Forelle in der Schweiz: Arten, Schonzeiten und die besten Angeltechniken
Forelle in der Schweiz: Bach-, See- und Regenbogenforelle, Schonzeiten und Mindestmasse nach Kanton (Stand 2026) und die besten Angeltechniken.

Die Forelle ist der Fisch, an den viele beim Fischen in der Schweiz zuerst denken: klarer Bach, kaltes Wasser, ein kurzer, harter Biss. Hinter dem Namen stecken aber mehrere Arten und Lebensformen, und längst nicht alle sind häufig. Die Bachform gilt als potenziell gefährdet, die Seeforelle sogar als stark gefährdet (BAFU Rote Liste, 2022). Wer Forellen fangen will, muss deshalb Schonzeit und Mindestmass im eigenen Kanton kennen.
In Zürcher Bächen und Flüssen öffnet die Saison am 16. März (Kanton Zürich, 2026), in Graubünden erst am 1. Mai (Kanton Graubünden, 2026). Hier erfährst du, welche Forellen bei uns leben, welche Regeln Stand 2026 gelten und mit welchen Techniken du im März 2027 gut in die Saison startest.
Welche Forellen gibt es in der Schweiz?
In der Schweiz gibt es laut Schweizerischem Fischerei-Verband fünf Hauptformen der Forelle und dazu viele lokale Formen (swissinfo/SFV, 2020). Am häufigsten ist die atlantische Forelle (Salmo trutta) mit Bach-, Fluss- und Seeform. Daneben leben seltene heimische Arten wie die Marmorata, und in vielen Angelanlagen schwimmt die eingeführte Regenbogenforelle.
Welche Forelle in einem Gewässer heimisch ist, hängt vom Einzugsgebiet ab. Im Rhein-Einzugsgebiet ist die atlantische Forelle zu Hause, im Rhone-Einzugsgebiet des Jura die Doubs- oder Zebraforelle, im Donau-Einzugsgebiet die Donauforelle. Für das Po- und Adige-Einzugsgebiet wurden sogar zwei Arten beschrieben: die Adriatische Forelle oder Trota Fario (Salmo cenerinus) und die Marmorata (FIBER/Eawag, o. J.).
Bachforelle, Flussforelle, Seeforelle: eine Art, drei Lebensweisen
Bachforelle und Seeforelle sind keine verschiedenen Arten. Die Rote Liste teilt die atlantische Forelle in vier Formen auf (Bach, Fluss, See und Meer), jede mit eigenem Gefährdungsgrad (BAFU Rote Liste, 2022). Die Meerforelle ist in der Schweiz ausgestorben.
Der Unterschied liegt im Lebenslauf. Bachforellen bleiben ihr ganzes Leben im Fliessgewässer. Seeforellen wachsen im See heran und steigen zum Laichen wieder in ihre Geburtsgewässer auf. Beide pflanzen sich in Fliessgewässern fort (FIBER/Eawag, o. J.). Wie dieser Laichaufstieg im Herbst abläuft und was dann am Zürichsee gilt, liest du in unserem Artikel zur Seeforelle im Herbst am Zürichsee.
Und wie erkennst du sie? Forellen aus Seen sind typischerweise silbrig und haben keine roten Punkte. In Fliessgewässern sind sie oft dunkler gefärbt und tragen die bekannten roten Punkte. Verlass dich aber nicht blind darauf: Auch in Bächen landen Fische ohne rote Punkte am Haken, und aufsteigende Seeforellen ändern ihre Färbung rasch (FIBER/Eawag, o. J.).
Seltene heimische Arten: Marmorata, Doubs-, Donau- und Adriatische Forelle
Die übrigen heimischen Forellenarten sind echte Raritäten. Von der Adriatischen Forelle (Trota Fario) gibt es dokumentierte Restbestände im bündnerischen Poschiavino und seinen Zuflüssen. Die Zebraforelle lebt noch in kleinen Populationen, etwa im Doubs-Zufluss Allaine (FIBER/Eawag, o. J.).
