Obwaldner Seen kostet 2026 nur CHF 15, das Jahrespatent für Auswärtige CHF 200 (Patentarten und Preise Obwalden, 2026). Am Lungerersee gelten diese Karten aber nicht. Genau daher kommt die Verwirrung.

Welche Fischarten leben im Lungernsee?

Beim Lungernsee fischen triffst du laut Betreiber auf acht Fischarten: Regenbogenforelle, Seeforelle, Bachforelle, Felchen, Hecht, Egli, Alet und Schleie (Fischerparadies: Fischarten, 2026). Die Regenbogenforelle ist der Hauptfisch und der häufigste Fang. Sie wird fangfertig eingesetzt und pflanzt sich im See nicht natürlich fort.

FischartBestandWas du wissen solltest
RegenbogenforelleBesatz aus Schweizer ZuchtenHäufigster Fang, muss entnommen werden
SeeforelleNatürliche PopulationWird sehr selten gefangen
BachforelleIm Artenverzeichnis des BetreibersZählt zur Forellen-Tageslimite
FelchenNatürlich, plus 2 bis 3 Mio. Brütlinge pro JahrAm besten vom Boot
HechtGuter BestandGrösster Fisch im See, schwer zu fangen
EgliNatürlicher BestandZieht in Schwärmen
AletNatürlicher BestandAuch Döbel genannt
SchleieNatürlicher BestandOft am Grund mit Wurm

Lungernsee Forelle: Regenbogen oder Seeforelle?

Diese Unterscheidung ist wichtig, denn für die Seeforelle gelten Schonzeit und Mindestmass, für die Regenbogenforelle nicht. Die Seeforelle hat grössere, rundere schwarze Punkte und eine ungepunktete Schwanzflosse (Fischerparadies: Fischarten, 2026). Schau also genau hin, bevor du den Fisch tötest. Mehr zu Arten und Techniken findest du in unserem Beitrag über die Forelle in der Schweiz.

Felchen und Hecht

Die Felchen pflanzen sich im See natürlich fort. Ihr Bestand hat sich durch wechselnde Wasserstände und Wasserqualität verändert, deshalb setzt die Fischereifachstelle Obwalden jährlich 2 bis 3 Millionen Brütlinge ein (Fischerparadies: Fischarten, 2026). Wie du mit der Hegene richtig fischst, zeigt unser Beitrag zum Felchen fischen in der Schweiz.

Der Hecht ist der grösste Fisch im See und profitiert von vielen Futterfischen. Der in einer Reportage erwähnte Rekordhecht mass 126 cm und wog 32 Pfund (Petri-Heil, 2018). Hechte laichen hier in der zweiten Maihälfte. Eine Schonzeit gibt es nicht, trotzdem würden wir die Laichplätze in diesen Wochen meiden und lieber auf Forellen gehen.

Schonzeiten, Mindestmasse und Fanglimiten 2026

Am Lungerersee ist vom 1. bis 25. Dezember jede Fischerei verboten, für alle Arten auf dem ganzen See (Ausführungsbestimmungen Lungerersee, GDB 651.215, 2026). Daneben gelten Schonzeiten und Mindestmasse nach den Vorschriften vom 26. Dezember 2025: Bach- und Seeforellen brauchen 35 cm, Felchen 25 cm, Egli 15 cm (Vorschriften Fischerei Lungerersee 2026, 2025).

FischartSchonzeitMindestmassLimite pro Tag
RegenbogenforelleNur Generalverbot 1. bis 25.12.Keines5 Forellen total
Bachforelle1. Oktober bis 25. Dezember35 cmIn den 5 Forellen enthalten
Seeforelle1. Oktober bis 25. Dezember35 cmIn den 5 Forellen enthalten
Felchen1. November bis 15. Januar25 cm15
HechtKeineKeinesUnbeschränkt
EgliNur Generalverbot 1. bis 25.12.15 cmUnbeschränkt
Alet, SchleieNur Generalverbot 1. bis 25.12.Nicht aufgeführtUnbeschränkt

Im November laufen die Schonzeiten für Bach- und Seeforelle und für Felchen gleichzeitig. Regenbogenforelle, Hecht und Egli darfst du bis zum 30. November weiter befischen.

