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Fischknusperli selber machen: Rezept mit Egli- und Felchenfilets

Christoph Bachmann16 Min. Lesezeit

Fischknusperli selber machen: Bierteig-Rezept mit Egli oder Felchen, Öl bei 170 bis 190 °C, Sauce Tartare und Tipps vom Fang bis auf den Teller.

Fischknusperli selber machen: Egli-Stücke werden in der Küche frittiert, daneben Zitrone und Sauce Tartare
Fischknusperli selber machen: Egli-Stücke werden in der Küche frittiert, daneben Zitrone und Sauce Tartare

Fischknusperli sind mundgerechte Stücke Fischfilet, im Bierteig, Weinteig oder in einer Panade goldbraun ausgebacken und mit Zitrone und Sauce Tartare serviert. In der Schweiz landet dafür meistens Egli in der Pfanne: Laut Schweizerischem Fischerei-Verband wird kein anderer Fisch im Land häufiger gegessen (nau.ch, 2019). Felchen funktionieren genauso gut.

Hier bekommst Du ein Grundrezept mit genauen Mengen aus bewährten Schweizer Rezeptquellen, einen Vergleich der Teigarten und eine Übersicht zur richtigen Öltemperatur. Weil wir Fischer sind, geht es auch um den Weg vom eigenen Fang zum grätenfreien Filet. Und um zwei Fragen, die kaum ein Rezept stellt: Woher stammt der Egli im Seebeizli eigentlich? Und was sagen die Kantone aktuell zu PFAS im Fisch? Thermometer bereit? Dann los.

Wie machst Du Fischknusperli im Bierteig? Das Grundrezept für 4 Personen

Für vier Personen brauchst Du 800 g Egli- oder Felchenfilets ohne Haut, einen Bierteig aus 200 g Mehl und 2,5 dl Bier sowie Rapsöl, das auf 170 °C erhitzt wird (kartoffel.ch, 2026). Der Teig ruht 30 Minuten, dann frittierst Du die Fischstücke portionenweise, bis sie goldbraun sind.

Das Rezept von kartoffel.ch ist unsere Basis. Ergänzt haben wir Tipps von Betty Bossi, le menu und Petri Heil.

Zutaten

Für den Bierteig (kartoffel.ch, 2026):

  • 200 g Mehl
  • ½ TL Backpulver
  • 1 ½ TL Salz
  • 2,5 dl Bier (alternativ 2,5 dl Mineralwasser mit Kohlensäure)
  • 1 EL Rapsöl

Für Fisch und Frittieren:

  • 800 g Fischfilets, zum Beispiel Egli oder Felchen, ohne Haut
  • 1 bis 2 l Rapsöl zum Frittieren
  • etwas Salz für den Fisch
  • Zitronenschnitze und Sauce Tartare zum Servieren

Zubereitung Schritt für Schritt

  1. Mehl, Backpulver und Salz in einer Schüssel mischen. Bier und Rapsöl dazugeben und zu einem glatten Teig rühren.
  2. Den Teig zugedeckt 30 Minuten ruhen lassen (kartoffel.ch, 2026).
  3. In der Zwischenzeit die Filets in mundgerechte Stücke schneiden, mit Haushaltpapier gut trocken tupfen und leicht salzen.
  4. Eine Pfanne oder einen Brattopf etwa zu einem Drittel mit Öl füllen und auf 170 °C erhitzen. Die Temperatur mit einem Thermometer immer wieder kontrollieren.
  5. Die Fischstücke durch den Teig ziehen, kurz abtropfen lassen und portionenweise ins heisse Öl geben. Betty Bossi rechnet mit ca. 3 Minuten, bis die Stücke goldgelb sind (Betty Bossi, 2026).
  6. Mit einer Schaumkelle herausheben und auf Haushaltpapier abtropfen lassen.
  7. Fertige Portionen im Ofen warm halten, bis alles frittiert ist. Betty Bossi empfiehlt einen leicht geöffneten, auf 60 Grad vorgeheizten Ofen, Swissmilk nennt 70 °C (Swissmilk, 2026).
  8. Mit Zitronenschnitzen und Sauce Tartare servieren.