Bei der Donauforelle war lange unklar, ob sie in der Schweiz überhaupt noch vorkommt. Die Rote Liste nennt eine kleine Restpopulation im Silsersee. Die Marmorata findet man in Tessiner Gewässern, ihre Seeform wurde im Lago Maggiore und im Lago di Poschiavo nachgewiesen (BAFU Rote Liste, 2022). Nicht ohne Grund war die Marmorata Fisch des Jahres 2024 (Kanton St. Gallen, 2024).
Regenbogenforelle: die Nordamerikanerin im Forellenteich
Die Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss) stammt aus Nordamerika und wurde schon vor mehr als hundert Jahren eingeführt. Sie gehört zur Gattung der pazifischen Lachse und ist mit unseren Salmo-Forellen weniger nah verwandt, als ihr Name vermuten lässt. Einige Bestände erhalten sich selbst, bekannt sind etwa die Regenbogenforellen im Alpenrheinsystem (FIBER/Eawag, o. J.).
Weil sie heimische Fische durch Konkurrenz bedrängen kann, schränkt das Bundesgesetz ihren Besatz in offene Gewässer stark ein. Zugelassen ist er nur in Bergseen und alpinen Stauseen ohne freie Fischwanderung sowie in künstlichen stehenden Gewässern, die eigens fürs Fischen angelegt wurden (FIBER/Eawag, o. J.). Deshalb triffst du sie vor allem im Forellenteich und in manchem Bergsee.
| Forelle / Form | Wissenschaftlicher Name | Vorkommen in der Schweiz | Rote Liste 2022 |
|---|---|---|---|
| Bachforelle | Salmo trutta (Bachform) | Fliessgewässer, heute in allen Einzugsgebieten | NT, potenziell gefährdet |
| Flussforelle | Salmo trutta (Flussform) | Grössere Flüsse | EN, stark gefährdet |
| Seeforelle | Salmo trutta (Seeform) | Seen, Laich in Zuflüssen | EN, stark gefährdet |
| Meerforelle | Salmo trutta (Meerform) | keine mehr | RE, in der Schweiz ausgestorben |
| Marmorata | Salmo marmoratus | Tessiner Gewässer, Lago Maggiore, Lago di Poschiavo | CR, vom Aussterben bedroht |
| Adriatische Forelle (Trota Fario) | Salmo cenerinus | Poschiavino und Zuflüsse | CR, vom Aussterben bedroht |
| Donauforelle | Salmo labrax | Restpopulation Silsersee | CR, vom Aussterben bedroht |
| Doubs- oder Zebraforelle | Salmo rhodanensis | Jura, z. B. Allaine | EN, stark gefährdet |
| Regenbogenforelle | Oncorhynchus mykiss | Teiche, Bergseen, Alpenrhein | nicht einheimisch |
| Seesaibling (zum Vergleich) | Salvelinus umbla | Seen | VU, verletzlich |
Die Einstufungen in der Tabelle stammen aus der Roten Liste der Fische und Rundmäuler (BAFU Rote Liste, 2022), die Angaben zum Vorkommen zusätzlich aus der Forellen-Broschüre der Fischereiberatung (FIBER/Eawag, o. J.).
Wie lebt die Forelle und was braucht sie?
Die Forelle ist ein Kaltwasserfisch, der sich im Kies von Fliessgewässern fortpflanzt. Ein Weibchen legt laut SFV rund 5'000 Eier in ein Kiesbett (swissinfo/SFV, 2020). Danach vergeht normalerweise etwa ein halbes Jahr, bis die Larven das Kiesbett verlassen (FIBER/Eawag, o. J.).
Wann genau eine Population laicht, ist unterschiedlich, und wie schnell sich die Eier entwickeln, hängt von der Wassertemperatur ab. Grob gesagt: Gelaicht wird im Herbst und Winter, also genau in der Zeit, in der die Schonzeiten gelten.
Es gibt aber auch gute Nachrichten. Forellen-Laichgruben wurden in den letzten 15 Jahren an über 400 Gewässern kartiert, und in der grossen Mehrzahl pflanzen sich Forellen natürlich fort. Den Rekord hält die Kleine Saane mit 203 Laichgruben auf knapp 5 km. Laichgruben finden sich häufiger in naturnahen Abschnitten. Über 600 Personen haben in Kursen gelernt, solche Gruben zu kartieren (FIBER Laichzeit-Bericht, 2026).