Die wichtigste Regel beim Lungernsee fischen betrifft die Tageslimite: Pro Tag darfst du höchstens 5 Forellen entnehmen, Bach-, See- und Regenbogenforellen zusammengezählt (Vorschriften Fischerei Lungerersee 2026, 2025). Sobald du diese Zahl erreichst, musst du die Fischerei auf alle Arten einstellen, also auch auf Egli und Hecht. Ältere Artikel mit 10 Forellen pro Tag sind veraltet, diese Regel galt vor 2022 für Jahrespatente (Petri-Heil, 2021).

Diese Regeln musst du am Wasser kennen

  • Nachtfischverbot: Vom 1. März bis 31. Oktober gilt es von 22.00 bis 04.00 Uhr, vom 1. November bis Ende Februar von 20.00 bis 06.00 Uhr (Ausführungsbestimmungen Lungerersee, GDB 651.215, 2026).
  • Regenbogenforelle entnehmen: Jede gefangene Regenbogenforelle musst du behalten und sofort fachgerecht töten, durch Kiemenrundschnitt oder sofortiges Ausnehmen. Lebendhälterung und Catch & Release sind verboten.
  • Feumer: Ein Kescher zum Landen ist Pflicht.
  • Statistik: Trag jeden Fang sofort ein, bevor du weiterfischst oder den Platz verlässt.
  • Innereien: Die gehören nicht in den See, sondern lose in den Behälter vor der Tiefkühltruhe in der Fisch-Ausnahmestelle.
  • Abstand: Bootfischer halten zu Uferfischern 50 bis 100 m Abstand.
  • Verstösse: Bei leichten Fällen gibt es eine Verwarnung und eine Behandlungsgebühr von CHF 100.

Die übrigen Punkte stehen in den Vorschriften über die Fischerei im Lungerersee vom 26. Dezember 2025. Im Höllbach in Lungern ist das Fischen laut Kanton generell untersagt (Merkblatt Fischerei Obwalden, 2026).

Erlaubte Methoden und Ruten

Spinn-, Grund- und Zapfenfischerei sind mit zwei Ruten erlaubt, ebenso die Hegene mit höchstens sechs Seitenschnüren. Beim Fliegenfischen ist es eine Rute mit maximal drei künstlichen Ködern. Beim Schleppen gelten maximal sechs Anbissstellen pro Boot und nur Tageslicht. Selbst gefangene tote Köderfische sind erlaubt, Widerhaken nur mit SaNa (Vorschriften Fischerei Lungerersee 2026, 2025).

Kinder und Jugendliche

Kinder unter 10 Jahren dürfen ohne Patent fischen, wenn eine erwachsene Person mit eigenem Lungerersee-Patent dabei ist. Pro Erwachsenem sind höchstens zwei Kinder mit je einer Rute erlaubt, ihre Fänge zählen zur Statistik des Erwachsenen. Fischt die erwachsene Person mit Gästen, ist nur ein Kind erlaubt (Ausführungsbestimmungen Lungerersee, GDB 651.215, 2026).

Das Jugendpatent gilt ab dem Kalenderjahr, in dem jemand 10 wird, bis Ende des Kalenderjahrs, in dem er 16 wird. Kinder und Jugendliche mit Wohnsitz in Obwalden und SaNa erhalten ein kostenloses Jahrespatent, einmal pro Saison. Es gilt nur vom Ufer, mit einer Rute, einfachem Haken ohne Widerhaken und natürlichem Köder.

Lungernsee fischen: Die besten Spots vom Ufer und vom Boot

Offizielle Hotspots gibt es nicht, doch in Erfahrungsberichten tauchen drei Zonen immer wieder auf: die Bucht links vom Laden, der Campingbereich bei Obsee am oberen Seeende und die Kaiserstuhl-Bucht im unteren Becken (Fischerforum, 2019; Petri-Heil, 2018). Laut Forum stehen die Fische oft nur 1 bis 15 m vom Ufer entfernt.