Zwei Kniffe für knusprigere Knusperli

Willst Du einen besonders luftigen Teig? Dann zieh steif geschlagenes Eiweiss unter. Betty Bossi trennt die Eier und gibt nur das Eigelb in den Bierteig, le menu arbeitet mit drei steifen Eiweissen in einem Weinteig (le menu, 2026).

Der zweite Kniff betrifft die Menge. Petri Heil rät, nicht zuviel Knusperli auf einmal in der Pfanne zu frittieren (Petri Heil, 2020). Der Grund ist simpel: Jedes kalte Fischstück kühlt das Öl ab. Wer zu viel auf einmal hineingibt, bekommt fettige statt knusprige Fischknusperli.

Welcher Fisch eignet sich für Fischknusperli?

Egli und Felchen sind die zwei Klassiker. Kartoffel.ch und le menu nennen beide Fische, und Betty Bossi schreibt ausdrücklich: "Statt Eglifilets Felchenfilets mit oder ohne Haut verwenden" (Betty Bossi, 2026). Swissmilk ergänzt den Zander als dritte Option (Swissmilk, 2026). Zander verwendest Du übrigens genau wie Egli. Ich persönliche bevorzuge klassisch Egli.

Egli: Was ist ein Eglifilet eigentlich?

Ein Eglifilet stammt vom Flussbarsch, wissenschaftlich Perca fluviatilis. Der Schweizerische Fischerei-Verband hat ihn zum Fisch des Jahres 2019 gewählt, unter anderem wegen seiner Beliebtheit als Delikatesse (swissinfo.ch, 2019). Die Filets sind klein und zart, deshalb musst Du sie oft gar nicht weiter zerteilen.

Wer seine Egli selber fangen will, findet im Herbst besonders gute Bedingungen. Welche Seen und Köder sich lohnen, liest Du in unserem Beitrag zum Eglifischen im Herbst.

Felchen: der unterschätzte Knusperli-Fisch

Felchen werden für Fischknusperli oft vergessen, dabei sind sie ideal. Die Filets sind grösser als beim Egli, also schneidest Du sie in gleichmässige Stücke, damit alles gleichzeitig gar wird. Die Haut kannst Du laut Betty Bossi dranlassen oder entfernen. Wie Du Felchen mit der Hegene fängst und welche Schonzeiten gelten, erklären wir im Artikel Felchen fischen in der Schweiz.

Rotauge und andere Weissfische

Am Bodensee waren die Felchenerträge 2023 "historisch tief", worauf Berufsfischer vermehrt Rotaugen fingen (SRF, 2023).

Für Knusperli ist das spannend, denn Weissfische sind lokal verfügbar. Die Gräten musst Du allerdings in den Griff bekommen, etwa indem Du das Filet mit dem Fleischwolf zu einer Masse verarbeitest.

Wie kommst Du vom eigenen Fang zum grätenfreien Filet?

Wie aufwendig das Filetieren ist, hängt von der Fischart ab. Beim Hecht bleiben Y-Gräten im Fleisch. Diese musst Du unbedingt entfernen. Mit einwenig Übung geht dies aber gut. Ohne diese Technik lässt Du Hecht für Knusperli besser weg.

Egli und Felchen sind deutlich dankbarer. Mit einem scharfen, flexiblen Filetiermesser und etwas Übung löst Du die Filets in wenigen Zügen, schneidest die Bauchgräten flach weg und zupfst kleine Gräten mit der Pinzette heraus. Wie das Schritt für Schritt geht, zeigt unsere Anleitung Herbstfang verwerten: Fisch filetieren und räuchern. Ein Tipp aus der Praxis: Schneide die Filets erst nach dem Trockentupfen in Stücke, dann haftet der Teig besser.