Die grösste Schwäche der Forelle ist warmes Wasser. Ein Karpfen hat bei 30 Grad noch keine Probleme, für die Bachforelle wird es spätestens ab 20 -25 Grad Wassertemperatur kritisch, weil warmes Wasser weniger Sauerstoff enthält (FIBER, 2023). Die Fischereiberatung bittet Fischer, die Ruten dann besser im Schrank zu lassen.
Ein Tipp aus der Praxis: Wenn du im Winter am Bach spazierst und helle, frisch umgeschichtete Kiesstellen siehst, sind das sehr wahrscheinlich Laichgruben. Tritt nicht hinein. Am Zürichsee gilt an den Mündungen der wichtigsten Laichzuflüsse sogar vom 1. Dezember bis 31. Januar ein Fischereiverbot zum Schutz laichender Seeforellen (Kanton Zürich, 2026).
Warum wird die Bachforelle seltener?
Laut Projekt Fischnetz wurden 1980 in Schweizer Flüssen 1,2 Mio. Forellen gefangen, 2001 waren es nur noch 400'000 (Bundesrat/Fischnetz, 2004). Als Hauptursachen nannte die Studie die Infektionskrankheit PKD, schlechte Lebensräume, chemische Belastungen und höhere Wassertemperaturen.
Diese Zahlen sind über 20 Jahre alt, der Trend hat sich aber nicht umgekehrt. Eine erstmalige BAFU-Analyse von Elektrofischereidaten aus den Jahren 1981 bis 2024 zeigt: Kälteliebende, empfindliche Arten wie Forellen und Äschen verschwinden, während wärmeliebende und tolerante Arten zunehmen (BAFU, 2026). Die Analyse wurde am 30. September 2026 veröffentlicht.
Wie konkret das wird, hat der Sommer 2026 gezeigt. Nach extremer Trockenheit und Hitze verhängte der Kanton Bern vom 29. August bis und mit 30. September 2026 ein Fischereiverbot in Emme, Ilfis, Lombach, Gürbe (oberhalb Lohnstorfbrücke) und Schwarzwasser. Die Trockenheit hatte die Lebensräume von Bachforellen und Groppen stark beeinträchtigt (plattformj.ch/Kanton Bern, 2026).
Besatz: Hilfe oder Problem?
Lange galt Besatz als Rezept gegen den Rückgang. Heute sieht man das kritischer. Während Jahrzehnten wurden grosse Mengen atlantischer Forellen über alle Einzugsgebietsgrenzen hinweg ausgesetzt. Diese standortfremden Fische bedrohen die heimischen Forellen durch Konkurrenz und durch Vermischung des Erbguts (FIBER/Eawag, o. J.). Auch der SFV kritisierte 2020 diesen Besatz (swissinfo/SFV, 2020).
Der Kanton Aargau erlaubt Fischereivereinen den Forellenbesatz durch Aufzucht in Bächen inzwischen nicht mehr. Laut Prof. Heike Schmidt-Posthaus (Uni Bern) blieben Wildforellenbestände in drei untersuchten Gewässern ohne Besatz stabil, Besatzfische waren im Aargau höchstens drei Jahre nachweisbar (SRF, 2025).
Was du als Fischer konkret tun kannst
- Ab rund 20 Grad Wassertemperatur und mehr das Fischen auf Forellen einstellen.
- Laichgruben im Herbst und Winter nicht betreten.
- Untermassige Forellen nass, schnell und schonend zurücksetzen.
- Gemeldete Fänge sauber in die Fangstatistik eintragen, damit die Behörden gute Daten haben.
Ist das übertrieben vorsichtig? Wir finden nicht. Jede Forelle, die in einem heissen Sommer nicht zusätzlich gestresst wird, kann im nächsten Herbst laichen.