Uferspots laut Erfahrungsberichten

Die Bucht links vom Laden in Bürglen gilt im Fischerforum (2019) als guter Einstieg. Den Campingbereich bei Obsee empfehlen Forumsnutzer besonders bei abgesenktem Wasserstand. Taugen diese Tipps heute noch? Die Berichte sind einige Jahre alt, und der Wasserstand verschiebt die Plätze. Nimm sie als Startpunkt und frag im Laden nach, wo gerade gefangen wird.

Die richtige Tiefe je nach Jahreszeit

Im Sommer ziehen sich die Forellen in tieferes Wasser zurück, im Hochsommer oft auf 10 bis 20 m. Im Winter bringt das kalte Wasser sie auf 1 bis 3 m, häufig nah am Ufer (Fischerparadies FAQ, 2026). Forumsberichte bestätigen das grob: 1 bis 5 m in den kalten Monaten, rund 10 m Mitte August (Fischerforum, 2019). Felchen suchst du laut Forum mit Boot und Echolot auf etwa 9 bis 15 m.

Mit dem Mietboot oder dem eigenen Boot

Ein Mietboot kostet CHF 70 pro Tag, CHF 50 pro halben Tag oder CHF 40 pro Stunde, dazu CHF 100 Kaution in bar. Die Boote haben einen 8-PS-Motor, lassen sich ohne Bootsprüfung fahren und werden nur an Fischer vermietet. Reserviert wird über den Onlineshop, ein Echolot gibt es für CHF 35 pro Tag (Fischerparadies: Bootsvermietung, 2026).

Bellyboot und Kajak sind erlaubt, seit Mai 2026 vermietet das Fischerparadies auch Bellyboote (Fischerparadies, 2026). Boote unter 2,5 m dürfen nur innerhalb von 150 m vom Ufer und ohne Motor fahren. Seit August 2024 müssen immatrikulierte Boote in der Zentralschweiz vor einem Gewässerwechsel gemeldet und gereinigt werden (Fischerparadies: Wanderboote, Bellyboote und Kajaks, 2026).

Köder, die am Lungernsee laufen

Für Forellen nennen Forumsnutzer vor allem Bienenmaden und Würmer, daneben kleine Wobbler und Spinner wie den Meps (Fischerforum, 2019). Im Herbst bei schwachem Licht rät Petri-Heil eher zu Naturködern als zu Kunstködern. Auf Hecht wird mit grossen Ködern ab 25 cm gefischt, etwa Felchen- oder Regenbogenforellen-Imitaten, beim Schleppen mit rund 3,5 km/h (Petri-Heil, 2018).

Aus unserer Sicht ist der Laufzapfen mit Bienenmade für Einsteiger die entspannteste Methode. Du siehst den Biss, musst wenig werfen und kannst dich auf Anhieb und Drill konzentrieren.

Kann man im Winter am Lungernsee fischen?

Ja, ab dem 26. Dezember ist der Lungernsee wieder offen. Am Eröffnungstag kamen laut einer Reportage bis zu 500 Fischer an den See (Petri-Heil, 2018). Im Winter stehen die Forellen im kalten Wasser oft nur 1 bis 3 m tief und nah am Ufer (Fischerparadies FAQ, 2026).

Für Uferfischer ist der Winter deshalb eine gute Zeit, trotz schlammigem Ufer. Denk an das strengere Nachtfischverbot von 20.00 bis 06.00 Uhr und an warme Kleidung.

Und Eisfischen? Ein Eisfischen-Angebot am Lungerersee ist uns nicht bekannt, und wir haben dazu keine verlässliche Quelle gefunden. Wer Löcher ins Eis bohren möchte, schaut sich besser im Nachbartal um: In unserem Beitrag zum Eisfischen auf Melchsee-Frutt und am Engstlensee findest du Ablauf und Regeln. Allgemeine Tipps für die kalte Jahreszeit sammelt unser Artikel Fischen im Winter in der Schweiz.

Anreise und Ausflugstipps rund um den Lungernsee

Mit dem Zug erreichst du den See über die Zentralbahn: Die Bahnhöfe Lungern und Kaiserstuhl OW liegen nur wenige Gehminuten vom Ufer entfernt. Rund um den See führt ein Rundweg von etwa 10 km, im Sommer erreicht das Wasser bis zu 23 °C (Zentralbahn, 2026).