Filetieren lernen mit Begleitung

Wer das Filetieren einmal unter Anleitung üben will, ist im Angelpunkt-Filetierkurs richtig. Der Kurs dauert 3 Stunden und findet bei Dir zuhause statt, für 1 bis 4 Personen zum Pauschalpreis von CHF 450, der Fisch wird separat verrechnet (Angelpunkt, 2026). Auf dem Programm stehen das Ausnehmen, das möglichst grätenfreie Filetieren von Forellen und Weissfischen und das Verarbeiten von Weissfischfilets zu Fischburgern.

Gerade der letzte Punkt passt zum Thema Rotauge. Und wer lieber Forellen fängt, findet alles zu Arten und Techniken im Beitrag Forelle in der Schweiz.

Bierteig, Weinteig oder Panade: Was wird am knusprigsten?

Nach unserer Einschätzung wird ein frittierter Teig mit steif geschlagenem Eiweiss am luftigsten und knusprigsten, so wie ihn Betty Bossi und le menu verwenden. Die übrigen Unterschiede liegen in Aufwand und Garmethode. Le menu zieht drei steife Eiweisse unter einen Weinteig mit 2 dl Weisswein (le menu, 2026), während Swissmilk den Fisch in Mehl, Ei und Paniermehl mit Maisgriess wendet und in Bratbutter brät statt frittiert (Swissmilk, 2026).

Kaum ein Rezept vergleicht die Varianten direkt. Hier die Übersicht:

MethodeZutaten laut QuelleGarmethodeTemperaturQuelle
Bierteig mit Backpulver200 g Mehl, ½ TL Backpulver, 1 ½ TL Salz, 2,5 dl Bier, 1 EL Rapsölfrittiert170 °Ckartoffel.ch (2026)
Bierteig mit EischneeMehl, Salz, helles Bier oder Apfelwein, Eigelb, steifes Eiweissfrittiert, ca. 3 Min.ca. 175 °CBetty Bossi (2026)
Bierteig mit Ei und Zitrone150 g Mehl, Schale einer ½ Zitrone, ½ TL Salz, wenig Pfeffer und Zucker, 2 dl helles Bier, 1 Eikeine Angabekeine AngabeSwissmilk (2026)
Weinteig120 g Mehl, ½ TL Salz, 2 dl Weisswein, 3 Eiweissfrittiert, ca. 5 Min.180 °Cle menu (2026)
AnglerteigZitronensaft, Weisswein, Urdinkel-Vollkornmehlfrittiert190 °CPetri Heil (2020)
Panade mit Maisgriess2 bis 3 EL Mehl, 2 Eier, 3 bis 4 EL Paniermehl, 3 bis 4 EL feiner Maisgriessin Bratbutter gebratenkeine AngabeSwissmilk (2026)

Unsere Einschätzung: Der Bierteig ist der verlässlichste Allrounder. Eischnee macht ihn luftiger, kostet aber einen zusätzlichen Arbeitsschritt. Die Panade ist ideal, wenn Du keinen Topf voll Öl auf dem Herd haben willst.

Fischknusperli ohne Alkohol

Bier ist kein Muss. Kartoffel.ch empfiehlt als Ersatz 2,5 dl Mineralwasser mit Kohlensäure (kartoffel.ch, 2026). Die Kohlensäure lockert den Teig ähnlich wie Bier. Swissmilk erlaubt im Bierteig ausdrücklich auch alkoholfreies Bier (Swissmilk, 2026). Damit sind die Fischknusperli auch für Kinder kein Problem.

Fischknusperli im Backofen oder in der Heissluftfritteuse?

Ein flüssiger Bierteig tropft im Ofen oder Airfryer einfach ab, eine trockene Panade eignet sich deutlich besser. Halte Dich an die Angaben Deines Geräteherstellers und prüfe, ob der Fisch durchgegart ist.

Wie heiss muss das Öl beim Frittieren sein?

Schweizer Rezepte arbeiten mit 170 bis 190 °C. Kartoffel.ch nennt 170 °C, Betty Bossi ca. 175 Grad, le menu 180 °C, Petri Heil und der Beobachter frittieren bei 190 °C (kartoffel.ch, 2026; Betty Bossi, 2026; le menu, 2026; Petri Heil, 2020; Beobachter, 2007). Die Frittierzeit liegt je nach Rezept bei ca. 3 bis 5 Minuten pro Portion.