Forelle Schonzeit und Mindestmass: Die Regeln nach Kanton (Stand 2026)
Schonzeit und Mindestmass der Forelle legt jeder Kanton selbst fest, oft sogar je Gewässer. Im Kanton Zürich sind Forellen in Fliessgewässern vom 16. Oktober bis 15. März geschont, im Zürichsee gelten dagegen 1. Oktober bis 25. Dezember und 40 cm Mindestlänge (Kanton Zürich, 2026).
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Regeln für sieben Kantone zusammen. Sie ersetzt aber nicht die Vorschriften deines Gewässers: Lies vor jedem Fischtag die aktuelle Fassung beim Kanton oder auf deiner Fischerkarte nach.
| Kanton | Gewässer | Schonzeit Forelle | Mindestmass | Besonderheit | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|
| ZH | Fliessgewässer (Pachtgewässer) | 16. Okt. bis 15. März | F-Reviere 28 cm, G und B 25 cm, Rhein 35 cm | In G- und B-Revieren nur während der Forellensaison fischen | ZH 2026 |
| ZH | Zürichsee und Obersee | 1. Okt. bis 25. Dez. | 40 cm | max. 4 Forellen pro Tag | ZH 2026 |
| ZH | Greifensee und Pfäffikersee | 1. Okt. bis 25. Dez. | 40 cm | gilt für Bach- und Seeforelle | ZH 2026 |
| BE | Fliessgewässer | 1. Okt. bis 15. März | 22 bis 38 cm je Gewässer, z. B. übrige Gewässer 24 cm, Emme unterhalb Heidbühlbrücke 30 cm, Aare unterhalb Bielersee 38 cm | Fangfenster z. B. an Birs und Aare | BE 2026 |
| BE | Brienzer-, Thuner- und Bielersee | 1. Sept. bis 31. Jan. | 45 cm | gilt für Bach- und Seeforelle | BE 2026 |
| AG | alle Gewässer | 1. Okt. bis Ende Februar | Bach und Weiher 22 cm, Rhein, Aare, Reuss und Limmat 28 cm | Übrige Fliessgewässer nur 1. März bis 30. Sept. | AG 2026 |
| LU | Fliessgewässer und Stauhaltungen / stehende Gewässer | 1. Okt. bis 31. Jan. / 1. Okt. bis 25. Dez. | 22 cm / 35 cm | SRL 721, Fassung seit 2021 | LU |
| SZ | Fliessgewässer | Bachforelle 16. Sept. bis 31. März, Seeforelle 16. Aug. bis 31. März | Bachforelle 28 cm, Seeforelle 35 cm | Fischen 1. April bis 15. Sept., 4 Salmoniden pro Tag, max. 80 Bachforellen pro Jahr | SZ 2025 |
| SG | allgemein | 1. Okt. bis 28./29. Feb. (Alpenrhein bis 31. Jan.) | Bachforelle 25 cm, Seeforelle 60 cm | gewässerspezifische Ausnahmen beachten | SG 2026 |
| GR | Fliessgewässer / stehende Gewässer | Saison 1. Mai bis 15. Sept. / bis 31. Okt. | gewässerspezifisch, ab 50 cm generell erlaubt | 4 Edelfische pro Tag (Fliessgewässer), 6 (Seen), an Fliessgewässern max. 60 pro Saison | GR 2026 |
Ein paar Details lohnen einen zweiten Blick. Im Kanton Zürich unterscheidet das Reglement Flussreviere (F), gemischte Reviere (G) und Bachreviere (B), und in G- und B-Revieren darfst du nur während der Forellensaison fischen. In Luzern ist die Fassung von 2021 laut Gesetzessammlung weiterhin aktuell (Kanton Luzern, Stand 2026). Die Schwyzer Ausführungsbestimmungen gelten seit 1. Januar 2025 (Kanton Schwyz, 2025), prüf also vor der Saison 2027, ob es eine neuere Version gibt.
Im St. Galler Alpenrhein gilt für Bach- und Seeforellen ab 60 cm zusätzlich der Zeitraum vom 15. Juli bis 30. September als Schonzeit (Kanton St. Gallen, 2026). Für den Hallwilersee nennt die interkantonale Übereinkunft von 2021 ein Mindestmass von 50 cm für die Forelle (Übereinkunft Hallwilersee, 2021); kontrolliere diesen Wert vor dem Fischen beim Kanton.