Mit dem Auto fährst du via Sarnen oder über den Brünigpass, Parkplätze gibt es in Lungern und Kaiserstuhl (Bergfischer.ch, 2026). Die aktuelle Reisezeit ab deinem Wohnort prüfst du am besten im SBB-Fahrplan.

Bleibst du mehrere Tage, lohnt sich ein Abstecher an den Sarnersee: Dort fischst du vom 1. April bis 15. Oktober gratis vom Ufer, die kantonale Tageskarte kostet CHF 15 (Patentarten und Preise Obwalden, 2026). Für Familien hat der Lungernsee im Sommer ein Seebad.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich ein Patent, um im Lungernsee zu fischen?

Ja, und zwar auch vom Ufer. Das Freiangelrecht ist am Lungerersee aufgehoben, gefischt wird nur mit einem besonderen, persönlichen Patent (GDB 651.215, 2026). Kantonale Obwaldner Patente gelten hier nicht. Für den Kauf brauchst du einen SaNa oder einen gleichwertigen Nachweis, zum Beispiel aus Deutschland, Österreich oder Liechtenstein.

Wie viel kostet ein Tagespatent am Lungernsee?

Laut Preisliste des Fischerparadieses kostet das Tagespatent für Erwachsene CHF 30 plus CHF 5 Kaution, für Jugendliche CHF 25 plus CHF 5 Kaution (Preisliste, Stand 2021, 2021). Die Liste ist allerdings vom Dezember 2021. Prüfe deshalb vor dem Kauf die aktuellen Preise im Onlineshop des Betreibers.

Welche Fische gibt es im Lungernsee?

Der Betreiber nennt acht Arten: Regenbogenforelle, Seeforelle, Bachforelle, Felchen, Hecht, Egli, Alet und Schleie (Fischerparadies, 2026). Die Regenbogenforelle ist der häufigste Fang und wird regelmässig eingesetzt. Seeforellen sind selten, Hechte sind die grössten Fische im See. Felchen fängst du am besten vom Boot, Egli ziehen in Schwärmen.

Wann ist am Lungerersee Schonzeit?

Vom 1. bis 25. Dezember ist jede Fischerei auf dem ganzen See verboten. Bach- und Seeforellen sind vom 1. Oktober bis 25. Dezember geschont, Felchen vom 1. November bis 15. Januar (Vorschriften 2026, 2025). Für Hecht gibt es keine Schonzeit, Regenbogenforellen unterliegen nur dem Dezemberverbot.

Kann ich am Lungernsee ohne SaNa fischen?

Nur mit einer Gästekarte in Begleitung einer Person mit SaNa (Fischerparadies: Patente, 2026). Kinder unter 10 Jahren dürfen ohne Patent mitfischen, wenn ein Erwachsener mit eigenem Lungerersee-Patent dabei ist. Pro Erwachsenem sind höchstens zwei Kinder erlaubt.

Fazit

Lungernsee fischen ist unkompliziert für alle, die gern Forellen fangen, sofern du die Spielregeln kennst. Du brauchst ein Lungerersee-Patent und einen SaNa-Ausweis, kantonale Karten und Freiangelrecht gelten hier nicht. Pro Tag sind 5 Forellen erlaubt, danach ist für alle Arten Schluss. Und vom 1. bis 25. Dezember bleibt der See komplett zu.

Spots aus Foren sind ein guter Anfang, doch im Winter stehen die Forellen flach am Ufer, im Hochsommer tief. Die Preise prüfst du am besten direkt beim Betreiber, weil die publizierte Liste von 2021 stammt.

Fehlt dir noch der Ausweis? Dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt: Mach den SaNa-Kurs in Uster oder Bülach an einem Tag, und am 26. Dezember stehst du mit eigenem Patent am Lungernsee. Petri Heil!

Nächster Schritt: Vom Ausweis bis an den Lungernsee

Am Lungernsee brauchst du für das Patent einen SaNa-Ausweis oder einen gleichwertigen Nachweis. Wie du ihn bekommst, erklärt unser Überblick Zum SaNa-Ausweis in 3 Schritten.

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