QuelleTemperaturZeit pro PortionÖl und Hinweise
kartoffel.ch (2026)170 °Cgoldbraun1 bis 2 l Rapsöl, Pfanne ca. 1/3 gefüllt, Thermometer
Betty Bossi (2026)ca. 175 °Cca. 3 Min.Brattopf ca. 1/3 hoch mit Öl
le menu (2026)180 °Cca. 5 Min.Weinteig mit Eischnee
Petri Heil (2020)190 °Cbis goldbraunmax. 250 g pro Korb, ideal 150 g
Beobachter (2007)190 °Ckeine Angabe1 Liter Erdnussöl, Filets leicht mehliert

Warum die Spanne? Unsere Faustregel: Ein dicker, luftiger Teig braucht mehr Zeit, damit er innen nicht teigig bleibt, also ist eine tiefere Temperatur oft gnädiger. Ein dünner Mehlmantel wie beim Beobachter-Rezept verträgt mehr Hitze.

Wichtiger als die exakte Zahl ist eine stabile Temperatur. Fällt das Öl nach dem Einlegen stark ab, saugt der Teig Fett auf. Lieber eine Portion mehr frittieren und kurz warten, bis das Thermometer wieder stimmt.

Sauce Tartare selber machen: drei Varianten zum Fisch

Eine hausgemachte Sauce Tartare braucht nur wenige Zutaten. Die klassische Version von Swissmilk startet mit 1 Eigelb, 1 EL Senf und 1 dl Raps- oder Sonnenblumenöl, die zu einer Mayonnaise aufgeschlagen werden (Swissmilk, 2026). Schneller geht es mit fertiger Mayonnaise und Crème fraîche.

Klassisch mit selbst gemachter Mayonnaise

Zutaten laut Swissmilk (2026):

  • 1 Eigelb
  • 1 EL Senf
  • einige Tropfen Zitronensaft
  • 1 dl Raps- oder Sonnenblumenöl
  • 4 Cornichons
  • 1 Schalotte
  • 1 EL Kapern
  • 3 EL Kräuter (Petersilie, Kerbel, Estragon)
  • 2 EL Crème fraîche
  • Salz, Pfeffer

Eigelb, Senf und Zitronensaft verrühren, dann das Öl zuerst tropfenweise, später im feinen Strahl einrühren. Cornichons, Schalotte, Kapern und Kräuter fein hacken, mit der Crème fraîche unterziehen und abschmecken. Wichtig: Da hier rohes Eigelb drin ist, gehört die Sauce zugedeckt in den Kühlschrank und wird rasch gegessen.

Schnelle Variante mit Crème fraîche

Le menu kommt ohne rohes Ei aus (le menu, 2026). Du brauchst 50 g Mayonnaise, 200 g Crème fraîche, 2 Essiggurken, 1 Schalotte, 1 Knoblauchzehe, 1 hartgekochtes Ei und 3 EL Kräuter wie Petersilie und Dill, dazu Salz und Pfeffer. Alles fein hacken, verrühren, fertig.

Leichter Quarkdip

Wer es frischer mag, mischt nach Swissmilk 250 g Magerquark mit 3 EL Mayonnaise, 2 TL Zitronensaft und 2 EL Peterli oder Schnittlauch (Swissmilk, 2026). Dieser Dip passt besonders gut zur gebratenen Panade-Variante.

Was passt als Beilage?

Klassisch kommen Salzkartoffeln oder Pommes frites auf den Teller, dazu ein grüner Salat oder Spinat. Hauptsache frisch und nicht zu schwer, denn die Knusperli bringen schon genug Fett mit.

Eglifilets Müllerin Art: die gebratene Alternative

Wer nicht frittieren mag, brät Eglifilets nach Müllerin Art: leicht mehliert und in Butter gebraten, mit Zitrone serviert. Ein ähnliches Prinzip nutzt die Swissmilk-Panade, die in Bratbutter rundum goldbraun gebraten wird und laut Rezept 382 kcal pro Portion hat (Swissmilk, 2026).