Wann startet die Forellensaison 2027?
Die Forellensaison in Bächen und Flüssen beginnt je nach Kanton zwischen Februar und Mai. Leitet man den Start aus den Schonzeiten und Fangzeiten von 2026 ab, ergibt sich folgender Kalender für 2027:
- 1. Februar: Luzern, Fliessgewässer (Schonzeit bis 31. Januar)
- 1. März: Aargau (kleinere Fliessgewässer ab 1. März) und St. Gallen (Schonzeit bis Ende Februar)
- 16. März: Zürich und Bern, Fliessgewässer
- 1. April: Schwyz, Fliessgewässer
- 1. Mai: Graubünden
Ein wichtiger Vorbehalt: Kantone ändern ihre Vorschriften gern auf den 1. Januar. Schau also im Januar 2027 nach, ob neue Regeln publiziert wurden, bevor du die Rute einpackst.
Was ist seit 2026 neu?
Per 1. Januar 2026 hat der Kanton Zürich die Ausführungsbestimmungen für Zürichsee und Obersee sowie das Fischereireglement für alle übrigen Gewässer geändert (Kanton Zürich, 2026). Was das fürs Patent bedeutet, erklären wir im Artikel zum Fischereipatent Zürich 2026.
Auch Bern hat nachgebessert. Die Forellenschonzeit in Emme und Ilfis wurde an die übrigen Fliessgewässer angepasst und dauert neu vom 1. Oktober bis 15. März. An der Birs sind Forellen von 32,1 bis 39,9 cm geschont, und Seeforellen müssen in der Fangstatistik neu einzeln mit Länge erfasst werden (Kanton Bern, 2026).
Mit welchen Techniken fängst du Forellen?
Die wichtigsten Techniken zum Forellenfischen sind Posenangeln, Grundangeln, Spinnfischen und Fliegenfischen. Je nach dem was du bevorzugst, wählst du eine andere Ausrüstung.
Als Richtwert für das Spinnfischen wählst du eine leichte eine Spinnrute von ca. 2,10 Meter, eine Stationärrolle der Grösse 2000 bis 2500, monofile Hauptschnur von 0,18 bis 0,25 mm und ein Fluorocarbon-Vorfach von 0,20 bis 0,26 mm . Wenn du mit Posen/Zapfen oder auf Grund angelst, dann braust du eine längere Rute. Du möchstest weit auswerfen können und brauchst Rutenlängen ab 3 Metern. Anhaltspunkte, keine Vorschrift.
Spinnfischen im Bach und Fluss
Im Bach ist Spinnfischen die Technik der Wahl. Du gehst flussaufwärts, wirfst Gumpen, Kehrwasser und Stellen hinter Steinen gezielt an und ziehst weiter, wenn nichts kommt. Forellen stehen oft mit dem Kopf gegen die Strömung und warten auf Futter. Wer leise auftritt und seinen Schatten nicht aufs Wasser wirft, hat klar bessere Chancen.
Typische Kunstköder sind kleine Spinner, Blinker oder Spoons und Wobbler. Wie du Rute, Rolle und Köder für den Anfang zusammenstellst, zeigt dir unser Ratgeber zum Spinnfischen für Einsteiger.
Achte auf die Hakenregeln. Am Zürichsee und Obersee dürfen Mehrfachhaken (Zwillinge und Drillinge) ohne Widerhaken sowie Einfachhaken mit Widerhaken nur von Personen mit Sachkundenachweis verwendet werden, und pro Köder sind höchstens drei Einzel- oder Mehrfachhaken erlaubt (Kanton Zürich, 2026). An anderen Gewässern gelten andere Vorgaben.
Naturköder mit Pose oder Grundmontage
Mit Naturködern an der Pose fischst du ruhig und kontrolliert, ideal für den Einstieg. Wurm oder Bienenmade treiben in der Strömung oder hängen im stehenden Gewässer in der richtigen Tiefe. Der Schwimmer zeigt dir jeden Biss, und du lernst, wie Forellen anbeissen.
Die Grundmontage eignet sich, wenn die Fische tief stehen, etwa in kühleren Phasen oder in tiefen Gumpen. Am Forellenteich wird oft eine auftreibende Montage mit Forellenteig verwendet, damit der Köder knapp über dem Grund schwebt.
Fliegenfischen
Fliegenfischen ist die eleganteste Art, Forellen zu fangen, braucht aber Übung. Mit Trocken- oder Nassfliegen imitierst du Insekten, die auf oder im Wasser treiben. Für Anfänger ist der Wurf die grösste Hürde. Wenn dich die Technik reizt, lohnt sich ein Kurs bei einem erfahrenen Fliegenfischer, bevor du ins teure Material investierst.
Sbirolino
Mit dem Sbirolino, einem länglichen Wurfgewicht, bringst du leichte Köder wie Teig oder Bienenmade weit hinaus und führst sie langsam zurück. Deshalb ist dieser Köder an Bergseen sehr beliebt.
| Technik | Gewässer | Typische Köder | Für Einsteiger? |
|---|---|---|---|
| Spinnfischen | Bach, Fluss, Bergsee | Spinner, Blinker/Spoon, Wobbler | ja, mit etwas Wurfübung |
| Posenangeln | Teich, See, ruhige Flussabschnitte | Wurm, Bienenmade | sehr gut geeignet |
| Grundangeln | Teich, tiefe Gumpen, See | Forellenteig, Wurm | gut geeignet |
| Fliegenfischen | Bach, Fluss, Bergsee | Trocken- und Nassfliegen | eher für Fortgeschrittene |
| Sbirolino | Bergsee | Teig, Bienenmade, kleine Spoons | gut geeignet am Bergsee |
Welcher Köder ist nun der beste? Ehrlich gesagt: der, der zum Gewässer und zur Tageszeit passt. Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, am Bach mit einem kleinen Spinner zu beginnen und bei schwierigen Bedingungen auf einen dezenten Wobbler zu wechseln.
Wo fängst du als Einsteiger deine erste Forelle?
Für die erste Forelle eignen sich drei Gewässertypen: Fischzuchten mit Forellenteich, Bergseen und ab Saisonstart die Bäche und Flüsse. In Zürich und Bern beginnt die Bachsaison am 16. März, in Graubünden am 1. Mai (Kanton Zürich, 2026; Kanton Bern, 2026; Kanton Graubünden, 2026). Bis dahin bieten Teich und Bergsee gute Alternativen.
Fischzucht und Forellenteich
Der einfachste Einstieg ist eine Fischzucht. Die Chancen auf einen Fang sind hoch, du kannst Montagen in Ruhe ausprobieren und lernst, mit dem Fisch richtig umzugehen. Welche Anlagen sich in der Schweiz lohnen und was sie kosten, haben wir in unserem Artikel Fischzucht selber fischen zusammengestellt.
Bergseen
Bergseen sind Forellenreviere mit Postkartenkulisse. In Graubünden dauert die Saison an stehenden Gewässern vom 1. Mai bis 31. Oktober (Kanton Graubünden, 2026). Im Kanton Bern gilt an Bergseen wie Oeschinensee, Engstlensee und Arnensee ein Mindestmass von 24 cm (Kanton Bern, 2026).
Einen guten Einstieg in die Zentralschweiz bietet der Lungernsee. Patent, Spots und Fischarten haben wir im Guide Lungernsee fischen beschrieben. Und wer im Winter nicht warten mag: Beim Eisfischen auf Melchsee-Frutt und am Engstlensee beissen auch in der kalten Jahreszeit Forellen und Saiblinge.
Bäche und Flüsse ab Saisonstart
Für Bäche und Flüsse brauchst du in den meisten Kantonen ein Patent oder eine Karte der Pachtgesellschaft. Im Kanton Zürich sind viele Fliessgewässer Pachtgewässer, deshalb führt der Weg dort über die jeweilige Pacht. Klär vor dem ersten Ausflug, welche Revierkategorie dein Abschnitt hat und welches Mindestmass gilt.