Einen Mittelweg zeigt das Beobachter-Rezept "Eglifilets nach traditioneller Art": Die Filets werden in Bier mariniert, leicht mehliert, ohne Teig bei 190 Grad in Erdnussöl frittiert und am Schluss mit 50 g gebräunter Butter, Petersilie und Zitrone serviert (Beobachter, 2007). Kein Teig, mehr Eigengeschmack: Bei ganz frischen Egli aus dem eigenen Fang oft die bessere Wahl.

Woher stammt der Egli auf Deinem Teller?

Meistens nicht aus einem Schweizer See. Gemäss Schweizerischem Fischerei-Verband fangen Berufsfischer jährlich ca. 250 Tonnen und Hobbyfischer ca. 100 Tonnen Egli, konsumiert wird aber etwa zehnmal so viel (nau.ch, 2019). Rechnerisch stammen damit rund neun von zehn gegessenen Egli nicht aus Schweizer Wildfang, sondern aus Import oder Zucht (swissinfo.ch, 2019). Eine offizielle Statistik nur für Restaurants haben wir nicht gefunden.

Beim Fisch insgesamt sieht es ähnlich aus. Am Fischforum der ZHAW hiess es 2015, der Anteil der Importfische betrage 96 % des Konsums, je 2 % stammten aus Schweizer Zucht und aus Wildfang in Schweizer Seen (ZHAW, 2015). Diese Zahl ist älter, zeigt aber die Grössenordnung. Gleichzeitig isst die Schweiz knapp neun Kilo Fisch pro Kopf und Jahr, und Schweizer Fisch ist bis zu einem Drittel teurer als Import (SRF, 2021).

Knusperli "aus dem See" aus Polen

Eine Blick-Recherche hat 2024 konkrete Fälle aufgedeckt (Blick, 2024). Im Restaurant Panorama in Aeschiried BE stammten die Egli "aus dem See" aus Polen. In der Cabane du Pêcheur in Erlach BE kamen die Egli ebenfalls aus Polen, der Zander aus Estland. Osci's Fischbeiz in Steinach SG gab an, 60 bis 70 Prozent der Fische aus dem Ausland zu beziehen. Schweizer Fisch sei fast doppelt so teuer wie Import, je nach Betrieb und Fischart fällt der Aufpreis also unterschiedlich aus.

Das Brisante daran: Laut dem Zürcher Kantonschemiker Martin Brunner gibt es bei offen verkauftem, verarbeitetem Fisch im Restaurant keine Pflicht zur schriftlichen Herkunftsangabe. Gäste müssen nachfragen. Auch Ivan Valetny schrieb in Petri Heil, Egli-, Felchen- oder Zanderknusperli im Restaurant seien selten Schweizer Wildfang (Petri Heil, 2020).

Was heisst das für Dich? Frag im Seebeizli einfach nach. Oder fang Deine Egli selber, dann weisst Du genau, aus welchem See sie kommen und wie frisch sie sind.

Sind Egli und Felchen sicher? Parasiten, Kerntemperatur und PFAS

Frittierte Knusperli sind aus Sicht der Parasiten unproblematisch, denn Fisch sollte laut SRF auf mindestens 65 °C erhitzt werden, bei dieser Temperatur sterben Fadenwürmer ab (SRF, 2017). Das Thema PFAS sollte man sich bewusst sein, aber nicht überbewerten. Wer ab und zu einen Egli fängt und ihn essen will, muss sich wirklich keine Sorgen machen. Wer regelmässig 2 und mehr Mal in der Woche Fisch isst und diesen auch beim Berufsfischer einkauft, sollte sich dazu mehr Gedanken machen.