Und wenn du den ersten Bachtag lieber begleitet erlebst? Im Praxiskurs für Einsteiger übst du Werfen, Anhieb und Versorgen direkt am Wasser. Beim Bergsee-Weekend in Galtür fischen wir gemeinsam auf Forelle und Saibling.
Wie verwertest du eine Forelle nach dem Fang?
Viele suchen nach der Forelle nicht wegen des Fischens, sondern wegen der Küche, und frisch gefangen schmeckt sie am besten. Bevor sie in die Pfanne kommt, gilt: Nimm nur Fische mit, die das Mindestmass erreichen, also zum Beispiel 25 cm in einem Zürcher Bachrevier (Kanton Zürich, 2026). Versorg den Fisch sofort fachgerecht und kühl ihn.
Klassisch landet die Forelle ganz in der Pfanne, im Ofen oder im Räucherofen. Grössere Exemplare filetierst du besser. Wie das Schritt für Schritt geht und wie du deine Forelle räucherst, erfährst du im Beitrag Fisch filetieren und räuchern. Wer es lieber unter Anleitung lernt, ist im Filetierkurs an einem Abend gut aufgehoben.
Häufig gestellte Fragen
Wann ist Schonzeit für Forellen in der Schweiz?
Die Schonzeit der Forelle legt jeder Kanton selbst fest; in Zürcher Fliessgewässern dauert sie vom 16. Oktober bis 15. März (Stand 2026), im Zürichsee 1. Oktober bis 25. Dezember (Kanton Zürich, 2026). In Berner Fliessgewässern gilt 1. Oktober bis 15. März, im Aargau 1. Oktober bis Ende Februar. Prüf immer die aktuelle Vorschrift deines Gewässers.
Wie gross muss eine Forelle sein, damit ich sie mitnehmen darf?
Eine Forelle muss in Zürcher Bachrevieren mindestens 25 cm messen, im Zürichsee 40 cm (Kanton Zürich, 2026). Im Aargau gelten für Bach und Weiher 22 cm, in Luzerner Seen 35 cm. In Schwyzer Fliessgewässern muss eine Bachforelle mindestens 28 cm messen.
Ist die Regenbogenforelle in der Schweiz heimisch?
Nein. Die Regenbogenforelle stammt aus Nordamerika und wurde vor mehr als hundert Jahren eingeführt (FIBER/Eawag, o. J.). Sie gehört zu den pazifischen Lachsen. Laut Fischereiberatung ist Besatz nur noch in Bergseen und alpinen Stauseen ohne freie Fischwanderung sowie in künstlichen stehenden Fischgewässern erlaubt, darum fängst du sie meist am Forellenteich.
Was ist der Unterschied zwischen Bachforelle und Seeforelle?
Beide gehören zur selben Art, Salmo trutta. Die Bachforelle bleibt ihr Leben lang im Fliessgewässer, die Seeforelle wächst im See auf und steigt zum Laichen in ihren Geburtsbach. Auch der Schutzstatus unterscheidet sich: Die Bachform gilt als potenziell gefährdet, die Seeform als stark gefährdet (BAFU Rote Liste, 2022).
Welcher Köder ist am besten für Forellen?
Der beste Forellenköder hängt vom Gewässer ab: Im Bach bewähren sich Spinner, kleine Blinker und Wobbler, an der Pose Wurm oder Bienenmade, am Forellenteich Teig am Sbirolino. Ein Fachhändler nennt als Richtwert eine Hauptschnur von 0,18 bis 0,25 mm (Blinkerbox, o. J.). Probier mehrere Köder und beobachte, worauf die Fische an diesem Tag reagieren.
Fazit
Die Forelle ist vielseitiger und verletzlicher, als viele denken. Hinter dem Namen stecken die atlantische Forelle mit Bach-, Fluss- und Seeform, seltene heimische Arten wie die Marmorata und die eingeführte Regenbogenforelle. Weil Bestände seit Jahrzehnten zurückgehen, sind Schonzeiten und Mindestmasse streng und je nach Kanton verschieden.
Für die Saison 2027 heisst das: Kalender checken, Vorschriften des eigenen Gewässers lesen und mit einer passenden Technik starten. In Zürich und Bern ist der 16. März der Stichtag für Bäche und Flüsse.
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