Fischbandwurm und rohe Zubereitungen

Heikel wird es erst bei rohem Fisch, etwa bei Egli-Carpaccio. Bereits 2012 berichtete der Beobachter, der Fischbandwurm (Diphyllobothrium latum) sei früher vor allem in Tessiner Gewässern und im Genfersee vorgekommen, inzwischen aber in den meisten Schweizer Seen (Beobachter, 2012). Bekannt waren damals ca. 5 bis 20 Fälle pro Jahr. "Gekochter, heiss geräucherter sowie gefrorener Fisch ist unbedenklich", hiess es im Artikel.

Für Rohverzehr empfahl der stellvertretende Luzerner Kantonschemiker Thomas Kaufmann, den Fisch "mindestens 24 Stunden bei minus 20 Grad Celsius" einzufrieren (SRF, 2017). Für Knusperli spielt das keine Rolle, weil sie durchgegart werden.

Hechtbandwurm: harmlos für Menschen

Verwechsle den Fischbandwurm nicht mit dem Hechtbandwurm (Triaenophorus). Laut Kanton Zürich kapseln sich seine Larven in der Egli-Leber ein, Endwirt ist der Hecht. Für Menschen besteht keine Gefahr, Hecht und Egli "können problemlos weiterverwertet werden" (Kanton Zürich, 2002). Mehr dazu im Beitrag Hechtbandwurm: gefährlich oder nicht?.

PFAS: Es kommt auf den See an

Bei PFAS gelten in der Schweiz Höchstwerte von 45 µg pro kg Frischgewicht für Egli und Felchen, beim Hecht sind es 8 µg/kg (Aargauer Zeitung, 2026). Die Lage unterscheidet sich je nach Gewässer:

  • Zürichsee, Greifensee, Pfäffikersee: Bei Proben aus dem Sommer 2024 lagen alle Konzentrationen bei Egli, Felchen und Schwalen unter den Höchstwerten, einzelne Hechtproben darüber oder knapp darunter. Eine fischspezifische Konsumempfehlung gibt der Kanton nicht ab (Kanton Zürich, 2024).
  • Zugersee: Seit November 2025 gilt ein Verkaufs- und Abgabeverbot für Hecht und Egli (Kanton Zug, 2025). Der private Eigenverzehr bleibt erlaubt, wird vom Regierungsrat aber nicht empfohlen (Kanton Zug, 2026).
  • Hallwilersee: Der Kanton Aargau empfiehlt maximal eine Egli-Portion à 120 g alle zwei Monate und beim Hecht ein Filet à 120 g pro Monat. Felchen gelten im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung als "bedenkenlos". Schwangere, Kinder und ältere Menschen sollen sich strikt daran halten (Kanton Aargau, 2026).

Am Zugersee bleibt das Verkaufs- und Abgabeverbot für Egli und Hecht bestehen: Das Monitoring 2025/2026 mit 78 Speisefischen bestätigte die Überschreitung der PFAS-Höchstwerte. Felchen und Rötel aus dem Zugersee sind dagegen lebensmittelrechtlich konform (watson, 2026). Für Fischknusperli aus Zuger Fang sind Felchen damit aktuell die naheliegende Wahl.

Was am Zugersee sonst noch beissen kann, liest Du in unserem Beitrag Fischen am Zugersee. Für Deinen Haussee lohnt sich ein Blick auf die Seite des zuständigen Kantons.

Aufbewahren, Einfrieren und Aufwärmen: So bleibt Dein Fang frisch

Frisch gefangenen Fisch kannst du ihm Kühlschrank - am besten vakuumiert - bedenkenlos mind. 3 Tage aufbewahren. Tiefgekühlt hält sich magerer Fisch wie Hecht 8 bis 12 Monate, fettreicher Fisch wie Forelle nur 6 bis 8 Monate. Wie so oft gilt auch hier: gesunder Menschenverstand. Wenn der kein Gefrierbrand hat, nicht komisch riecht oder schmeckt kann er oft länger eingefrohren und verwertet werden.

Den eigenen Fang richtig einfrieren

Zum Auftauen legst Du den Fisch über Nacht in den Kühlschrank und giesst das Tauwasser weg. Rechne mit rund 10-12 Stunden Zeit fürs Auftauen ein. Roh aufgetauten Fisch solltest Du nicht wieder einfrieren. Vor dem Frittieren gilt erst recht: gut trocken tupfen, sonst spritzt das Öl.

Kann man Fischknusperli aufwärmen?

Ja, aber mache es nicht. Die beste Erfahrung habe ich gemacht, in dem ich die vorigen Fischknusperli einfach in den Kühlschrank gestellt habe und schliesslich gleichentags kalt gegessen habe. Immer noch super lecker.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Fischknusperli?

Fischknusperli sind mundgerechte Fischstücke, die in Bierteig, Weinteig oder Panade frittiert oder gebraten werden. Meist verwendet man Egli oder Felchen, serviert mit Zitrone und Sauce Tartare. Egli ist laut Schweizerischem Fischerei-Verband der meistgegessene Fisch der Schweiz (nau.ch, 2019), deshalb gilt er als Klassiker.

Welche Temperatur braucht das Öl für Fischknusperli?

Schweizer Rezepte nennen 170 bis 190 °C. Kartoffel.ch frittiert bei 170 °C, Betty Bossi bei ca. 175 °C, le menu bei 180 °C und Petri Heil bei 190 °C (kartoffel.ch, 2026; Betty Bossi, 2026; le menu, 2026; Petri Heil, 2020). Ein Küchenthermometer hilft Dir, die Temperatur stabil zu halten, auch wenn Du portionenweise frittierst.

Kann man Fischknusperli am nächsten Tag noch essen?

Ja, wenn Du sie gleich in den Kühlschrank stellst. Ich persönliche würde sie allerdings nicht aufwärmen, sondern einfach kalt essen. Auch so sind sie noch immer sehr lecker.

Kann ich Fischknusperli ohne Bier machen?

Ja, Kartoffel.ch ersetzt die 2,5 dl Bier durch dieselbe Menge Mineralwasser mit Kohlensäure (kartoffel.ch, 2026). Den Bierteig kannst Du auch mit alkoholfreiem Bier machen.

Sind Egli aus Schweizer Seen wegen PFAS bedenklich?

Nein, solange Du nicht täglich Fisch isst, ist das überhaupt kein Problem. Im Zürichsee, Greifensee und Pfäffikersee lagen Egli-Proben von 2024 unter den Höchstwerten (Kanton Zürich, 2024). Am Zugersee bleibt der Verkauf von Egli verboten, am Hallwilersee empfiehlt der Kanton Aargau höchstens eine Egli-Portion à 120 g alle zwei Monate.

Fazit: Vom Fang knusprig auf den Teller

Gute Fischknusperli sind kein Hexenwerk. Mit 800 g Egli- oder Felchenfilets, einem Bierteig und Öl zwischen 170 und 190 °C gelingen sie auch beim ersten Versuch. Typische Fehler sind zu volle Pfannen und schwankende Temperaturen, ein Thermometer löst beide Probleme.

Richtig gut schmecken Knusperli aber erst mit Fisch, dessen Herkunft Du kennst. Wer Egli und Felchen selber fangen will, startet am besten mit dem Sachkundenachweis, zum Beispiel im SaNa-Kurs in Uster oder Bülach. Und wer danach beim Filetieren sicherer werden möchte, bucht den Angelpunkt-Filetierkurs. Petri Heil und en Guete!

Nächster Schritt: Egli und Felchen selber fangen

Wer die Filets für die Knusperli selber fangen will, braucht für ein Patent in der Regel einen SaNa-Ausweis. Den Weg dazu erklärt unser Überblick Zum SaNa-Ausweis in 3 Schritten.

SaNa-Kurs direkt buchen: SaNa-Kurs Uster, SaNa-Kurs Bülach oder SaNa-Kurs Gossau ZH. Termine und aktuelle Konditionen stehen auf der jeweiligen Kursseite.

Du willst Angeln erst einmal ausprobieren? Der Schnupperkurs Angeln ist der unkomplizierte Einstieg, der Filetierkurs hilft danach beim grätenfreien Filet.

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